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Samstag, 02.09.2017

Polizei hält Rechte in Schach

Bundesweit mobilisiert ein linkes Bündnis zur Demo in Wurzen. Protestiert wird gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Ein Großaufgebot der Polizei hält rechte Störer auf Distanz.

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Teilnehmer der Demonstration versammeln sich.
Teilnehmer der Demonstration versammeln sich.

© dpa

  • Teilnehmer der Demonstration versammeln sich.
    Teilnehmer der Demonstration versammeln sich.

Wurzen. Abgesichert von einem massiven Polizeiaufgebot sind in Wurzen bei Leipzig Hunderte linke Demonstranten gegen Rassismus und Neonazis auf die Straße gegangen. Bis zu 400 Menschen zogen am Samstag nach Angaben der Versammlungsbehörde durch die Stadt. Zu dem Protestzug hatte das linksextreme Bündnis „Irgendwo in Deutschland“ aufgerufen. Anmelder war ein Sprecher der Hamburger Roten Flora, der auch die „Welcome to hell“-Demonstration während des G20-Gipfels Anfang Juli mitorganisiert hatte, bei der es zu Ausschreitungen gekommen war. Rechte Störer hiet die Polizei auf Distanz.

Die Demonstration stand unter dem Motto „Das Land - rassistisch, Der Frieden - völkisch, Unser Bruch - unversöhnlich“. Im Aufruf dazu hieß es, die 16 000 Einwohner zählende Stadt solle „entnazifiziert“ werden. Wurzen sei seit mehr als 20 Jahren Schwerpunkt neonazistischer Gewalt und Strukturen in der Region und stehe zugleich exemplarisch für die Situation in Sachsen.

Die Veranstalter warfen außerdem stadtbekannten Neonazis vor, an einem Überfall auf den linken Leipziger Szene-Stadtteil Connewitz im Januar 2016 beteiligt gewesen zu sein. Damals hatte rund 250 Vermummte eine Straße verwüstet.

Immer wieder versuchten Rechtsradikale, die Demonstration auf ihrem Weg durch die Stadt zu stören. Die Polizei hielt die Lager strikt auseinander. Es blieb bei verbalen Auseinandersetzungen und Beschimpfungen. „Eine friedliche Demonstration in Wurzen mit keinerlei gewalttätigen Auseinandersetzungen“, bilanzierte ein Polizeisprecher.

Einige Ladenbesitzer hatten ihre Schaufenster entlang der Demoroute vorab mit Holzplatten gesichert. Schon am Morgen hatte die Polizei eine Strohpuppe mit einem durchgestrichenen Antifa-Symbol beseitigt, die mutmaßlich Rechte an einer Eisenbahnbrücke aufgehängt hatten.

Neben anderen Einheiten war auch das Spezialeinsatzkommando der sächsischen Polizei - das auch während der G20-Krawalle in Hamburg im Einsatz war - deutlich sichtbar vor Ort. Außerdem standen fünf Wasserwerfer bereit; über der Stadt kreiste ein Polizeihubschrauber. Die sächsischen Polizisten wurden von Kollegen das Thüringen und von der Bundespolizei unterstützt. (dpa)