Sonntag, 09.12.2012

Nur Hüfner schwächelt: Deutsche Rodler deklassieren Konkurrenz erneut

Beim Rodeln nichts Neues. Felix Loch, Natalie Geisenberger sowie die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt freuten sich in Altenberg über ein perfektes Heimspiel.

Von Michael Fox

Altenberg/München. Beim perfekten Heimspiel der deutschen Rodler stand ausgerechnet Olympiasiegerin Tatjana Hüfner im Abseits. Zehn Monate nach ihrem vierten WM-Coup verpasste die 29-Jährige am Wochenende in Altenberg als Fünfte deutlich die Podestränge und muss weiter auf ihren ersten Saisonsieg warten. Ausgelassen durften die Teamkollegen jubeln, Hüfner blieb da nur demonstrative Gelassenheit: „Davon geht die Welt nicht unter", betonte die 29-Jährige.

Immer mehr aus dem Schatten der Olympiasiegerin fährt derweil Natalie Geisenberger, die mit ihrem zweiten Saisonsieg ihre Ansprüche auf den Gesamtsieg untermauerte. Den zweiten Coup im vorolympischen Winter feierte auch Olympiasieger Felix Loch, der zehn Monate nach seinem WM-Sieg in Altenberg mit Bahnrekord seinen bereits zwölften Weltcup-Erfolg einfuhr. Den dritten Sieg im dritten Rennen gab es für die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt.

Vor einer Woche hatte Loch auf seiner Hausbahn am Königssee noch eine empfindliche Niederlage gegen Andi Langenhan hinnehmen müssen. Doch auf seiner WM-Bahn war der Überflieger am Sonntag nicht zu bremsen und machte mit Bahnrekord seinen zweiten Saisonsieg perfekt. „Die Bahn in Altenberg scheint mir zu liegen. Keine Frage", meinte Loch. Langenhan wurde Zweiter, Johannes Ludwig komplettierte als Dritter den erneut bärenstarken Auftritt der deutschen Männer.

Podestplätze reserviert

Der Konkurrenz konnte wieder einmal nur staunen. Zwar fuhr Italiens Altmeister Armin Zöggeler als Vierter vor dem Russen Albert Demtschenko sein bestes Ergebnis im vorolympischen Winter ein. Die Podestplätze scheinen aber allein für Loch und Co. reserviert: In Altenberg und Königssee gab es Dreifacherfolge, zum Auftakt im österreichischen Igls lagen sogar fünf Deutsche vorne.

Ihren ersten Dreifacherfolg im WM-Winter feierten die Frauen um Siegerin Geisenberger, die Kurs auf ihren ersten Weltcup-Gesamtsieg nimmt. „Ich bin topfit, der Schlitten läuft", sagte die Olympia- Dritte nach ihrem zweiten Saisonsieg. „Ich habe dermaßen viel Spaß. Da bekommt man schon beim Fahren das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht." Hinter der Miesbacherin fuhren Anke Wischnewski und Corinna Martini auf die Ränge zwei und drei.

Schwächste Deutsche war auf ihrer WM-Bahn die langjährige Dominatorin Hüfner. In den vergangenen fünf Wintern hatte sich die Olympiasiegerin jeweils die Gesamtwertung gesichert, in der vorolympischen Saison läuft es bei der 29-Jährigen aber noch nicht richtig. Doch Hüfner betonte schon in der Vorwoche: „Wichtig ist es, bei den Rennen im Januar und Februar, wenn die großen Entscheidungen fallen, ganz oben zu sein."

Kein Weg führt dagegen derzeit an den Doppelsitzern Wendl/Arlt vorbei. Der Bayern-Express machte überlegen den dritten Saisonsieg im dritten Rennen perfekt und durfte endlich Versöhnung mit der WM-Bahn feiern. „Den vierten Platz von der WM im vergangenen Winter wollten wir nicht auf uns sitzen lassen", sagte Wendl und gestand schmunzelnd: „Die Bahn wird mir immer sympathischer."

Hinter den Österreichern Peter Penz und Georg Fischler fuhren Toni Eggert und Sascha Benecken auf Platz drei. Das Podium verpassten dagegen die österreichischen Olympiasieger und Weltmeister Andreas und Wolfgang Linger als Fünfte. (dpa)

Drucken Empfehlen

  • Facebook
  • Twitter