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Mittwoch, 27.02.2013

Tarifverhandlungen vorerst gescheitert

Die Verhandlungen um einen Manteltarifvertrag für rund 3.500 Beschäftigte im Nahverkehr in Sachsen sind vorerst gescheitert. Nun drohen eine Urabstimmung und anschließend weitere Streiks.

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Am Montag hatten rund 3.000 Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs in Dresden, Zwickau und Chemnitz für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt.
Am Montag hatten rund 3.000 Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs in Dresden, Zwickau und Chemnitz für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt.

© ZB

Dresden. Die Verhandlungen für einen Manteltarifvertrag für rund 3.500 Beschäftigte kommunaler Nahverkehrsunternehmen in Sachsen sind vorerst gescheitert. Das teilten beide Tarifparteien am Mittwoch mit. Die Gewerkschaft Verdi werde die Beschäftigten in den kommenden Tagen in einer Urabstimmung über unbefristete Streiks abstimmen lassen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Gerd Doepelheuer am Morgen. Doepelheuer begründete diese Entscheidung damit, dass sich die Arbeitgeberseite in Kernpunkten nicht bewegt habe. Nach 18-stündigen Gesprächen habe die Gewerkschaft deshalb in der Nacht zu Mittwoch gegen 3 Uhr das Scheitern der Verhandlungen erklärt.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen (KAV) hatte bei der fünften Verhandlungsrunde nach eigenen Angaben ein verbessertes Angebot nachgelegt. So seien etwa höhere Steigerungen der Nacht- und Wechselschichtzuschläge angeboten worden, teilte der Verband am Mittwoch mit. Auf die Verdi-Forderung nach einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich gingen die Arbeitgeber nicht ein. Dies sei mit Kostensteigerungen verbunden, die bei der angespannten Lage der kommunalen Verkehrsbetriebe nicht kompensierbar seien, hieß es.

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Am Montag hatte ein ganztägiger Warnstreik den Nahverkehr in Dresden, Chemnitz und Zwickau nahezu zum Erliegen gebracht. Nach Gewerkschaftsangaben hatten sich rund 3.000 Beschäftigte an der Aktion beteiligt. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 13 Kommentare

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  1. roba

    gewerkschaftlich erstrebenswert: französische Verhältnisse. Die sehen wie folgt aus: 3 Stunden täglich produktiv arbeiten, aber 7,6 Anwesenheitsstunden ohne Abzug bezahlt erhalten. Und wo bleibt der Verstand der Organisierten, wenn noch vorhanden?

  2. danke

    eh Verdi merkt Ihr es noch? Fordern fodern und noch mehr fordern und sich selber nicht bewegen. Eine Einigung wurde insbesondere durch die beharrlichen Forderungen von ver.di nach einer Bonusregelung für Gewerkschaftsmitglieder und der geforderten Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 38 Stunden bei vollem Lohnausgleich verhindert.

  3. Rüdiger

    Ich habe kein Verständniss für die Forderungen. Dadurch erhöhen sich die Fahrpreise, die Inflation wird angeheizt und es geht zu Lasten des Umweltschutzes. Verdi hat die Relation zum produktiv arbeitenden Volk völlig verloren, ein Handwerker mit 8,50€ pro Stunde kann nicht streiken und muss froh sein, das seine Firma nicht pleite geht. Verdi hat auch vergessen, das ein Steik nur die Fahrgäste und die Umwelt trifft, der Firma ist es relativ egal, da über Monats- und Jahreskarten schon der größte Teil des Umatzes erziehlt wurden. Ich würde mich als Bus- oder Schraßenbahnfahrer schämen, den Fahrgästen so viele Ärger zu bereiten. Wir leben in Deutschland auf so hohem "Roß", dass uns 10 Jahre tarifliche "0-Runden" überhaupt nicht schaden würden.

  4. Joal Friedrich

    Braucht Dresden überhaupt noch eine Nahverkehrsgesellschaft? Der Streik am Montag hat doch klar gezeigt: Es geht auch ohne Straßenbahnen und Busse. Es gibt kein Verkehrschaos. Also bauen wir doch die leidigen Verkehrsbehinderungen z.B. in der Bodenbacher Str. zugunsten eines ungehinderten Rad- und Autoverkehrs zurück. Die so gewonnene Verkehrsflöäche läßt auch weitere Parkflächen an den Straßenrändern zu. Die eingesparten Kosten der DVB können für Straßeninstandhaltung und Radwegebau eingesetzt werden.

  5. Bodo

    Angebot annehmen und Ruhe im Schiff! Schämen sich die MA der DVB nicht im Angesicht ihrer "Kollegen" in den privaten/ausgegliederten Busunternehmen? Ich habe überhaupt kein Verständniss für weitere Streiks. Der Arbeitskampf wurde erfunden, um ein Mittel gegen die Ausbeutung durch den Arbeitgeber zu haben. Allerdings wird das in meinen Augen von denen misbraucht, die an versorgungswichtigenen Stellen arbeiten und eh schon besser gestellt sind.

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