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Freitag, 21.02.2014

Sachsen will Unterbringung von Asylbewerbern verbessern

Sachsen stellt sich wie andere Bundesländer auf mehr Asylbewerber ein. Zugleich will man deren Situation nach der Ankunft verbessern. Ein Konzept dafür liegt jetzt vor.

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Das Wohnhheim für Asylbewerber in Zwickau. Die Unterbringung von Asylbewerbern in Sachsen soll besser werden.
Das Wohnhheim für Asylbewerber in Zwickau. Die Unterbringung von Asylbewerbern in Sachsen soll besser werden.

© dpa

Dresden. Die Unterbringung von Asylbewerbern in Sachsen soll besser werden. Das sieht ein am Freitag von Innenministerium, Landkreisen und kreisfreien Städten vorgestelltes Konzept vor. Grundsätzlich sollen Betroffene zuerst in Heimen unterkommen. Erst danach wird entschieden, ob sie in Wohnungen umziehen können. Nach Aussagen des Innenministeriums sollen Wohnungen aber stärker eine Rolle spielen als bisher. Darauf hatten unter anderem Sachsens Ausländerbeauftragter Martin Gillo (CDU) und die Opposition im Landtag immer wieder gepocht. Derzeit schwankt der Anteil an der Art der Unterkunft. Der Landkreis Erzgebirge gilt mit einer geschätzten Quote von 25 Prozent Unterbringung in Wohnungen als vorbildlich.

Spürbar soll sich die soziale Betreuung der Asylbewerber verbessern. Als Maßgabe gilt ein Betreuungsschlüssel von einem Sozialarbeiter für 150 Asylbewerber. Sie sollen Schnittstelle zwischen Betroffenen, Behörden, Bürgern und Vereinen sein und den Asylbewerbern helfen, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Laut Ministerium steht das aber noch unter einem „Finanzierungsvorbehalt“ und soll Thema der anstehenden Haushaltsberatungen sein. Generell wollte das Innenministerium keine Aussagen zu Mehrkosten machen. Ein weiterer Punkt des Konzepts betrifft eine bessere Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft. Bürger sollen ermutigt werden, Patenschaften für Asylbewerber zu übernehmen.

„Vom neuen Konzept profitieren alle: Die Kommunen, die Menschen vor Ort und die Asylbewerber“, erklärte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Ein Frühwarnsystem soll die Sicherheit erhöhen. Dazu ist eine bessere Vernetzung von Behörden, Politik und Betreibern der Heime vorgesehen. Damit sollen frühzeitig Spannungen zwischen den Bewohnern erkannt werden. In der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Betroffene in Chemnitz war es 2013 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern gekommen. Ein letzter Punkt betrifft eine verbesserte Kommunikation mit Anwohnern von Asylbewerberheimen. Sie sollen rechtzeitig über neue Entwicklungen informiert werden.

2013 hatte die zentrale Erstaufnahme in Chemnitz 6.398 Neuankömmlinge registriert. Im Vergleich zu 2012 war das ein kräftiger Anstieg - damals kamen 3.503. Laut Innenministerium waren zum Jahresende rund 8.000 Asylbewerber in sächsischen Unterkünften oder Wohnungen untergebracht. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet in diesem Jahr deutschlandweit mit etwa 140.000 Antragstellern. Für Sachsen würde das einen Zugang von mehr als 7.000 Bewerbern bedeuten. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

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  1. PS

    Alles gut. Aber das Grundproblem für die "bessere Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft" bleibt, daran hat leider auch Martin Gillo nichts ändern können: Es müsste eigentlich selbstverständlich sein, dass wir für die Asylbewerber auch Arbeit haben. Ebenso für alle anderen Bürger. Dann könnten sie auch ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiten, und es gäbe viel weniger Akzeptanzprobleme und rechtsextremistische Stimmungen.

  2. Alex

    @PS: Recht heben Sie. Nur welche Arbeit wollen Sie den Asylbewerbern geben, wenn die meisten Ziegenhirten sind oder der Ethnie Sinti/ Roma entstammen, die überhaupt keine Ausbildung haben. Von Sprachproblemen mal ganz abgesehen.

  3. larsmichel

    Alex ! Arbeit setzt ja Wille voraus. Und hier in Sachsen gibts nur "Arbeit" entweder für Abgeordnete/Minister oder fachspezifische Internet-oder Computerspezialisten,Forscher, Ärzte, Lehrer. Für die letztgenannten zu Dumpinglöhnen und der Rest ist das Heer der Arbeitssklaven. Welche Aussichten hätten in solchem Umfeld da Flüchtlinge ? Bin dafür,das man für Flüchtlinge eine grosse zentrale und vor allem duch Security bewachte Flüchtlingsstadt baut für mehrere zehntausend Plätze,wo es für die Flüchtlinge alles denkbare gibt für eine qualitativ-hochwertige Verweildauer,bis deren Antrag bearbeitet ist. Nahe am Flughafen natürlich,um die lange Fahrt zum Flughafen zu ersparen. Denkbarer Standort wäre hier Radeburg oder bei Leipzig.

  4. Skeptiker

    @larsmichel: Traumtänzerei! Wie wollen Sie den sozialen Frieden wahren in so einer "Flüchtlingsstadt", wo sich unterschiedliche Ethnien, siehe Chemnitz (Tschetschenen vs. Nordafrikaner) schon bei viel geringfügigerer Belegung regelmäßig "an die Gurgel" gehen? Not wäre, überführte Straftäter sofort ohne wenn und aber auszuweisen - dann könnte Ihr Modell erst funktionieren! - vielleicht....

  5. Horst

    ... alle schön und gut. Gerne würde ich bei der Flüchtlingsflutbewältigung mithelfen. Aber ich kann mich bewerben wo ich will (Stadt, Landratsämter, Land Sachsen, der Ausländerbeauftragte ... usw.). Qualifiziert wäre ich. Würde auch "unter" meiner Qualifizierung arbeiten. Aber: ... es braucht mich keiner! Gruß Horst

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