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Freitag, 29.04.2016

Sparkasse macht das Konto teurer

Die Ostsächsische Sparkasse führt neue Girokontenmodelle ein. Vor allem die Online-Kunden müssen umdenken.

Von Nora Miethke

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© Symbolfoto: dpa

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt sich längst auch auf die Kunden von Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken in Sachsen aus. Neben den gesunkenen Sparzinsen steigen vielerorts auch die Konto- und Kartengebühren. Nun auch bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD). Sie führt zum 1. Juli 2016 neue Kontomodelle ein. Die Angebotspalette verdoppelt sich.

„Mit Augenmaß und Verantwortungsbewusstsein haben wir unsere Kontomodelle überarbeitet“, hatte Vorstandschef Joachim Hoof die Reform vergangene Woche angekündigt. Die 600 000 Privatkunden können nun selbst feststellen, ob das Versprechen eingehalten wurde. Sie fanden am Mittwoch und Donnerstag Post vor, die sie über die neuen Modelle mit teilweise erhöhten Gebühren informierte.

Ab 1. Juli 2016 können die Privatkunden nun zwischen vier verschiedenen Kontomodellen wählen. Das „saxx tempo“ geht über in das Modell „saxx online“ und kostet monatlich 90 Cent mehr. „Saxx perfekt“ wird zu „saxx comfort“ mit einer Monatsgebühr von 7,90 Euro. Jährlich fallen also 22,80 Euro mehr an. Neu sind das Kontenmodell „saxx individual“ mit einem Grundpreis von 1,90 Euro für Wenignutzer und Zweitkonto-Besitzer sowie das „saxx premium“, wo alle Leistungen inklusive sind. „Im Vergleich zu den Wettbewerbern bewegen wir uns mit den neuen Gebühren im Mittelfeld. Wir stechen nicht nach oben heraus, sind aber auch nicht superbillig“, sagt OSD-Sprecher Andreas Rieger.

Einige Preiserhöhungen verstecken sich im Detail. Während für Comfort-Kunden alle Leistungen inklusive bleiben, müssen sich vor allem die Kunden mit Onlinekonto umstellen. Sie zahlen künftig höhere Gebühren, wenn sie Überweisungen am Automaten erledigen oder sich dort den Kontoauszug ausdrucken. „Wir bieten jetzt ein sauberes Online-Konto an, für das die technischen Voraussetzungen erfüllt sind“, so Rieger. Bislang nutzt jeder zweite OSD-Kunde das preiswertere Online-Konto.

Nicht nur die Ostsächsische Sparkasse erhöht ihre Kontogebühren. Die Dresdner Volks- und Raiffeisenbank hat es bereits im vergangenen Jahr getan, die Sparkasse Meißen schon 2014. Die Sparkassen kämpfen an vielen Fronten. Einerseits müssen sie wegen der Niedrigzinsen und der steigenden Kosten für die strengeren Bankenregeln gegensteuern. Gleichzeitig müssen sie Geld aufbringen, um in Smartphone-Apps und Onlinebanking zu investieren.

Trotz des Digitalisierungstrends hat Vorstandschef Hoof betont, das Filialnetz von 100 Geschäftsstellen aufrechterhalten zu wollen. Das müssen die Kunden nun stärker mitfinanzieren.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 52 Kommentare

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  1. scharfeschwert

    Nicht schlecht.Man spart dort etwas ein und dort ein Sonderangebot .Das eingesparte Geld überweist man dann den ganzen ewig und immer streikenden Werktätigen in den ganzen notleidenden Branchen unserer Wirtschaft. Amen .Gott beschütze uns.

  2. Einer mit Onlinekonto

    Dafür, dass ich alles von daheim erledige, und keinen Mitarbeiter behellige, ist die Erhöhung des Onlinekontos um 0,90€ pro Monat schon heftig. Was ich auch nicht verstehe, weshalb müssen Kunden mit Onlinekonto umstellen? Mit Onlinekonto gehe ich doch nicht an die Automaten.

  3. HB

    Statt nun so einen Unfug wie Wunsch-PIN oder diesen Kontostandswecker anzubieten, sollte die Sparkasse endlich mal am Geldautomaten die Option Scheinstückelung aktivieren. Wenn man 50 € abhebt, kommen in 99,99% immer ein 50 € Schein raus, obwohl man es lieber kleiner haben will (deshalb hebe ich mittlerweile nur noch 40 € ab...). Selbst "Provinzsparkassen" wie Meißen, Oberlausitz, Zwickau usw. bieten das. In Dresden kann man stattdessen nun eine Wunsch-PIN bekommen. Darauf hat die Welt echt gewartet... nicht. Die neuen Kontenmodelle finde ich nicht okay. Die Begründung ist irgendwo verständlich, aber ihr könnt einen darauf lassen: Steigen die Zinsen wieder, werden die Gebühren sicher bleiben... Vor allem: Warum soll man nun für eine Aus-/Einzahlung oder Überweisungen beim Mitarbeiter Gebühren zahlen? Der ist doch so oder so vor Ort und kommt nicht extra wegen mir auf Arbeit... Mit war die Sparkasse bislang sehr sympathisch... bis ich am Mittwoch den Brief gelesen habe...

  4. HB

    PS: Eine Gebührenerhöhung von 3 € auf 3,90 € sind 30 % mehr. Wenn mein Gehalt mal in diesem Maße steigen würde... ;)

  5. kein Fan

    Die arme Oma, die sich nichts anderes als das Konto und Sparbuch bei der Sparkasse vorstellen kann. Für junge Leute mit Internet gibts zu Gluck Alternativen. Ich kanns nicht mehr hören, die armen Sparkassen. Was bekommt so ein Gebietsvorsitzender monatlich überwiesen? Man vergesse nicht, das Sparkassen einen öffentlichen Auftrag haben.

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