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Mittwoch, 25.06.2014

Studenten kämpfen gegen Rotstift-Politik

Sachsens Studenten gehen auf die Straße. Sie kämpfen gegen die Rotstift-Politik in der Bildung.

Studenten auf einer Kundgebung gegen geplante Kürzungen auf dem Augustusplatz in Leipzig.
Studenten auf einer Kundgebung gegen geplante Kürzungen auf dem Augustusplatz in Leipzig.

© dpa

Leipzig. Gegen die geplanten Kürzungen an den Hochschulen sind am Mittwoch Studenten aus ganz Sachsen in Leipzig auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „Kürzer geht’s nicht. Bildung braucht Zukunft“ machten Studierende unter anderem aus Leipzig, Freiberg, Magdeburg, Cottbus und Kiel ihrem Unmut über die Rotstift-Politik in der Bildung Luft. Nach Polizeiangaben zogen rund 6.000 junge Leute nach einer Kundgebung in einem weiten Ring um die Innenstadt. Laut Studentenvertretung waren auch Aktionen in Wiesbaden, Köln, Rostock und Berlin geplant.

Die Studentendemo in Leipzig

„Wir solidarisieren uns mit allen, die von Kürzungen betroffen sind. Wir sind heute hier, um dagegen zu sein“, sagte Kerstin Schmitt vom Studentenrat der Universität Leipzig. Die Studenten fordern neben dem Stopp des Stellenabbaus eine Verdoppelung der jährlichen Landeszuschüsse für die Studentenwerke auf 11,9 Millionen Euro. Sachsens Schulen sollen mehr Eigenverantwortung und Personal bekommen. Mit Landeszuschüssen soll es eine Sozialarbeit an allen Schulen geben.

Der Freistaat hält bisher trotz zusätzlicher Mittel aus dem Bildungspakt von Bund und Ländern und freiwerdender Bafög-Mittel am Abbau von 1.042 Stellen bis 2020 fest.

Unvernünftige Sparpolitik

Zur Kundgebung war auch die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking, gekommen. Die Hochschulen des Landes hätten Zielvereinbarungen bis 2015, in denen bereits ein Stellenabbau vorgesehen sei. Die Streichung von Wissenschaftler-Stellen bedeute auch immer den Verlust anderer Arbeitsplätze, sagte sie Journalisten. „Es ist einfach nur unvernünftig, an dieser Stelle zu sparen“, sagte sie. An der Universität fallen neben der Pharmazie auch die Klassische Archäologie und die Theaterwissenschaften dem Rotstift zum Opfer. Diese Studenrichtungen sollen abgeschafft werden.

Schücking erneuerte die Forderung der sächsischen Hochschulrektoren, die Bafög-Millionen für einen Stopp des Stellenabbaus einzusetzen. Ab 2015 will der Bund den Länderanteil beim Bafög (Bundesausbildungsförderung) komplett übernehmen. Sachsen spart damit rund 85 Millionen Euro.

Ein Sprecher des sächsischen Wissenschaftsministeriums sagte: „Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, über Stellenstreichungen zu diskutieren.“ Für 2015 sei eine Evaluierung vorgesehen, um die Prognosen über die Entwicklung der Studentenzahlen abzugleichen. „Wir wissen genau, wie viele Studenten aus Sachsen wir haben werden“, sagte er. Es komme aber darauf an, wie viele junge Leute von auswärts nach Sachsen kämen, um hier zu studieren. Die 1.042 Stellen stünden zwar im Gesetz, aber es sei noch nicht gesagt, dass die Streichungen tatsächlich vollzogen würden. (dpa)

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