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Montag, 15.02.2016

Naturschutzbund gegen Kiesabbau

Das Vorhaben der Laußnitzer Heide, Deutschlands größte Kiesgrube entstehen zu lassen, erntet Kritik. Ein Loch wie 150 Fußballfelder könnte Folgen für die Wasserreserven der Region haben.

Von Sebastian Frey

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Kiesberge lagerten schon vor Jahren auf dem Gelände des Tagebaus des Kieswerks Ottendorf-Okrilla. Nun soll eine neue Abbaufläche erschlossen werden.
Kiesberge lagerten schon vor Jahren auf dem Gelände des Tagebaus des Kieswerks Ottendorf-Okrilla. Nun soll eine neue Abbaufläche erschlossen werden.

© Archivfoto: Reinhard Kärbsch

Laußnitz. Nördlich von Dresden in der Radeburg-Laußnitzer Heide soll auf einer Fläche von 107 Hektar – das entspricht etwa 150 Fußballfeldern – Deutschlands größte Kiesgrube entstehen. Aufgrund der riesigen Dimensionierung muss geprüft, ob das Vorhaben mit anderen übergeordneten Planungen in Einklang zu bringen ist. „Aus Sicht des Naturschutzbundes Sachsen ist dies ganz klar zu verneinen“, sagt Joachim Schruth, Ansprechpartner für Naturschutzrecht beim Naturschutzbund (Nabu) Sachsen.

Die eingereichten Unterlagen seien unzureichend. Es fehle vor allem der Nachweis, dass der geplante Kiesabbau nicht zu einer Verschlechterung des Wassers in Menge und Güte führt. In seiner Stellungnahme kritisiert der Nabu nicht nur den unzureichenden Artenschutz. „Im unmittelbaren Umfeld wird bereits aktiver Kiesabbau betrieben. Eine ganzheitliche Beurteilung des großflächigen Kiesabbaus mit seinen Folgewirkungen auf die Wälder der Heide mit ihren geschützten Feuchtgebieten ist daher zwingend notwendig.“ Diese liege bisher nicht vor.

Das Vorhaben mache auch deutlich, wie schwierig es selbst für Kommunen und für das Land ist, mit derartigen Planungen umzugehen: So lässt das Bundesberggesetz aus dem Jahr 1980 bei bergbaulichen Planfeststellungsverfahren den Kommunen, Landkreisen und Anrainern nur ein sehr eingeschränktes Mitspracherecht zu. Hier bestehe dringend länderübergreifender Handlungsbedarf, heißt es vom Naturschutzbund.

Die Pläne abgelehnt hat in der vergangenen Woche auch der Gemeinderat von Thiendorf. (szo)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 10 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Norbert Fiedler

    Wie ein Land aussieht wenn man wirtschaftliches Wachstum über Natur- und Landschaftsschutz stellt sieht man gleich hinter der deutschen Grenze, unser Nachbarland sieht immer verwahrloster aus, kein Tourist wird sich hier mehr wohlfühlen. Die Hässlichkeit und Gier die sich auch in Sachsen repräsentiert, ist ein einziges Armutszeugnis. Fährt man aber Richtung Bayern und Österreich fühlt man sich als Mensch richtig wohl, Natur und Landschaften sind traditionell und gepflegt.

  2. Aleister Crowley

    Herr Fiedler, meinen Sie die "Kulturlandschaften" südlich des Erzgebirges? Wie diese zustande gekommen sind, wissen Sie aber, oder? Wie kann man eigentlich den Raubbau aus sozialistischen Tage auf Sachsen projizieren? Leider hatten auch die Tschechen keinen Wiedervereinigten, der ihnen bei der Sanierung hilft und deshalb sieht das noch ziemlich schlimm da aus.

  3. Sedl

    Warum soll ich nach Bayern fahren? Haben wir in Sachsen nicht genug Erfolge vorzuweisen. Das Lausitzer Seenland. Ist eines der Urlaubsgebiete in Deutschland wo jedes die Urlauberzahlen zunehmen. Aber wie es zurzeit ist in dieser Gesellschaft der Gesprächskultur, eine Behauptung wird als Tatsache dargestellt und dies ohne Beweise.

  4. traurige Orte

    Zu Norbert Fiedler Tschechien wurde bis zur Vertreibung von 1945 von Deutschen besiedelt. Daher der wenig sensible Umgang mit der Natur in dieser Gegend. Die Neubürger kamen von überall her und sind bis heute nicht heimisch und das sieht man leider.

  5. tschle

    Gibt es irgendein Vorhaben bei dem die Umweltschützer nicht die Keule der Unvereinbarkeit von Vorhaben und Naturschutz hervorholen? Ohne Eingrigffe in die Natur käßt sich unser Leben so nicht führen - aber das scheint ja nicht wichtig. Hauptsache der (stinkende) LKW beliefert (über die marode) Königsbrücker pünktlich den Bioladen und der Flieger zum nächsten Meeting startet pünktlich!

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