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Freitag, 18.03.2016

Tödlicher Arbeitsunfall in Gröditz

Ein Mitarbeiter der Schmiedewerke stirbt am Mittwoch im Betrieb. Das hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben.

Von Eric Weser

Im Gröditzer Stahlwerk ist ein Mitarbeiter bei einem schweren Arbeitsunfall ums Leben gekommen.
Im Gröditzer Stahlwerk ist ein Mitarbeiter bei einem schweren Arbeitsunfall ums Leben gekommen.

© SZ-Archiv/Sebastian Schultz

Gröditz. In den Gröditzer Schmiedewerken hat es am Mittwoch einen schweren Arbeitsunfall gegeben. Dem Unternehmen zufolge verstarb ein Mitarbeiter trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen noch an der Unfallstelle. Nach SZ-Informationen ereignete sich das Unglück in der Schmiede-Abteilung des 750-Mann-Betriebes.

Beim größten Gröditzer Arbeitgeber löste der Vorfall Trauer und Bestürzung aus. Als „außerordentlich tragisch und bedauerlich“ bezeichnete der Betriebsrats-Vorsitzende der Schmiedewerke, Uwe Jahn, am Donnerstag den Unfall. „Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie des Kollegen“, sagte Jahn. SZ-Informationen, wonach es sich bei dem Unfallopfer um einen Familienvater aus Thiendorf handelt, wollte der Betriebsrats-Chef indes nicht bestätigen. Den Schmiedewerken zufolge gehörte der Mann seit 2006 zur Belegschaft.

Einzelheiten zu dem Unfall waren am Donnerstag vom Unternehmen nicht zu erfahren. „Solange uns keine gesicherten Kenntnisse zum Unfallhergang vorliegen, bitten wir um Verständnis, dass wir keine weitere Auskunft geben können“, so eine Sprecherin. SZ-Informationen zufolge soll das Unglück bei einem Be- und Entladevorgang passiert sein.

Hilfe für Familie und Kollegen

Den genauen Hergang des Unfalls zu ermitteln ist jetzt Aufgabe der Dresdner Staatsanwaltschaft. Deren Sprecher Lorenz Haase bestätigte, dass sich die Behörde mit dem Vorfall in Gröditz befasst. Ein üblicher Vorgang, wenn Menschen nicht natürlich zu Tode kommen, so der Dresdner Oberstaatsanwalt. Hoffnung auf schnelle Aufklärung macht Haase nicht: Die Ermittlungen könnten sich mehrere Monate hinziehen. – In Gröditz steht derweil die Sorge um die Betroffenen im Vordergrund. Neben der Familie des Verunglückten benötigten jetzt auch die Kollegen Hilfe, die bei dem Unfall dabei waren, „um nicht aus dem Tritt zu kommen“, so Betriebsrats-Chef Uwe Jahn. Das werde betriebsintern geklärt. Was die Situation der Hinterbliebenen angeht, so gebe es für solche Fälle unter anderem im Tarifvertrag Regelungen, sagt Jahn. Von der Unternehmensleitung hieß es, man stehe mit der Familie des Verstorbenen in Kontakt und werde sie nach Bedarf unterstützten.

Das Unglück vom Mittwoch ist nach Angaben der Schmiedewerke der erste tödliche Arbeitsunfall im Gröditzer Stahlwerk seit 1988. Dass Menschen im Freistaat bei der Arbeit zu Tode kamen, passierte im vergangenen Jahr 14 Mal, hatte das Arbeitsministerium Mitte Februar mitgeteilt. Im Jahr 2014 waren den Behörden 16 tödliche Arbeitsunfälle gemeldet worden. Die meisten der tödlichen verlaufenen Vorfälle gab es nach Ministeriumsangaben auf dem Bau.