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Montag, 07.03.2016

Pegida und Legida stoßen auf heftigen Gegenprotest

Von Sven Heitkamp, Leipzig

Die patriotische Doppelspitze aus Elbflorenz zeigt Gesicht: Tatjana Festerling und Lutz Bachmann von Pegida am Abend des 7. März in Leipzig.
Die patriotische Doppelspitze aus Elbflorenz zeigt Gesicht: Tatjana Festerling und Lutz Bachmann von Pegida am Abend des 7. März in Leipzig.

© dpa

Leipzig. Pegida und Legida haben am Montagabend das zweite Mal zusammen in Leipzig demonstriert. Die populistischen Bündnisse brachten etwa 800 ihrer Anhänger auf die Straße. Sie marschierten um den halben Innenstadtring und riefen „Festung Europa - macht die Grenzen dicht!“ Während der Kundgebung und an der Aufzugsstrecke protestierten mindestens 1 500 Gegendemonstranten lautstark mit Sprechchören, Trommeln und Tröten.

Die Stadt Leipzig hatte im Vorfeld versucht, den so genannten „Spaziergang“ auf eine kurze Strecke zu begrenzen. Begründung: Ein Friedensgebet in der Thomaskirche sollte nicht gestört werden. Eine Klage von Legida hatte jedoch vor dem Leipziger Verwaltungsgericht Erfolg, das Oberverwaltungsgericht in Bautzen wies gegen Abend zudem die Beschwerde der Stadt gegen die Entscheidung ab. Nur beim Vorbeimarsch vor der Thomaskirche mussten Legida und Pegida so still bleiben, „dass die Geräusche in der Thomaskirche nicht wahrnehmbar seien“. Das Versammlungsrecht und die Religionsfreiheit seien gleichwertig zu beachten, hieß es zur Begründung.

Pegida-Wortführer Lutz Bachmann träumte in seiner Rede angesichts der teils zweistelligen Wahlerfolge von AfD und NPD bei den Kommunalwahlen in Hessen von einer bevorstehenden „Wende 2.0“. Er forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Rücktritt auf und verlangte Neuwahlen noch dieses Jahr. Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling hielt sich indes mit Äußerungen auf der Bühne zurück.

Die Linken-Vizefraktionschefin im Bundestag, Caren Lay, forderte indes Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) auf, stärker gegen Rassismus einzutreten. „Wenn in Sachsen Flüchtlingsheime brennen, will ich den Ministerpräsidenten auf der Straße sehen.“