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Freitag, 13.10.2017

Sachsen hat gute Grundschüler

Viele Viertklässler sind in Deutsch und Mathe spitze, so eine Studie. Doch in den Schulen wird sich einiges ändern.

Von Andrea Schawe

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Lesen, Zuhören, Rechnen: Im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt der Freistaat unter den besten Drei hinter Bayern. Nur in der Rechtschreibung gibt es Nachholbedarf.
Lesen, Zuhören, Rechnen: Im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt der Freistaat unter den besten Drei hinter Bayern. Nur in der Rechtschreibung gibt es Nachholbedarf.

© dpa

Dresden. Sachsens Grundschüler gehören zu den besten in Deutschland. Das ist das Ergebnis eines bundesweiten Ländervergleichs, den die Kultusministerkonferenz in Berlin vorstellte. In der Studie wurde untersucht, ob Viertklässler die von den Kultusministern vorgegebenen Bildungsstandards in Deutsch und Mathematik erreichen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr mehr als 29 000 Jungen und Mädchen in etwa 1 500 Schulen getestet, darunter 101 Förderschulen. In Sachsen machten 86 per Zufallsverfahren ausgewählte öffentliche Schulen und drei freie Schulen mit. Die SZ stellt die Ergebnisse vor.

Ergebnis 1: Gute Leistungen im Fach Deutsch

Sachsens Grundschüler schneiden beim Lesen gut ab. Mehr als 85 Prozent der Viertklässler erreichten den Regel- oder Optimalstandard, nur sieben Prozent der Schüler konnten die Mindestanforderungen nicht erfüllen – Platz 2 hinter Bayern. Im Zuhören verbessert sich Sachsen auf Platz 3 in der Spitzengruppe hinter Bayern und Schleswig-Holstein. Bei der Rechtschreibung liegen Sachsens Schüler auf Rang 3. Fast 20 Prozent der Schüler verfehlen die Mindeststandards im Bereich Orthografie, mehr als die Hälfte übertrifft sie, etwa zehn Prozent der Schüler sind sehr gut.

Ergebnis 2: Besonders viele leistungsstarke Schüler in Mathe

Fast ein Fünftel der sächsischen Schüler erreicht in Mathematik Kompetenzen, die die Erwartungen der Kultusminister deutlich übertreffen. In keinem anderen Bundesland ist der Anteil höher. Nur etwa acht Prozent der Schüler erfüllen nicht die Mindestanforderungen. Im Ländervergleich landet Sachsen damit auf Platz 2 hinter Bayern. Die Viertklässler müssen Aufgaben lösen, die zeigen, wie gut sie im Rechnen, im Erkennen von Mustern, im Vergleichen oder Schätzen von Größen und in Geometrie sind.

Ergebnis 3: Sachsen stellt sich
gegen den bundesweiten Trend

Sachsen gehört zu den wenigen Ländern, in denen die Leistungen zwischen 2011 und 2016 stabil geblieben sind. „Das ist angesichts der sehr angespannten Lehrersituation in den Schulen und der zunehmend heterogenen Schülerschaft ein großer Verdienst und Erfolg der Lehrer in unseren Grundschulen“, sagt Kultusstaatssekretär Frank Pfeil. Im deutschlandweiten Durchschnitt schneiden die Grundschüler im Vergleich zu 2011 schlechter ab. Im Bereich Zuhören ist der Anteil der Kinder, die die Regelstandards erreichen oder übertreffen von 74 auf 68 Prozent gesunken, im Bereich Orthografie von 65 auf 55 Prozent. Auch in Mathematik waren die Leistungen der Schüler schlechter als vor fünf Jahren. Schlusslichter im deutschlandweiten Vergleich sind Berlin und Bremen. Dort verfehlte mehr als ein Fünftel der Schüler die Mindeststandards im Lesen, auch im Zuhören waren diese Schüler die schlechtesten. Mehr als ein Drittel der Bremer Grundschüler erfüllen nicht die Anforderungen in Mathe oder können nicht richtig schreiben.

Ergebnis 4: Andere Schülerschaft als vor fünf Jahren

Die Bedingungen an Grund- und Förderschulen haben sich verändert. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund lag 2016 deutschlandweit bei etwa 34 Prozent – etwa ein Drittel mehr als 2011. Auch Inklusion spielt eine Rolle, mehr Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine Regelschule. „Die heterogene Schülerschaft stellt die Länder vor große Herausforderungen“, sagte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann. Sachsens Staatssekretär mahnte, der Freistaat dürfe sich auf den Lorbeeren nicht ausruhen. „Wir werden die Studie auswerten, um daraus Schlussfolgerungen zur Absicherung einer hohen Unterrichtsqualität abzuleiten.“ Sachsen müsse sich anstrengen, um ausreichend Grundschullehrer auszubilden und für den Einsatz im sächsischen Schuldienst zu gewinnen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Reflexartig

    Daran ist nur PEGIDA und der Erfolg der AfD Schuld...., oh sorry, ich habe meine Reflexe nicht in der Gewalt. Die Studie geht übrigens noch weiter. Für den erstmaligen Rückgang der der Lese-, Schreib- und Mathekompetenz seit 2011 in vielen Bundesländern wird auch ein, bedingter, Zusammenhang zur Anzahl der Migranten gemacht. Vielleicht steht Sachsen deshalb noch so gut da? Sachsen hat sich nicht verbessert, es ist nur nicht abgerutscht wie andere Bundesländer.

  2. Reflexartig

    2x der ist nicht die. ;-)

  3. Andi71

    Wie es scheint, sind die Lernergebnisse im stockkatholischen konservativen Bayern und im braunen-konservativen Sachsen die besten in Deutschland. Warum hinken die bunten Multikultiländer hinterher oder warum sind deren Resultate gesunken? Vielleicht wird in den konservativen Ländern mehr Wert auf fachliches Wissen und weniger auf sexuelle Früherziehung, Genderwissenschaft, Rethorik usw gelegt. Vielleicht werden in Sachsen weniger "neue Methoden des Lernens", sondern traditionellen und bewährten Methoden angewendet. Meine Enkelin wurde nach der neuen Methode "Schreiben lernen durch sprechen" unterrichtet und da schrieb sie mir, dass sie eine Schachtel "Schelebananen" haben möchte. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich wusste was sie meinte. Man erlaubt den Kindern sich eine Falschschreibung einzuprägen und später die richtige Schreibung und noch zusätzlich das Merken, welche der beiden Schreibweisen die richtige ist. Für ein Wort sind damit drei Informationen im Kopf. MfG Andi 71

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