Dienstag, 25.12.2012

Sachsen ist ein Zuzugsland

Es kommen wieder mehr Menschen in den Freistaat als von hier fortgehen. Beliebt ist Sachsen vor allem bei Zuwanderern aus den neuen Bundesländern. Für ein Bevölkerungsplus reicht das aber nicht.

Von Gunnar Saft

Dresden. Seit 50 Jahren geht die Bevölkerungszahl in Sachsen kontinuierlich zurück. Auch die Prognosen sind nicht sehr optimistisch: Während zurzeit etwa 4,14 Millionen Menschen im Freistaat leben, rechnet das Statistische Landesamt für das Jahr 2025 mit nur noch 3,65 Millionen Einwohnern.

Doch nun registrierten die Statistiker für das Jahr 2011 seit langem wieder einen positiven Wanderungssaldo. Erstmals seit 1997 zogen demnach wieder mehr Menschen nach Sachsen als von hier fortgingen. Und der Positivtrend hat auch im ablaufenden Jahr 2012 angehalten. Allein im August kamen 1260 Menschen mehr ins Land als es verließen. Das war der beste Monatswert seit der Wiedervereinigung. Die Zuzugsgewinne verteilen sich bisher allerdings ausschließlich auf die drei Metropolen Leipzig, Dresden und Chemnitz.

Knapp die Hälfte des Wanderungsgewinns betraf Zuzügler der für Sachsens Arbeitsmarkt wichtigen Altersgruppe der 25- bis 65-Jährigen. „Das spricht für den Freistaat, der offensichtlich für immer mehr Menschen attraktiv zum Arbeiten, Wohnen und Leben wird“, sagt der zuständige Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP).

Beliebt ist Sachsen vor allem bei Menschen, die zuvor in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, aber auch im Saarland und in Niedersachsen lebten. Gegenüber diesen Bundesländern konnte der Freistaat Wanderungsgewinne erzielen. Verluste muss man dagegen weiterhin gegenüber Berlin, Bayern und Baden-Württemberg hinnehmen.

Dass es trotz des mittlerweile positiven Wanderungssaldos noch immer nicht für ein Bevölkerungsplus reicht, liegt an den niedrigen Geburtenzahlen in Sachsen. So wurden zwischen 1990 und 2011 zwar 692.000 Kinder geboren. Im gleichen Zeitraum starben hier aber 1,17 Millionen Menschen. Mittlerweile steigt die Geburtenzahl jedoch wieder an.