Sonntag, 09.12.2012

Punktsieg für Savchenko/Szolkowy im Paarlauf-Fernduell

Wegen einer hartnäckigen Grippe konnten sich Savchenko/Szolkowy nicht für das lukrative Grand-Prix-Finale in Sotschi qualifizieren. Dafür glänzten sie in Dortmund und ihre russischen Rivalen patzten.

Von Tatjana Flade und Klaus-Reinhold Kany

Sotschi/Dortmund. Die viermaligen Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy haben im Paarlauf-Fernduell einen Punktsieg gegen ihre russischen Rivalen Tatjana Wolossoschar/Maxim Trankow gelandet. Während die Sachsen bei der NRW-Trophy in Dortmund mit kleineren Patzern bei den Sprungelementen eine insgesamt solide Kür nach Savchenkos Krankheitspause zeigten, leistete sich Trankow zwei kapitale Stürze beim Grand-Prix-Finale in Sotschi.

„Man kann zwei Wettbewerbe nicht mit einander vergleichen, es sind andere Preisrichter und es ist eine andere Atmosphäre", sagte Szolkowy, der sich freute, wieder einmal in Deutschland zu starten. Das Kurzprogramm blieb fehlerfrei, während Savchenko in der Bolero-Kür bei den Einzelsprüngen noch etwas schwächelte. Bis zur Europameisterschaft im Januar in Zagreb, wo sie auf die Russen treffen, will Savchenko wieder gesund sein nach ihrer Nasennebenhöhlenerkrankung.

Keine schrillen Kostüme mehr

„Es war richtig, dass wir gekommen sind und uns den Preisrichtern noch einmal gezeigt haben", sagte Coach Ingo Steuer. Auch die völlig geänderten Kostüme kamen gut an, beim Auftakt in Kanada waren sie zu schrill. In Dortmund liefen sie allerdings vor wenigen Zuschauern. Die vielen koreanischen Fans, die wegen der begeistert gefeierten Olympiasiegerin Kim Yu-Na fast die ganze Halle belegt hatten, interessierten sich nicht fürs Paarlaufen.

Die Punktzahlen verschiedener Wettbewerbe lassen sich zwar schlecht vergleichen, die Leistungen aber schon. „Wenn die Deutschen hier gewesen wären, hätten sie gewonnen", meinte der zweifache Weltmeister Jian Tong aus China, der mit Partnerin Qing Pang in Sotschi Dritter wurde. Bei den Russen herrschte Ratlosigkeit. „Im Training stürze ich so gut wie nie, und jetzt ist mir das zweimal hintereinander im Wettbewerb passiert", sagte Trankow.

Wolossoschar schob es darauf, dass sie sechs schwierige Schlüsselelemente wie Hebungen, einen Sprung und Würfe in die zweite Hälfte der Kür verschoben haben, um mehr Punkte zu erzielen. Aber Savchenko/Szolkowy machen das nicht anders. Nur gut, dass Wladimir Putin das nicht gesehen hat, denn Wolossoschar/Trankow sind Russlands größte Gold-Hoffnung im Eiskunstlauf für die Spiele 2014.

Der russische Präsident war nur zur Eistanz-Kür da und beobachtete, wie Meryl Davis/Charlie White (USA) die Olympiasieger Tessa Virtue/Scott Moir aus Kanada schlugen. Bei den Herren landete Weltmeister Patrick Chan (Kanada) nach einigen Fehlern sogar nur auf Rang drei. Die Japaner feierten mit Ex-Weltmeister Daisuke Takahashi und Yuzuru Hanuy einen Doppelsieg. Mit Mao Asada setzte sich ebenfalls ein Star aus Japan durch.

Das Finale war der erste große Test für den modernen „Eisberg", der als erste der neuen Olympia-Hallen den Betrieb aufnahm. Die Halle hat nur temporären Charakter und soll nach den Spielen in ein Velodrom umgebaut werden. Auf den ersten Blick wirkt sie grandios, aber wer genauer hinsieht, dem fällt einiger Pfusch auf, wie nicht richtig schließende Türen und lose Deckenpaneele. (dpa)