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Mittwoch, 13.01.2016 Terroranschlag in Istanbul

Sachsen unter den Opfern

Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in der Istanbuler Altstadt in die Luft. An einem der beliebtesten Plätze reißt er mindestens zwölf Touristen mit in den Tod.

Am Ort des Anschlags haben Instanbuler rote Rosen an einen Zaun gesteckt.
Am Ort des Anschlags haben Instanbuler rote Rosen an einen Zaun gesteckt.

© dpa

Dresden. Traurige Gewissheit: Drei der bisher identifizierten deutschen Todesopfer des Terroranschlags in Istanbul kommen aus Sachsen. Nach Angaben des Innenministeriums in Dresden vom Mittwoch handelt es sich um eine 70-Jährige aus Leipzig sowie zwei 51 und 75 Jahre alte Männer aus Dresden. Weitere Opfer beziehungsweise Verletzte aus Sachsen gibt es nicht, bestätigte das Auswärtige Amt auf Nachfrage.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), Innenminister Markus Ulbig (CDU) und der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zeigten sich zutiefst erschüttert, sprachen den Angehörigen ihr Beileid und Mitgefühl aus und verurteilten den Terrorakt.

Was Türkei-Reisende jetzt wissen müssen

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Wie ist die Sicherheitslage in der Türkei?

Sie ist angespannt, immer wieder kommt es zu Gewalt. „Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen“, schreibt das Auswärtige Amt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat 2015 mehrere Anschläge in der Türkei verübt, bislang jedoch nicht gegen Touristen. Außerdem kommt es im Osten des Landes zu schweren Zusammenstößen zwischen den Sicherheitsbehörden und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Wie sollten sich Urlauber jetzt verhalten?

Reisende in der Türkei sollten sich grundsätzlich von Demonstrationen und Menschenansammlungen insbesondere in größeren Städten fernhalten. Auf belebten Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln halten sie sich am besten so kurz wie möglich auf, rät das Auswärtige Amt. In einem aktualisierten Reisehinweis für das Land wird jetzt Reisenden in Istanbul dringend geraten, Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen ganz zu meiden. Generell wird zu erhöhter Vorsicht bei Reisen nach Istanbul und über Land geraten. Von Reisen ins Grenzgebiet zu Syrien und Irak wird seit einiger Zeit dringend abgeraten.

Kann ich eine Städtereise nach Istanbul jetzt kostenlos stornieren?

Wahrscheinlich schon. Es bestehe nach derzeitiger Rechtsprechung ein Kündigungsrecht wegen Gefährdung durch höhere Gewalt, erklärt der Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten. Urlauber dürfen ihre Istanbul-Reise also kostenlos umbuchen oder stornieren. Anders sieht es etwa für Badeurlaub in südlichen Türkei aus. Solche Reisen könnten nicht einfach kostenlos storniert werden, sagte der Jurist.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Tui bietet für Istanbul-Reisen bis zum 18. Januar kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. Thomas Cook ermöglicht ebenfalls kostenfreies Umbuchen und Stornieren für Istanbul-Reisen mit Beginn bis einschließlich 22. Januar. Bei DER Touristik mit den Marken ITS, Jahn Reisen, Travelix, Dertour, Meier’s Weltreisen, ADAC Reisen lassen sich Städtetrips nach Istanbul bis zum 10. Februar ohne Gebühren umbuchen oder kündigen.

Der Studienreiseanbieter Studiosus bot seinen Kunden schon vor dem jüngsten Anschlag eine kostenlose Umbuchung von Türkei-Reisen bis vier Wochen vor der Abreise an.

Wie steht es um den Tourismus in der Türkei?

Er leidet derzeit vor allem unter dem Ausbleiben der russischen Urlauber wegen der Sanktionen nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär. Die Russen waren die wichtigste Urlaubernation für die Türkei. Nun sind es die Deutschen. Zumindest die Pauschalreise-Hochburg Antalya wurde von ihnen zuletzt schwächer gebucht als im Vorjahr.

Es sei ein „Anschlag auf Freiheit und Menschlichkeit“, sagte Tillich laut einer Mitteilung der Staatskanzlei in Dresden. „Für uns alle ist dieser sinnlose Tod unbegreiflich und macht uns fassungslos“. Ulbig sprach von „menschenverachtender Gewalt“, Hilbert von Trauer und Wut. „Es ist für unsere Stadt eine schreckliche Nachricht.“ Er sagte den Familien der Männer alle nötige Hilfe zu.

Bei dem Anschlag sind mehr Deutsche ums Leben gekommen, als bislang bekannt war. Türkische und deutsche Behörden sowie Medien berichteten zunächst von unterschiedlichen Zahlen. Mittwochmittag herrschte schließlich Gewissheit: Man geht nun von mindestens zwölf Toten aus. Lesen Sie hier, was bislang klar und unklar ist.