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Mittwoch, 06.11.2013

Neonazis kommen in Hoyerswerda vor Gericht

Hoyerswerda. Vor gut einem Jahr waren eine 34-jährige Frau und ihr gleichaltriger Lebensgefährte in ihrer Wohnung in Hoyerswerda von Neonazis bedroht worden. Der Fall verursachte Aufsehen. Denn die örtliche Polizei soll dem Paar damals empfohlen haben, die Stadt zu verlassen. Das Paar war daraufhin an einen geheimen Ort geflüchtet. Die beschuldigten mutmaßlichen Neonazis müssen sich nun am 19. November vor dem Amtsgericht in Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) verantworten.

Angeklagt sind acht Männer im Alter zwischen 18 und 36 Jahren, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Sie sollen die beiden Opfer am 17. Oktober 2012 in ihrer Wohnung bedroht und beleidigt haben. Den Behörden wurde seinerzeit Kapitulation vor dem Rechtsextremismus vorgeworfen, weil die Polizei ihren Rat zum Verlassen der Stadt damit begründet habe, dass man die Sicherheit des Paares nicht mehr garantieren könne.

Das Gericht hat zehn Zeugen zum Prozess geladen, für den ein Verhandlungstag angesetzt ist. Die Opfer treten als Nebenkläger auf. Sie hatten offenbar den Hass der Neonazis auf sich gezogen, weil sie rechtsextreme Aufkleber in Hoyerswerda entfernt hatten. (dpa)

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