erweiterte Suche
Dienstag, 26.02.2013

Noch keine Erkenntnisse zu Ermittlungen wegen falscher Bio-Eier

Alles Bio? Zweifel könnten berechtigt sein - auch was Bio-Eier aus Sachsen betrifft, sagt zumindest die ermittelnde Oldenburger Staatsanwaltschaft.

Dresden. Sachsens Behörden haben bislang keine Erkenntnisse über eine Verwicklung von heimischen Agrarbetrieben oder Händlern in den Skandal um Millionen falscher Bio-Eier. „Wir wissen noch von nichts, kümmern uns aber um Auskünfte“, sagte Agrarminister Frank Kupfer (CDU) am Dienstag in Dresden. Ähnlich äußerte sich Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU), die auch für den Verbraucherschutz zuständig ist. Auch der Staatsanwaltschaft Dresden lagen bis zum Nachmittag noch keine Erkenntnisse vor, wie Pressesprecher Lorenz Haase der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Die Oldenburger Staatsanwaltschaft hatte zuvor erklärt, sie habe mehrere Fälle in sieben andere Bundesländer abgegeben, darunter auch an Sachsen. Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie Bio-Betrieben vor allem aus Niedersachsen sollen als angebliche Bio-Eier in den Handel gelangt sein. Die Legehennen sollen in überfüllten Ställen nicht so gehalten und gefüttert worden sein, wie es für die Produktion von Bio-Eiern vorgeschrieben ist.

Bei Kontrollen von Eierproduzenten in Sachsen selbst seien bislang keine derartigen Verstöße ans Licht gekommen, sagte Agrarminister Kupfer. Im vergangenen Jahr habe das zuständige Landesamt 600 Inspektionen bei konventionellen Unternehmen durchgeführt. Die 25 Öko-Betriebe wurden Kupfer zufolge mindestens je einmal ausführlich begutachtet. Ministerin Clauß sagte, die Kontrolldichte in Sachsen sei sehr gut. Der Ruf nach mehr Kontrollen sei verständlich, Sachsen belege aber bei der Intensität der Überprüfungen bundesweit einen der vorderen Plätze.

Vorwiegend übersichtliche Familienbetriebe

Die Gäa - Vereinigung ökologischer Landbau rechnet nicht damit, dass sächsische Bio-Bauern in den Skandal verwickelt sind. Im Freistaat gebe es in diesem Bereich noch relativ überschaubare Strukturen mit geschlossenen Kreisläufen, vorwiegend übersichtliche Familienbetriebe, sagte Claudia Clemens, die beim in Dresden ansässigen Bundesverband für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Heute sei die Situation anders als vor 20 Jahren, wo einige wenige aus Überzeugung an den Start gegangen seien. Heute sei Bio ökonomisch unglaublich attraktiv geworden, das ziehe viele an.

In Sachsen gibt es nach Angaben des Agrarministeriums 488 Legehennenbetriebe. Davon sind 387 Betriebe, die Freilandhaltung betreiben, 67 mit Bodenhaltung, 16 mit Freiland- und Bodenhaltung sowie zwei, in denen Hennen in Kleingruppen gehalten werden. Dazu kommen 25 Öko-Betriebe.

Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen um die falschen Bio-Eier ein Zivilverfahren vor dem Osnabrücker Landgericht. Dabei war aufgefallen, dass ein Landwirt aus dem Emsland statt der im Biostall erlaubten 12.000 Junghennen 15.000 Tiere hielt. Das Gericht leitete die Akte an das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) weiter. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg übernahm schließlich die Ermittlungen. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.