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Freitag, 12.01.2018

Sachsen stellt vor neuem Schuljahr Seiteneinsteiger ein

Bewerber ohne Lehrerausbildung müssen eine dreimonatige Fortbildung absolvieren. Bisher fehlten sie zu Schuljahresbeginn.

Von Andrea Schawe

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Dresden/Chemnitz. Sachsens Kultusministerium will Seiteneisteiger in Zukunft vor Schulbeginn einstellen. Zum 1. Mai sollen etwa 400 Stellen mit Bewerbern ohne reguläre Lehrerausbildung besetzt werden. Nach einer dreimonatigen Einstiegsqualifizierung stehen sie rechtzeitig zum Beginn des Schuljahres 2018/19 vor den Klassen. Bewerbungen seien ab sofort möglich, teilt das Kultusministerium mit. Voraussetzung ist ein Hochschulabschluss.

Bisher begann die Einstiegsqualifikation kurz vor Beginn des Schuljahres oder erst danach. Zu Beginn des aktuellen Schuljahres fehlte mehr als die Hälfte der neu eingestellten Seiteneinsteiger, weil sie die Qualifikation erst Ende November abschlossen – etliche Unterrichtsstunden fielen aus. Auch im laufenden Einstellungsverfahren zum 1. Februar beginnt ein Teil der Seiteneinsteiger im Januar mit der Qualifizierung, die anderen erst im März.

Noch im Herbst scheiterte das Vorhaben an der Personalvertretung der Lehrer. Das Gremium aus Lehrer- und Gewerkschaftsvertretern hatte Ende September die Idee zwar befürwortet, aber mehrere Bedingungen gestellt. Es ging unter anderem um genügend Plätze für die Weiterbildung der Seiteneinsteiger an den Hochschulen, eine angemessene Anzahl an Wochenstunden für Mentoren, ein bewerberfreundlicheres Verfahren und Entlastungen für alle Lehrer.

In der Sitzung am Mittwoch stimmte der Lehrerhauptpersonalrat nach Verhandlungen mit Kultusminister Christian Piwarz (CDU) doch zu. „Ich bin froh und dankbar, dass der Lehrerhauptpersonalrat jetzt meiner Bitte entsprochen hat“, so der Minister. Eine „termingerechte“ Einstiegsfortbildung war auch Teil der Absichtserklärung der Koalition aus CDU und SPD kurz vor der Wahl von Michael Kretschmer (CDU) zum neuen Ministerpräsidenten im Dezember.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. kein Fan

    Die CDU preist die Seiteneinsteiger als Heilmittel für die eigenen jahrelangen Versäumnisse. Seiteneinsteiger sind fachlich sicher fit, haben aber null Ahnung von Didaktik und genau das ist es doch, was einen Lehrer ausmacht. Herr Piwarz, bei Bauchweh gehen Sie doch bitte zu einem Metzger anstelle einem Facharzt. Der Metzger hat auch Ahnung von Anatomie, zumindest der des Schweins, aber die sind uns genetisch doch recht nahe. Ärztemangel begegnen wir auch mit Seiteneinsteigern? Es wäre so witzig, wenns nicht so ernst wäre.

  2. Mars

    Da hat sich der Personlarat ja ganz schön übers Ohr hauen lassen. Jetzt werden die Seiteneinsteiger zwar vor dem Job ausgebildet (eine Selbstverstädnlichkeit!), aber an den Schulen gibt es keine Stunden für die Mentoren. Herr Piwarz - alles klar?

  3. BigAl

    Das große Problem dabei ist, dass die Quereinsteiger zunächst drei Monate extern ausgebildet werden und dann erst an die Schulen kommen. In diesem Fall folgen hier sechs Wochen Sommerferien und dann erst kommt der erste Praxiserfahrungen. Nach nur sechs Wochen Praxis ist demnach bereits die sechsmonatige Probezeit vorbei und die Quereinsteiger erhalten einen UNBEFRISTETEN Arbeitsvertrag. Sollte es in den nächsten Jahren wieder genug "echte" Lehrabsolventen geben sind diese Stellen bereits besetzt.

  4. cum laude

    @3 Sie haben vollkommen Recht. Ich erlebe es täglich, wie die "ausgebildeten"Seiteneinsteiger unbefristet im Schulalltag vor die Hunde gehen. Dabei Klassen komplett zerwirtschaften und anderen Kollegen somit noch mehr Arbeit aufdrücken. Hinzu kommt, dass von den gescheiterten Quereinsteigern es kaum einer hinbekommt, die Konsequenz aus seiner Unfähigkeit zu ziehen. So haben wir sie mittlerweile zu TAUSENDEN an unseren Schulen. Wofür Lehrer 2 Jahre Referendariat absolvieren, sollen diese Menschen es mit 3 Monaten Schnellausbildung hinbekommen? In ein paar Jahren sind das die Mentoren der Seiteneinsteiger von morgen. Gute Nacht Bildung! Und für dieses Szenario haben wir 3 Kultusminister gebraucht. Mir graut vor Ende Januar...

  5. JPetters

    Es ist klar, was passieren muss: Die selbstgefällig herrschende CDU hat die Bildung in Sachsen an die Wand gefahren - die nächsten Wahlen kommen!!! Wählt diese Leute ab!

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