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Donnerstag, 19.08.2010

Nahverkehr wird teurer und schlechter

Bus und Bahn sollen ab April spürbar mehr kosten. Einige Bahnlinien fallen ab Januar ganz weg. Der Grund: Das Land Sachsen streicht Geld.

Von Denni Klein und Elke Görlitz

Döbeln/Dresden. Weniger Züge, weniger Strecken, höhere Preise: Bus- und Bahn fahren soll ab April 2011 mehr als acht Prozent teurer werden. Parallel sollen Regionalbahnstrecken im Großraum Dresden gestrichen und S-Bahn-Verbindungen ausgedünnt werden. Das kündigte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) gestern an. Er reagiert damit auf gescheiterte Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium, die millionenschwere Kürzung der Zuschüsse für den öffentlichen Nahverkehr noch zu verhindern. Das Land will 7,5 Prozent weniger für den ÖPNV ausgeben.

Der Raum Döbeln, bisher beim Zweckverband Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und jetzt beim Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), wird die Folgen der Kürzungen für beide Regionen aufgrund seiner zentralen Lage ebenfalls zu spüren bekommen. So hat ZVNL-Verbandsvorsitzender Gerhard Gey angekündigt, dass jährlich 800000 Zugkilometer wegfallen könnten. Zur Diskussion stünden dabei auch stark frequentierte Verbindungen wie die von Leipzig nach Dresden, Chemnitz, Halle, Delitzsch und Borna – zumindest teilweise. Weil der ZVNL die Nahverkehrsleistungen langfristig vergeben habe, sei aber nicht mit schnellen Entscheidungen zu rechnen, heißt es.

Zur Disposition stehen aber ebenfalls Streckenerweiterungen wie die vom Leipziger City-Tunnel-Netz nach Grimma und die durchgängige Bahnlinie von Leipzig nach Erfurt. Beschlüsse dazu stehen indes noch aus. Auch beim Verkehrsverbund Mittelsachsen herrscht darüber noch keine Klarheit. „Wir sehen noch großen Diskussionsbedarf, aber kein Sparpotenzial“, so VMS-Sprecherin Silke Dinger. Der Verband wolle sich mit den geplanten Kürzungen nicht abfinden und dagegen kämpfen.