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Dienstag, 19.08.2014

Sachsen setzt auf digitale Strategie beim Tourismus

Die Sonne geht über Sachsen auf und Regierungschef Stanislaw Tillich schaut dem Naturschauspiel von einem Felsen aus zu: Im Wahlkampf geht es nicht nur um Themen, sondern auch um Bilder.

Papstdorf. Per Mausklick ins Urlaubsparadies: Sachsen will seine digitale Offensive im Tourismus verstärken und setzt dabei auf soziale Medien wie Facebook, Twitter oder Youtube. Vorreiter ist dabei die Ferienregion Sächsische Schweiz, die auch beim Marketing inzwischen weniger auf klassische Messeauftritte setzt und stattdessen online Kundschaft lockt. Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) traf sich am Dienstag auf dem Papststein - einem markanten Felsen des Elbsandsteingebirges - mit Touristikern der Region zum Erfahrungsaustausch.

Tillich zufolge geht es darum, in Deutschland und der Welt ein geschlossenes Bild Sachsens als Urlauberregion zu verbreiten. Es müsse es eine gemeinsame Vermarktung geben. Vor allem gehe es darum, die Qualität der Angebote zu verbessern. Als Beispiel für digitale Angebote nannte Tillich unter anderem moderne Buchungssysteme und Apps. Der Tourismusverband Sächsische Schweiz hat bereits drei dieser Applikationen für mobile Geräte im Angebot.

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Für Andreas Lämmel, Präsident des Landestourismusverbandes (LTV), gibt es trotz steigender Touristenzahlen noch viel zu tun. Lämmel bezifferte den Investitionsstau auf 500 Millionen Euro. Schwerpunkt seien das Beherbergungsgewerbe und die Gastronomie. Als Beispiel nannte er Erneuerungsinvestitionen und die bauliche Substanz. Lämmel hält das inzwischen für ein gesamtdeutsches Problem. Im Osten sei die Ertragslage der Unternehmen allerdings schwächer. Nach LTV-Angaben erwirtschaftet die Tourismusbranche in Sachsen mit 210.000 Beschäftigten pro Jahr 7,4 Milliarden Euro Umsatz.

Die Sächsische Schweiz hofft indes auf eine deutliche Belebung des Geschäfts rund um den Deutschen Wandertag 2016. „Wir bekommen die Möglichkeit, auf einen Schlag Zehntausende Wanderfreunde aus ganz Deutschland für das Elbsandsteingebirge zu begeistern“, sagte Klaus Brähmig, Chef des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. Beim 116. Deutschen Wandertag vom 22. bis 27. Juni 2016 werden bis zu 50.000 Teilnehmer erwartet.

Tillich nutzte den Auftritt in der landschaftlich reizvollen Gegend auch für Bilder im sächsischen Wahlkampf. Vor Sonnenaufgang bestieg er mit Ehefrau Veronika und mehr als zwei Dutzend Gefolgsleuten den gut 450 Meter hohen Papststein. Gegen 6 Uhr ging die Sonne auf, Tillich schaute vom Tafelberg aus zu. Sachsen wählt am 31. August einen neuen Landtag. (dpa)

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