Montag, 03.12.2012

Sachsen sucht mit Kennzeichen-Kameras nach Autoschiebern

Die Nähe zur Grenze macht Sachsen für Autoschieber attraktiv. Über die Autobahn können gestohlene Wagen schnell und einfach außer Landes gebracht werden. Um die Diebe aufzuhalten, setzt die Polizei nun auf kleine Kameras am Straßenrand.

Ein Polizist steht am 03.12.2012 bei einem Pressetermin auf dem Areal der Bereitschaftspolizei in Dresden hinter dem "System zur anlassbezogenen mobilen automatischen Kennzeichenerkennung" (AKES). Foto: dpa
Ein Polizist steht am 03.12.2012 bei einem Pressetermin auf dem Areal der Bereitschaftspolizei in Dresden hinter dem "System zur anlassbezogenen mobilen automatischen Kennzeichenerkennung" (AKES). Foto: dpa

Dresden. Auf der Jagd nach Kriminellen kann die Polizei in Sachsen künftig vom Straßenrand aus per Kamera die Kennzeichen vorbeifahrender Autos erfassen.

Steht ein Wagen auf der Fahndungsliste - etwa weil er gestohlen wurde -, wird das von dem mobilen System namens CatchKen erkannt und gemeldet. Die Polizei kann das gesuchte Fahrzeug dann verfolgen und anhalten. Innenminister Markus Ulbig (CDU) stellte das sogenannte automatisierte Kennzeichenerkennungssystem am Montag in Dresden vor. „Im Kampf gegen Autoschieber ist das ein weiterer Baustein“, sagte Ulbig.

Sechs Geräte hat die Polizei angeschafft und auf die verschiedenen Direktionen im Land verteilt. Rund 150.000 Euro seien für das Projekt veranschlagt, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag zu diesem Thema.

Bestohlene müssen schnell handeln

Autodiebe sollen das vorrangige Ziel der Ermittler sein, die mit der auf einem Dreibein montierten Kamera und angeschlossenem Computer künftig ähnlich wie bei Geschwindigkeitskontrollen unterwegs sind. Die rechtmäßigen Besitzer der Fahrzeuge und auch die Polizei müssen allerdings schnell handeln. „Die Voraussetzung, dass ein Treffer angezeigt wird, ist, dass ein Auto als gestohlen gemeldet wurde“, erläuterte der Minister. Das heißt: Rauscht der Wagen an einer der Kameras vorbei, bevor er im Fahndungssystem registriert ist, passiert gar nichts. Denn nur bei einem Treffer wird das erfasste Bild gespeichert. Alle anderen Kennzeichen, so versichert Ulbig, vergisst das System gleich wieder.

In einer Testphase hatte die Polizei nach Angaben aus der Kleinen Anfrage insgesamt mehr als 18.000 Kennzeichen erfasst. Autodiebe gingen dabei allerdings nicht ins Netz, nur zwei Fahrer, die ihr Fahrzeug nicht versichert hatten - was auch eine Straftat darstellt.

Generell beschränkt auf den Einsatz gegen Autodiebe sind die Systeme auch künftig nicht. „Es gibt keine Grenzen bezogen auf die Deliktarten“, sagte Ulbig. Somit könnten auch andere Straftäter auf diese Weise selbst aus dem dichtesten Verkehr gezogen werden. Allerdings nur, wenn ihr Fahrzeug zur Fahndung ausgeschrieben ist. (dpa)

Drucken Empfehlen

  • Facebook
  • Twitter