Freitag, 14.12.2012
Der Bann ist gebrochen: Aue besiegt Cottbus mit 3:0
Erzgebirge Aue hat die Negativserie gegen Energie Cottbus gestoppt. Erstmals seit April 2005 gewinnt das Team von Trainer Karsten Baumann gegen die Lausitzer. Adlung und Nickenig sehen Rot.
Aues Jakub Sylvestr (r.) jubelt mit Nicolas Höfler über seinen Treffer zum 1:0. Foto: dpa
Aue. Nach sieben Jahren und acht Monaten ist der Bann gebrochen: Der FC Erzgebirge Aue hat in der 2. Fußball-Bundesliga wieder gegen den FC Energie Cottbus gewonnen. Am Freitagabend bejubelten die Erzgebirger 3:0 (1:0)-Sieg gegen den Tabellenvierten.
Jakub Sylvestr sorgte mit einem Doppelpack die Führung. Zunächst verwandelte der Slowake vor 7.050 Zuschauern einen umstrittenen Foulelfmeter (38. Minute), dann traf er in der 80. Minute mit einem sehenswerten Heber. Neuzugang Michael Fink erhöhte schließlich in der 85. Minute auf 3:0.
„Am Ende darf man den Faden so nicht verlieren, da geht die Kritik ganz klar an die Mannschaft", sagte der Cottbuser Trainer Rudi Bommer. In einer turbulenten Schlussphase sahen der Cottbuser Daniel Adlung (88.) und der Auer Tobias Nickenig (90.+2) jeweils nach einer Tätlichkeit noch die Rote Karte. „Die Tabelle lügt nicht und wir stehen dort, wo wir hingehören und das wir verdienen", schätzte Energie-Spieler Ivica Banovic ein.
Im Erzgebirge herrschte allgemeine Zufriedenheit. Mit 23 Punkten aus 19 Spielen geht Aue in die Winterpause. „Wenn man zweimal 3:0 gegen so gute Teams gewinnt, dann ist das schon stark. Jetzt können wir das Weihnachtsfest genießen", sagte Fink, der beim 3:0 auf St. Pauli sein Debüt für die „Veilchen" gegeben hatte. „Er hat sich so in das Spiel eingefügt, als ob er nie woanders gewesen wäre", lobte Coach Karsten Baumann und freute sich über die Punktausbeute: „Ganz wichtig sind die 23 Punkte, die jetzt unter dem Weihnachtsbaum liegen."
Cottbus musste schon vor der Partie eine Hiobsbotschaft hinnehmen, da Top-Stürmer Boubacar Sanogo aufgrund einer Hüftprellung nicht auflaufen konnte. Ihn ersetzte Marco Stiepermann.
Auf dem Rasen fehlte zunächst das Feuer. Beide Mannschaften agierten aus einer kompakten Abwehr. Cottbus gelang es allerdings in den ersten 20 Minuten öfter, die Lücke in der Defensive der Hausherren zu finden. Dennis Sörensen (10.) und Daniel Adlung (22.) scheiterten aber am gut aufgelegten Tormann Martin Männel. Aue kam erst nach dem Elfmeterpfiff und der anschließenden Führung besser ins Spiel.
In der zweiten Hälfte zeigte sich ein ähnliches Bild: Cottbus stürmte über weite Strecken. Aue hingegen hatte die größeren Chancen und hätte das 2:0 machen müssen. Erst köpfte Michael Fink knapp neben den rechten Pfosten (69.), dann parierte René Renno zweimal gegen Jakub Sylvestr sowie Mike Könnecke (74.). Danach patzte der Cottbuser Schlussmann aber mit einem missglückten Abschlag. Das nutzte erneut Sylvestr zum endgültigen Sieg. Fink erhöhte wenig später sogar noch. (dpa)