erweiterte Suche
Mittwoch, 06.09.2017

Stundenausfall steigt drastisch

Der Lehrermangel an Sachsens Schulen hat Folgen: Im vergangenen Schuljahr sind 4,8 Prozent der Unterrichtsstunden ausgefallen. Besonders hoch ist die Quote in Dresden und Leipzig.

Von Andrea Schawe

11

© Symbolfoto: dpa

Dresden. Der Lehrermangel an Sachsens Schulen hat Folgen: Im vergangenen Schuljahr sind 4,8 Prozent der Unterrichtsstunden ausgefallen, die nach geltender Stundentafel an allgemein- und berufsbildenden Schulen gehalten werden sollten. 2015/16 waren es vier Prozent – etwa 210 800 Stunden weniger. Das ergibt sich aus Zahlen, die das Kultusministerium von den Schulen gemeldet bekommt.

Die meisten Stunden fallen außerplanmäßig aus, etwa, weil Lehrer krank sind, sich weiterbilden oder streiken, wie zuletzt im Februar 2017. Allerdings ist der Unterrichtsausfall auch immer häufiger geplant – dabei geht es um Kürzungen des Stundenplans wegen Lehrermangels oder nicht vorhandener Unterrichtsräume. An Sachsens Grundschulen waren das 2016/17 mehr als 6 600 Stunden. Im Vorjahr fielen nur 800 Stunden in den Grundschulen geplant aus. An den Oberschulen nahm die Zahl der planmäßig ausgefallenen Stunden sachsenweit von etwa 2 800 Stunden auf mehr als 12 180 zu.

An den Oberschulen ist der Anteil der ausgefallenen Stunden innerhalb eines Jahres auch am stärksten gestiegen. Wurden im Schuljahr 2015/16 rund 4,2 Prozent des Unterrichts gestrichen, waren es 2016/17 schon 5,2 Prozent. Das sind insgesamt mehr als 273 200 Unterrichtsstunden. Etwa 220 000 Stunden wurden zusätzlich in einem anderen Fach vertreten. Besonders hoch ist die Quote in Dresden und Leipzig, danach folgen die Landkreise Nordsachsen, Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Seit Jahren ist der Unterrichtsausfall an Förder- und Berufsschulen am höchsten. Im Schuljahr 2016/17 fielen an Förderschulen 7,7 Prozent des Unterrichts aus – fast 25 000 Stunden mehr als im Vorjahr. An den Berufsschulen waren es 5,8 Prozent.

Leser-Kommentare

Seite 1 von 3

Insgesamt 11 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Frage

    Frage an die Redaktion: Lässt sich ermitteln, wie viele der Ausfallstunden streikbedingt waren? Dies wäre wichtig, um die Zahlen besser einordnen zu können...

  2. gegugro

    Bei einiger strafferer Ordnung im Bildungswesen könnte Ausfall vermieden werden, z. B. Verbot von Lehrerstreiks. Auch ist unklar wieso es überhaupt noch Förderschulen gibt, haben wir doch die Inklusion. Dadurch werden doch Lehrer frei und der Mangel verschwindet langsam. Außerdem sollte sich Kultus am Finanzminister noch mehr orientieren, der Überholen, wie man lesen kann. (Kennen wir noch gut aus vergangenen Zeiten.) Ach so, ist ja bald Wahl, da kann die führende Kraft hoffentlich wieder allein regieren und Sachsens Bildung weiter befördern, so wie in den vergangenen erfolgreichen Jahren. Mir fällt ein, wenn das alles berücksichtigt wird, kann Frau Minister ihren Umbau auch gleich verwirklichen.

  3. kein Fan

    Wer seine Kinder im staatlichen Schulsystem hat und sich auch nur ansatzweise für deren Schulleben interessiert, wird feststellen, das die sächsischen Lehrer und Schulleiter trotz der widrigen Bedingungen alles versuchen, Schulausfall zu vermeiden. Der streikbedingte Ausfall dürfte gering und der einzig berechtigte sein. Auch dem würde Sachsen entgegenwirken können, durch die verhasste Verbeamtung. Sachsens Schulwesen hat in den letzten Jahren massiv gelitten und ähnlich der Titanic steuern wir wissens auf den Eisberg zu, das Ruder wurde aber zu spät herumgerissen. Danke, CDU.

  4. Thomas

    Nicht die Ausfall Stunden während des Streikes sind schlimm eher die schon eingeplanten Ausfallstunden. Auch allein die Tatsache das Pensionäre wieder angefragt werden. Die Partei spart Sachsen zu tote und immer noch müssen wir alle für die Sachsen LB Bezahlen DANKE HERR MILBRADT und liebe CDU

  5. Gernot Elend

    Dank an die Herren Tillich und Unland sowie ein wertvoller Tipp! Die Personal- und Raumprobleme an den sächsischen Schulen lassen sich leicht lösen, wenn mehrere Klassen eines Jahrgangs in Turn- oder Messehallen zusammengesetzt und per Videokonferenzschalte von Sachsens bestem Lehrer beschult werden. Bei schönem Wetter könnte auch ein public viewing angesetzt werden. Schließlich hat unser Bildungsexperte und Universalgenie Unland irgendwo gelesen und weiterverkündet: Auf den Lehrer kommt es an, nicht auf die Klassengröße.

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 3

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.