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Montag, 11.02.2013

Riesensaal im Dresdner Schloss bereit zum Turnier

Getafelt, getanzt und gefeiert wurde einst im Riesensaal des Dresdner Residenzschlosses. Fast 300 Jahre nach dem Verschwinden durch Umbau ist er zurück - in ursprünglicher Dimension und mit neuer Nutzung: statt Ballroben glänzen Ritterrüstungen.

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Dirk Syndram, Direktor der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen, im wiedererstandenen Riesensaal des Residenzschlosses vor einem Prunkharnisch.
Dirk Syndram, Direktor der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen, im wiedererstandenen Riesensaal des Residenzschlosses vor einem Prunkharnisch.

© dpa

Dresden. Rittertum und Turnierwesen: Mit dem Riesensaal eröffnen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in einer Woche die zweite Präsentation der einst kurfürstlich-königlichen Rüstkammer im Residenzschloss. Für die Schau in dem 750 Quadratmeter großen Raum legen Restauratoren derzeit letzte Hand an. An den beiden auf Podesten nachgestellten Turnierszenen werden noch Lanzen und Reiter ausgerichtet. „Wir sind eine Woche vor der Eröffnung fertig“, sagt Rüstkammer-Direktor Dirk Syndram.

Im 60 mal 13 Meter messenden Riesensaal, wo einst prunkvoll getafelt, Gesandte ferner Länder empfangen oder rauschende Bälle gegeben wurden, zeugen 24 prachtvoll verzierte und getriebene Harnische in Gold und Silber in großen Vitrine vom einstigen Glanz der Fürsten. „Wir zeigen hier, was die Ritter ausmachte - im Selbstverständnis und im Verständnis ihrer Zeit“, erklärt Syndram. „Das war der Adel, vertreten durch einen der höchsten Adligen des Heiligen Römischen Reiches, den Kurfürsten von Sachsen.“

Mit Ausstellungsbeginn am 19. Februar ist dann der Hauptsaal des 1945 zerstörten und seit 1986 mit Millionenaufwand rekonstruierten Schlosses wieder zugänglich. Dort ist eine Auswahl der kostbarsten Prunkwaffen-, Harnisch- und Kostümsammlungen weltweit arrangiert. Zu den rund 400 Objekten gehören fast zwei Meter lange Turnierschwerter aus Spezialeisen, kunstvoll verzierte Turnier- und Prunkharnische, Waffen und Feldharnische, mit denen Ritter aber nie in die Schlacht zogen, sowie filigran bestickte und samtbezogene Reitsättel.

„Wir haben Kunstwerke daraus gemacht“

„Es ist keine Militariasammlung, es sind Zeugnisse fürstlicher Repräsentation“, sagt Syndram. Im Mittelpunkt stehe das Turnier als Bestandteil des Zeremoniells und der höfischen Feierlichkeiten seit Ende des 15. Jahrhunderts. „Mit stehenden Bühnenbildern holen wir den einstigen Schauplatz in den Turniersaal, der früher Festsaal war.“ Der Blick durch die Fenster in den rekonstruierten Schlosshof steuere die reale Kulisse bei. Vorlage für die Inszenierungen waren Gemälde, die ebenfalls zu sehen sind.

Für die Darstellung des Scharfrennens zwischen Kurfürst August und Fabian von Schöneich um 1550 und das Welsche Gestech wurden fünf edle Rösser geschnitzt. „Beim Scharfrennen war Sieger, wer den Gegner mit der Lanze vom Pferd stieß, beim Welschen Gestech der, der an dessen Brustpanzer die eigenen Lanze brach“, erklärt Syndram. Insgesamt formte ein Bildhauer neun Pferde und ein Pony für die zweite Schau der Rüstkammer im Schloss. Darauf sitzen in Vitrinen edle Ritter Spalier - in Prunkharnischen und farbigen Straußenfedern auf den Helmen. Auch die jeweils passenden Waffen sind zu sehen. „Wir haben Kunstwerke daraus gemacht“, sagt Syndram. (dpa)

Leser-Kommentare

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  1. Jürgen

    Dumm baut gut Studie des Weltwirtschaftsforums: Die Top-Weltkulturerbestätten damit punktet Deutschland bei Touristen 2012 wurde die Schallmauer von 400 Millionen ausländische Übernachtungen durchbrochen. Anteil am Deutschland-Boom haben die 350 Kurorte und Heilbäder, die viele Wellness-Urlauber anziehen. Deutschland belegt weltweit den zweiten Platz bei internationalen Messen und Ausstellungen und Platz fünf bei den Weltkulturerbestätten. Das ist das Ergebnis einer Tourismus-Studie des Weltwirtschaftsforums.

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