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Freitag, 22.01.2016

So klappt der Schulwechsel

Am 26. Februar bekommen die Grundschüler ihre Bildungsempfehlung. Wie geht es dann weiter? Der Schulnavigator hilft bei der Entscheidung.

© Symbolbild: dpa

Einige sind sich ihrer Sache sicher, andere müssen noch ganz schön bibbern: Mehr als 30 000 Viertklässler erhalten am 26. Februar ihre Bildungsempfehlung. Damit entscheidet sich: Geht es ans Gymnasium oder auf die Oberschule? Nur eine Woche haben sie und ihre Eltern dann Zeit, sich an ihrer Wunschschule anzumelden. Die Sächsische Zeitung erklärt die wichtigsten Fragen zum Wechsel – und der Schulnavigator gibt Tipps bei der Schulwahl.

Worüber gibt die Bildungsempfehlung Auskunft?

Die Bildungsempfehlung wird von der Grundschule ausgestellt und beinhaltet die Noten in den Fächern Mathe, Deutsch und Sachkunde. Für das Gymnasium spricht, wenn der Notenschnitt aller drei Fächer mindestens eine 2,0 ergibt. Eine Note 3 kann also auch mit einer 1 ausgeglichen werden. Außerdem gibt es auf der Empfehlung auch noch eine Einschätzung des Klassenlehrers über das Arbeits- und Lernverhalten des Kindes. „Wenn das Kind im Verlauf der vierten Klasse enorm aufholt, kann auch noch zum Ende des Schuljahres eine Bildungsempfehlung fürs Gymnasium ausgesprochen werden“, sagt Michaela Bausch von der Sächsischen Bildungsagentur. Dann ist bis zum 20. Juni noch Zeit für die Anmeldung an der Wunschschule.

Ist Einspruch gegen die Bildungsempfehlung möglich?

Soll ein Kind trotz der Gymnasial-Empfehlung an eine Oberschule, ist dies ohne Weiteres möglich. „Die Bildungsempfehlung ist ja oft das eine. Mitunter haben Eltern auch Bedenken, ihr Kind viele Kilometer weiter in die nächste Kreisstadt ans Gymnasium zu schicken, wenn die Oberschule doch viel näher ist. Eine Absage ans Abitur ist das ja noch nicht“, sagt Bausch.

Möchten die Eltern ein Kind mit Oberschul-Empfehlung an ein Gymnasium schicken, müssen sie es zunächst trotzdem erst einmal an einer Oberschule anmelden. Über die Wechsel-Absicht sollten Eltern die Schule bei der Anmeldung jedoch informieren. Auf Antrag der Eltern kann der Schüler dann an einer schriftlichen Eignungsprüfung für das Gymnasium teilnehmen. Sie dauert 60 Minuten und prüft in Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Auch hier muss mindestens die Note 2 erreicht werden.

Woran erkennen Eltern, welche Schulart zu ihrem Kind passt?

„Der Schulwechsel darf nicht zu einer Prestigeangelegenheit der Eltern werden“, gibt Michaela Bausch zu bedenken. Sowohl durch ständige Überforderung, als auch durch Unterforderung verlören Kinder ihre Lust am Lernen. Sie empfiehlt Eltern daher, „das Ganze unaufgeregt zu betrachten“ und sich von den Stärken des Kindes leiten zu lassen. „Ein Wechsel von der Oberschule ans Gymnasium ist am Ende jedes Schuljahres möglich“ – und deutlich motivierender, als der vom Gymnasium an die Oberschule. „Das Gymnasium ist nur der ICE auf dem Weg zum Abitur, die Oberschule der IC“, betont Bausch.

Eltern sollten daher nicht erst in der vierten Klasse das Gespräch mit der Grundschule suchen, um das Selbst- und Fremdbild des Kindes abzugleichen. Fragen seien dabei etwa: Wie selbstständig lernt das Kind, wie viel Ausdauer hat es? Wie geht es mit Misserfolg um? Ist es noch sehr verspielt? „Lehrer treffen die Entscheidung zur Bildungsempfehlung mit großem Verantwortungsbewusstsein.“

Worauf sollten Eltern dann bei der konkreten Schulwahl achten?

„Eltern sollten sich ein eigenes Bild von der Schule machen“, empfiehlt Bausch. Etwa beim Tag der offenen Tür, mithilfe der Homepage oder anhand von Broschüren. „Was sagen andere Eltern?“ Schule sei ja mehr als nur der Unterricht – wie ist es also um Ganztagsangebote oder das Schulklima bestellt? „Das ist ja auch der Ansatz vom Schulnavigator“, so Bausch.

Wie melden die Eltern ihr Kind an den Schulen an?

In der Regel genügt hier ein formloser Antrag, der die Bildungsempfehlung enthält sowie eine aktuelle Zeugniskopie und eine beglaubigte Kopie der Geburtsurkunde des Kindes. Die Frist ist in diesem Jahr der 4. März. Bei der Anmeldung können Eltern auch zwei Alternativwünsche angeben. Eine Garantie gibt es dennoch nicht – an einigen Schulen wird per Los über die Aufnahme entschieden. Die Rückmeldung aus den Schulen gibt es am 17. Mai.

Wie sollten Eltern den Schulwechsel vorbereiten?

„Feiern“, empfiehlt Michaela Bausch, das Ende der Grundschulzeit sei schließlich eine Zäsur. Die Schüler sollten motiviert und neugierig gemacht werden. Zugleich rät sie Eltern, den Kindern zu vermitteln: „Keine Panik, das schaffen wir gemeinsam.“ Wichtig sei auch, den neuen Schulweg zu erkunden. „Eltern sollten ihr Kind beim Neustart vor allem begleiten und prüfen, wie es mit den neuen Anforderungen klarkommt.“

›› Alle Infos zu den Schulen finden Sie auf www.schulnavigator.de

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