Mittwoch, 28.11.2012

Der Bann ist gebrochen: Aue siegt erstmals in der Fremde

Die Negativserie von sieben Auswärtsspielen ohne Sieg ist bei Erzgebirge Aue beendet. Im achten Anlauf gelingt beim FC Ingolstadt der erste Auswärtsdreier der Saison. Hochscheidt und Hensel sorgen für den Sieg.

Von Tina Hofmann

Aues Jan Hochscheidt (r., unten) freut sich mit Nicolas Höfler (l.) und Guido Kocer (r., oben) über sein Tor zum 1:2. Foto: dpa
Aues Jan Hochscheidt (r., unten) freut sich mit Nicolas Höfler (l.) und Guido Kocer (r., oben) über sein Tor zum 1:2. Foto: dpa

Ingolstadt/Aue. Mit einer starken kämpferischen Leistung und einer konsequenten Chancenverwertung hat der FC Erzgebirge Aue seine Negativserie auf fremdem Rasen gestoppt. Das Team von Trainer Karsten Baumann siegte am Mittwochabend in der 2. Fußball-Bundesliga vor 4.305 Zuschauern beim FC Ingolstadt mit 2:1 (1:1).

Damit gelang der Mannschaft aus dem Erzgebirge der erste Auswärtssieg in dieser Saison und seit dem 25. März 2012. Marc Hensel hatte die „Veilchen“ in der 19. Minute in Führung gebracht. Kurz vor der Pause glich Ingolstadt durch einen Foulelfmeter von Stefan Leitl zum 1:1 aus (44. Minute). Zuvor unterlief Kevin Schlitte ein Handspiel im eigenen Strafraum. In der zweiten Hälfte gelang Jan Hochscheidt der „Lucky Punch“ mit dem 2:1 (60.), der die Auer jubeln ließ.

Dabei musste die Mannschaft mit Torhüter Martin Männel (Hüftprellung), Verteidiger Thomas Paulus (Aufbautraining nach Virusinfekt) und Stürmer Ronny König (Muskelfaserriss) auf drei Stammspieler verzichten. „Ich kann heute nur den Hut davor ziehen, wie sich das Team präsentiert hat, vor allem in dieser Zusammenstellung. Das zeigt, dass es eine gute Truppe ist, aber wir haben noch einen langen Weg vor uns“, sagte der Coach nach dem Spiel.

In der Anfangs-Viertelstunde zeigte Aue großen Willen, den Auswärtsbock endlich umzustoßen. Das Team spielte mutig nach vorn und kombinierte sich einige Male ansehnlich in den gegnerischen Sechzehner. Vor einer auch in Ingolstadt 12:12 Minuten schweigenden Fanszene standen die „Veilchen“ zunächst kompakt in der Abwehr und klärten konsequent.

Aus der spielerischen Überlegenheit konnte Hensel dann Kapital schlagen und brachte seine Mannschaft in Führung. Damit beendete der als „Pistolero“ bezeichnete Mittelfeldspieler seine Torflaute von 591 Tagen. Zuletzt hatte der gebürtige Dresdner am 17. April 2011 bei Alemannia Aachen für Aue getroffen.

Nach der Führung verfielen die Erzgebirger zum Leidwesen von Baumann wieder in ihr altes Muster, zu tief zu stehen und sich im eigenen Strafraum vom Gegner einschnüren zu lassen. Fast hätte das ersatzgeschwächte Team die Führung in die Pause gerettet, doch der kapitale Fehler von Schlitte verursachte den Elfmeter und den damit verbundenen Ausgleich.

Ingolstadt kam wesentlich aktiver aus der Kabine und den Gästen gelang es kaum noch, für Entlastung zu sorgen. Aue stand zwar zunächst sicher, aber viel zu tief. In einer Partie auf mäßigem Niveau reichten den „Veilchen“ aber zwei Kontersituationen, um den Siegtreffer zu erzielen. Hochscheidt machte mit seinem sechsten Saisontreffer den ersten Auswärtssieg der Saison klar und ließ die Mannschaft tief durchatmen. (dpa)