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Montag, 07.03.2016

Sachsen tauschen immer noch Millionen D-Mark um

Selbst 14 Jahre nach der Euro-Einführung tauchen alte Scheine auf – bei Umzügen, in Blumentöpfen und hinter Tapeten.

Von Sven Heitkamp

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Noch immer tauschen Sachsen D-Mark in Euro um.
Noch immer tauschen Sachsen D-Mark in Euro um.

© dpa

Leipzig. In Sachsen werden jährlich immer noch Millionen-Summen alter D-MarkBestände in Euro umgetauscht. Voriges Jahr seien 2,5 Millionen Mark in die Kundenkassen der sächsischen Filialen gebracht worden, sagte ein Sprecher der Bundesbank-Hauptverwaltung in Leipzig der Sächsischen Zeitung. 2014 waren es knapp 2,6 Millionen D-Mark. Der Euro war Anfang 2002 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt worden.

Viele Menschen wissen oft gar nichts von ihren versteckten Schätzen. „Die D-Mark-Bestände werden von den Bürgern des Öfteren noch beim Aufräumen oder bei Umzügen, im Nachlass von Verstorbenen, in Kleidern, Reisetaschen oder alten Koffern gefunden“, berichtet Bundesbank-Sprecher Stefan Kübert. Mitunter würden auch Verstecke entdeckt, etwa hinter einer Tapete oder in doppelt genähten Vorhängen. Außerdem tauchten alte Scheine beispielsweise noch in alten Glückwunschkarten, in Blumentöpfen oder eingerollt in Tablettenröhrchen auf. Das dürfte noch einige Jahre so weitergehen.

Der Bundesbank fehlen insgesamt noch 12,84 Milliarden D-Mark. Ende Januar dieses Jahres waren noch gut sechs Milliarden in Banknoten und 6,77 Milliarden in Münzen im Umlauf. Umgerechnet auf Sachsen, wo etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leben, wären dies mehr als 600 Millionen D-Mark.

Die fehlenden Beträge ergeben sich aus der Differenz der etwa 274 Milliarden D-Mark, die im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten an die Bevölkerung ausgegeben wurden, und der Summe, die bisher zurückgeflossen ist. Ein beträchtlicher Teil des Geldes dürfte auch sentimental gehortet werden, als Erinnerung oder Sammlerstücke. Oder es blieb irgendwo auf der Welt hängen, liegt zum Beispiel in einem Brunnen oder auf dem Meeresgrund, ist verbrannt oder anders vernichtet worden. Daher gehen die Hüter des Bargeldes nicht davon aus, dass jede Mark eines Tages zurückkehrt.

Die Schließung der Bundesbankfiliale in Dresden Ende März vorigen Jahres hat zudem zu einem deutlichen Rückgang des Umtausches geführt. Wurden im Januar und Februar 2015 in Sachsen noch 415 000 D-Mark ausgetauscht, waren es im Januar und Februar dieses Jahres nur noch knapp 300 000 D-Mark. Ob sich die aktuelle Diskussion über eine Abschaffung des Bargelds auf den Umtausch ausgewirkt hat, könne er nicht sagen, erklärte Kübert.

Der Umtausch ist unbegrenzt und unbefristet bei den Filialen der Bundesbank kostenlos möglich: in Leipzig in der Karl-Liebknecht-Straße und in Chemnitz in der Zschopauer Straße. Die Kassen haben in der Regel von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. raknis

    Leider kann ich die 700 Mark DDR-Geld, welches im Nachlass meiner Mutter gefunden wurde, nicht mehr umtauschen... Oder gibt es vielleicht doch noch Möglichkeiten?

  2. E. Benheiter

    Schlage ´nen Numismatiker vor, @ raknis -und dann nur Tausch gegen Feingold -von Toilettenpapier mit Copyright-Logo hat niemand mehr lange etwas.

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