Montag, 10.12.2012
So reagiert Dynamo Dresden auf das Urteil
Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller und Dr. Jörg Heyer, der den Verein in der Verhandlung als Anwalt vertrat, sind tief enttäuscht über das drakonische Urteil. „Das Sportgericht hat uns bescheinigt, dass Dynamo Dresden nichts falsch gemacht hat. Es bestraft uns trotzdem und zwar noch härter als beim letzten Mal, obwohl wir da auch schon nichts falsch gemacht haben. Das ist ein Teufelskreis, der die Existenz unseres Vereins bedroht und uns die Fan- und Sicherheitsarbeit wirtschaftlich und inhaltlich immer schwerer macht“, sagte Christian Müller. „Perspektivisch verschärft diese Rechtsprechung das gesellschaftliche Problem, vor dem der deutsche Fußball steht, statt es zu lösen.“
Im Laufe der achtstündigen Verhandlung in der Frankfurter DFB-Zentrale hatte Dynamo argumentativ und mittels Zeugenaussagen nochmals belegen können, dass dieVerantwortlichen des Vereins im Vorfeld und am Spieltag gewohnt professionell und angemessen mit den Herausforderungen der brisanten Partie umgegangen waren. Die Arbeit des Fan- und Sicherheitsbeauftragten sowie die umsichtigen Reaktionen der 16 Dresdner Ordner an jenem Abend wurden auch vom Richter ausdrücklich positiv hervorgehoben.
Laut Dynamo-Geschäftsführung wurde dieser Einsatz von zu vielen Besuchern des Gästeblocks konterkariert: Durch einen Sturm des Einlasses, den Einsatz von Pyrotechnik, das Werfen von Gegenständen, das Betreten des Innenraumes und das aggressive Auftreten. Alles zusammen sorgte dafür, dass die Sportgemeinschaft erneut bundesweit in Misskredit geraten ist und sich als verschuldensunabhängig Haftender nun erneut einer drastischen Sanktion gegenübersieht.
Dynamo-Geschäftsführer schämt sich
Stellvertretend für Dynamo brachte Christian Müller im Rahmen der Verhandlung sein Beschämen über die Vorfälle und das abstoßende Auftreten einer Minderheit der an diesem Abend über 10.000 schwarz-gelben Anhänger zum Ausdruck.
Dr. Jörg Heyer hatte für den Verein eine möglichst milde Strafe beantragt. Er brachte in seinem Schlussplädoyer die Hoffnung zum Ausdruck, dass die „verschuldensunabhängige Haftung“ im Dialog zwischen Verbänden und Vereinen so bald wie möglich überdacht wird: „Sie passt nicht zu dem Konzept, dass sich wiederholende Vergehen zu immer härteren Strafen führen. Ein Verein, dem attestiert wird, dass er alles in seiner Macht stehende tut, steht solchen Vorfällen und den sich daraus ergebenden immer drastischeren Konsequenzen hilflos gegenüber".
Das Phänomen, dass Menschen am Rande von Fußballspielen Straftaten begehen, stünde laut Jörg Heyer offensichtlich nicht im Kausalzusammenhang mit den Bemühungen der Vereine, dies zu verhindern. "Wäre das so, hätte Dynamo Dresden diese Probleme nicht. Der Ansatz der Kollektivbestrafung hat sich nicht bewährt, er funktioniert nicht", so Heyer. Allerdings wandte das Sportgericht dieses Prinzip nun aber erneut an, heißt es in der Mittelung der SGD - "Die Gremien der SG Dynamo Dresden werden in den kommenden Tagen beraten, ob sie dem Urteil zustimmen oder vor dem DFB-Bundesgericht in Berufung gehen". (szo)
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Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller und Dr. Jörg Heyer, der den Verein in der Verhandlung als Anwalt vertrat, sind tief enttäuscht über das drakonische Urteil. „Das Sportgericht hat uns bescheinigt, dass Dynamo Dresden nichts falsch gemacht hat. Es bestraft uns trotzdem und zwar noch härter als beim letzten Mal, obwohl wir da auch schon nichts falsch gemacht haben. Das ist ein Teufelskreis, der die Existenz unseres Vereins bedroht und uns die Fan- und Sicherheitsarbeit wirtschaftlich und inhaltlich immer schwerer macht“, sagte Christian Müller. „Perspektivisch verschärft diese Rechtsprechung das gesellschaftliche Problem, vor dem der deutsche Fußball steht, statt es zu lösen.“(...)
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http://www.sz-online.de/sachsen/regionalsport/so-reagiert-dynamo-dresden-auf-das-urteil-2464275.html