Mittwoch, 09.01.2013

Sachsen gegen die Wall Street

Mehr als zwei Milliarden Euro hat die frühere Landesbank in US-Ramschhypotheken investiert. Nun klagt der Verwalter der Wertpapiere gegen die Deutsche Bank und andere große Institute.

Von Ulrich Wolf

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Mehr als zwei Milliarden Euro hat die frühere sächsische Landesbank in US-Ramschhypotheken investiert.
Mehr als zwei Milliarden Euro hat die frühere sächsische Landesbank in US-Ramschhypotheken investiert.

©dpa

Dresden. Die Kapitalmarktgeschäfte der früheren Landesbank Sachsen beschäftigen nun auch das oberste Gericht von New York. Amerikanische Wirtschaftsanwälte haben gleich acht Klagen im Auftrag der irischen Firma Sealink eingereicht. In dieser sächsischen „Bad Bank“ schlummern jene riskanten Wertpapiere, die die Landesbank 2006 und 2007 von Investmentbanken gekauft hatte. Aus dem Sealink-Portfolio resultiert bislang ein Verlust von 500 Millionen Euro, der aus sächsischen Steuereinnahmen beglichen wurde.

Sealink will die Kaufverträge für nichtig erklären lassen – und klagt deshalb gegen alles, was an der Wall Street Rang und Namen hat. Allein von der Deutschen Bank verlangt die Gesellschaft 735 Millionen Euro zurück. 620 Millionen Euro will Sealink von der zweitgrößten britischen Bank Barclays wiederhaben. Weitere Klagen gibt es gegen die Royal Bank of Scotland, die Schweizer Finanzinstitute UBS und Credit Suisse sowie die US-Geldhäuser Bank of America, Citi und Goldman Sachs. Insgesamt geht es um gut 2,5 Milliarden Euro.

Sealink wirft den Geldhäusern vor, falsche Angaben zu den mit US-Hypotheken unterlegten Wertpapieren gemacht zu haben. In der Klage gegen die Deutsche Bank ist von Betrug die Rede. Das Geldhaus habe die Investoren über die Qualität der Kreditpapiere vorsätzlich getäuscht und die dahinter stehenden Risiken verschwiegen.

Das sächsische Finanzministerium wollte die Klagen nicht kommentieren. „Wir haben darauf keinen Einfluss“, sagte ein Sprecher. Die Deutsche Bank hält die Klage für unbegründet.

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Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentare

  1. roba

    Wer war - nicht wer ist - der "intelligenteste" Finanzminister Sachsens "aller Zeiten" nach der Wende? Horst Metz heißt er; was war er: Abteilungsleiter des VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (WAB) Dresden. Wer hat sich zumindest in seinen Fähigkeiten getäuscht: Miilbradt. Wen hat der zum Nachfolger gemacht? Tillich, den ungebildeten Kader. Da kann man nur sagen: arme Sachsen, von Deppen gebeutelt, aber selbst auch nicht klüger!

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