Donnerstag, 22.11.2012

Studie: Krankenhäuser sorgen für Wirtschaftsimpulse

Dresden. Die sächsischen Krankenhäuser sind laut einer Studie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und sichern dabei rund 92.300 Arbeitsplätze. Ein von der Krankenhausgesellschaft Sachsen in Auftrag gegebenes Gutachten listet sogar „touristische Effekte“ auf. Damit sind vor allem Leistungen von Handel und Gastronomie gemeint, die Angehörige von Patienten bei ihren Besuchen in den Krankenhäusern in Anspruch nehmen. Nach dem am Donnerstag vorgelegten Gutachten werden durch die sächsischen Krankenhäuser jährlich mehr als 2,2 Milliarden Euro Wertschöpfung (brutto) erzielt - gemeint ist die Summe aller erbrachten Güter und Leistungen.

„Wer Krankenhäuser “nur“ als soziale Einrichtungen der Daseinsfürsorge und womöglich sogar als reine “Geldverschlinger“ betrachtet, der unterschlägt eine ganz wichtige Kehrseite der Medaille“, kommentierte CDU-Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) die Studie. Krankenhäuser seien wie Wirtschaftsunternehmen in den einzelnen Regionen nicht wegzudenken. Clauß zufolge kostete die Behandlung einer knappen Million Patienten in sächsischen Krankenhäusern 2011 rund neun Milliarden Euro. Zur Bilanz gehöre auch, dass Bund, Land und Krankenkassen seit der Wende knapp fünf Milliarden Euro Investitionsmittel für die Häuser bereitstellten.

Die SPD hatte unlängst auf eine chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser hingewiesen und die Regierung zum Handeln aufgefordert. Am Donnerstag bekräftigte Gesundheitspolitikerin Dagmar Neukirch ihre Forderung, Steuermehreinnahmen für höhere Zuwendungen an die Krankenhäuser zu verwenden. Die SPD veranschlagt für das kommende Jahr 46 Millionen Euro mehr für diesen Posten, als die Koalition im Haushaltsentwurf vorsieht. 2014 seien es sogar 86 Millionen Euro, teilte die Landtagsfraktion auf Anfrage mit. Die Unterfinanzierung dürfe nicht länger zu Lasten der Beschäftigten gehen, hieß es. (dpa)

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