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Dienstag, 24.08.2010

Streit um Gondwana endet mit Vergleich

Der klangvolle Name Gondwana gehört dem Leipziger Zoo nicht allein. Ein Streit um die Markenrechte zwischen dem Zoo und dem Betreiber eines gleichnamigen Themenparks im Saarland ist am Dienstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Dresden mit einem Vergleich geschlichtet worden.

Leipzig/Dresden. Demnach darf der Themenpark weiter „Gondwana - Das Prähistorium“ heißen. Auch eine Internet-Domain mit dieser Begriffskombination darf weiter betrieben werden. Eine zweite Domain in der Kombination Gondwana-Park sei hingegen nicht mehr zulässig, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Vergleich kann innerhalb von zwei Wochen noch widerrufen werden. Sollte dies geschehen, verkündet der 14. Zivilsenat am 28. September ein Urteil.

Zoo-Chef Jörg Junhold sagte der Nachrichtenagentur dpa, er sei zufrieden. „Wir können sehr gut damit leben.“ Aus heutiger Sicht spreche nichts dagegen, dem Vergleich zuzustimmen. Bei einem Vergleich müssten beide Seiten Kompromisse schließen. Er meine, es sei ein fairer Weg gefunden worden. „Uns war das allerwichtigste, dass es keine Verwechslungsgefahr gibt.“

Allgemein bekannter Name könne nicht geschützt werden

Der Zoo nennt seine noch im Bau befindliche Riesentropenhalle Gondwanaland und hatte sich den Namen 2003 schützen lassen. Vor dem Landgericht Leipzig hatte sich der Zoo mit seiner Unterlassungsklage nicht durchsetzen können. Die saarländischen Parkbetreiber hatten damals erfolgreich argumentiert, Gondwana könne gar nicht markenrechtlich geschützt werden. Es sei allgemein bekannt und in jedem Lexikon nachzulesen, dass Gondwana der Name eines Urkontinents ist.

Das Leipziger Gondwanaland bildet den tropischen Regenwald nach und ist ein Plädoyer für den Erhalt der Artenvielfalt. 300 Tiere aus 40 Arten und 15 000 Pflanzen aus 500 Arten werden die 1,6 Hektar große Tropenhalle bevölkern. Wann im kommenden Jahr Eröffnung gefeiert wird, steht noch nicht fest.

Die saarländische Urzeitschau war im Dezember 2008 auf einem ehemaligen Bergwerksgelände eröffnet worden. Mit der Finanzierung des von der damaligen Landesregierung geförderten Projektes beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Landtages. (dpa)