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Donnerstag, 21.04.2016

Schatzsucher von Riesenfichte verbannt

Für Freunde des Geocaching war es ein extremer Nervenkitzel. Die Nationalparkverwaltung machte dem Treiben ein Ende.

Von Gunnar Klehm

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Die Königsfichte in der Kirnitzschklamm gilt als höchster Baum Sachsens. Jemand machte ihn jetzt zu einem Spielgerät.
Die Königsfichte in der Kirnitzschklamm gilt als höchster Baum Sachsens. Jemand machte ihn jetzt zu einem Spielgerät.

© Mike Jäger

  • Die Königsfichte in der Kirnitzschklamm gilt als höchster Baum Sachsens. Jemand machte ihn jetzt zu einem Spielgerät.
    Die Königsfichte in der Kirnitzschklamm gilt als höchster Baum Sachsens. Jemand machte ihn jetzt zu einem Spielgerät.
  • 62 Meter misst die Fichte.
    62 Meter misst die Fichte.

Hinterhermsdorf. Das sollte wohl die besondere Herausforderung sein. Ein Spaßvogel versteckte kürzlich einen Geocache auf dem höchsten Baum Sachsens, einer 62 Meter hohen Fichte in der Kirnitzschklamm bei Hinterhermsdorf. In 55 Meter Höhe hing das Ziel. Ausfindig machen das die modernen Schatzsucher mit ihrem Smartphone oder einem GPS-Gerät. Dann musste man nur noch hochklettern. Alles andere als witzig fand man diese verrückte Idee in der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz. Matthias Böttger entfernte den Geocache. Er ist für die Nationalparkwacht zuständig und ausgebildeter Höhenarbeiter. Unterstützt wurde er von Frank Kowalzik, einem der Zapfenpflücker im Nationalpark.

„Beim Klettern am Baum ist mit Rindenverletzungen zu rechnen, vor allem wenn Steigeisen benutzt werden oder beim Hochschießen eines Hilfsseiles. Abgebrochene Äste und Zweige oder im Extremfall Kronenbruch könnten die Folge sein“, erklärt Hanspeter Mayr, Sprecher der Nationalparkverwaltung. Ist der Baum verletzt, können dort Wasser und Pilze eindringen, die den 62 Meter hohen Baum schädigen. Dass auch Gefahren für Kletterer bestehen, komme dazu. Entdeckt wurde der Geocache, weil Mitarbeiter der Nationalparkwacht regelmäßig mit dem Fernglas prüfen, wie vital die Riesenfichte ist.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 12 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Dieter

    Ich bin selbst Geocacher, aber mit Baumcaches kann ich mich aus genau diesem Grund einfach nicht anfreunden.

  2. Schnurzel

    Habe den Sinn und die Lebensfreude, die sich wohl hinter dem ‚Geocaching‘ verbergen soll, bisher noch nicht nachempfinden können. Ich empfinde da nur Leere. (Sprich, mir ist es absolut schnurtz piep egal, ob ich vor einem solchen ‚Geocache‘ stehe oder nicht.) Kann man sich keine eigenen Ziele mehr setzen und sich über das Erreichen dieser freuen? Muss man sich Wanderziele oder überhaupt erst Ziele durch Andere vorschreiben lassen? Dieses Rekord-Jagen um des Rekordes willen gab es schon immer. Mit dem Smartphone nimmt das nun ganz eigentümliche Formen an. Das geht bis hin zum Fitnessplan, bei dem man nicht mehr auf seinen Körper und sich selbst hört. Es ist da wichtiger, die durch das Smartphone vorgeschriebene Wiederholungszahl für die Übung zu erreichen, besser noch zu übertreffen. Natürlich gibt es auch hier kein Schwarz und Weiß … Denn hilfreich können Smartphone-Anwendungen beim Wandern und für Fitnessübungen durchaus sein.

  3. Müller

    @Schnurzel: Sie haben den Sinn von geocaching wirklich nicht verstanden. Es geht darum, was neues zu entdecken, sich in der Natur zu bewegen, Aufgaben zu lösen, auch mal zu scheitern an einem Cache und noch mal versuchen. Die wenigsten Geocacher betreiben da Rekordjagden. Sicher gibt es da auch Spinner, aber das ist die Minderheit. Mein Tipp: einfach mal ausprobieren!

  4. blackdodge

    hast Du als Kind nie Ostereier suchen dürfen ? manche machn sowas als Hobby das ganze Jahr. (ich nicht) aber die Natur sollte man dabei nicht schädigen !

  5. Mausi

    Bei mir geht es beim Cachen nicht um Rekorde, sondern darum mich nach draußen und in die Bewegung locken zu lassen und schöne Ecken zu entdecken (die ich ohne Geocaching vielfach nicht entdeckt hätte). Außerdem gibt es tolle Verstecke und Rätsel die vom Ersteller einiges an Zeit und Krativität gefordert haben werden. Aber etwas an so einem Baum zu befestigen ist nicht zu tolerieren. Aber dafür empfinde ich vielleicht leere bei Beschäftigungen die Ihnen gefallen.

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