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Mittwoch, 24.01.2018

Staatliches Glücksspiel bedroht

Die illegalen Anbieter von Lotto- und Sportwetten graben den Lottogesellschaften der Länder zunehmend das Wasser ab. Der Chef von Sachsenlotto sieht drastische Folgen.

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© Symbolfoto: Jens Wolf/dpa

Leipzig. Der Chef der sächsischen Lottogesellschaft, Siegfried Schenek, warnt vor einem Kollaps des staatlichen Glücksspiels. Laut Schenek räumen die Schwarz- und Graumarktanbieter inzwischen ein Viertel der Bruttospielerträge in Deutschland ab - Tendenz steigend. „Es wird zur Folge haben, wenn es so weiter geht, dass das staatliche Glücksspiel kollabieren wird“, sagte der Lotto-Chef am Mittwoch. Er könne nicht erkennen, dass die in den Innenministerien der Länder angesiedelte Glücksspielaufsicht wirksam gegen die illegalen Anbieter vorgehe.

Legale Lotto- und Wettanbieter hätten 2015 in Deutschland einen Bruttospielertrag von 10,4 Milliarden Euro erwirtschaft. Schenek zitierte eine Studie, wonach an den Graumarkt - in Deutschland nicht zugelassene Vermittler mit Konzessionen aus dem EU-Ausland - 2,3 Milliarden Euro gingen. In den vornehmlich im Internet angesiedelten Schwarzmarkt flossen demnach 1,5 Milliarden Euro. Die staatlich stark regulierten Lottogesellschaften, die für ein seriöses und sicheres Glücksspiel stünden, könnten „dieses Spiel auf lange Sicht nicht gewinnen“, sagte Schenek.

2017 investierten die sächsischen Lottospieler weniger Geld in die staatlichen Lotterien. Ein Spieleinsatz von 299,5 Millionen Euro bedeute einen Rückgang von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sagte Schenek. Bundesweit habe der Rückgang bei 3,6 Prozent gelegen. Zu dem Minus hätten auch fehlende hohe Jackpots im zweiten Halbjahr geführt, die traditionell die Spieleinsätze steigen lassen.

An den Freistaat Sachsen flossen aus den Lotto-Geschäften 117 Millionen Euro. Sie setzten sich aus 65 Millionen Euro Reinerträgen, 51 Millionen Euro Lotteriesteuer und einer Million aus Erträgen der der Glücksspirale zusammen. Die Reinerträge fließen in die Förderung von Sport, Kultur und Wohlfahrt. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. xy

    Was viele Leute bei diesen Schwarz- bzw. Grau-Lotterien nicht wissen: spielt man dort 6 aus 49 und hat z. B. einen 5er mit SZ, dann hat man genau nichts gewonnen. Im Grunde ist es wie eine Wette auf die 6 richtigen Zahlen. Hat man die, gewinnt man, alle anderen gewinnen nichts. Ob man die Kohle dann auch sieht, steht wieder auf einem anderen Blatt. Daher bleibe ich bei Sachsenlotto, aber auch hier gilt natürlich: Die Bank gewinnt immer und man kann seinen Einsatz komplett verlieren.

  2. Lutz

    Ich würde gern mein Lottogeld in Sachsen lassen,aber ohne Handy ist das leider nicht möglich.Die komplizierte Onlineteilnahme schreckt vom Spiel ab.Leider!!!!!!! Ich bin der gleichen Meinung wie der Chef von Sachsenlotto,man sollte die Spielteilnahme am Onlinespiel überdenken.Es könnten noch mehr Spieler sich anderenAnbietern zuwenden

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