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Freitag, 21.11.2014

Mit dem Winter kommt der Feinstaub

Die Belastung steigt um ein Viertel. Besonders gefährlich sind ultrafeine Partikel, für die es noch keine Grenzwerte gibt.

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© dpa (Symbolfoto)

Dresden. Unmengen an feinen und ultrafeinen Teilchen werden täglich in die Luft geschleudert. Wie sich solche Luftschadstoffe auf die Gesundheit auswirken, hat jetzt eine internationale Studie im deutsch-tschechischen Grenzgebiet in der Erzgebirgsregion untersucht. Koordiniert wurde das dreieinhalbjährige Projekt „Ultraschwarz“ von Wissenschaftlern der TU Dresden. Die Forscher konnten nachweisen, dass bei erhöhter Belastung der Luft mit bestimmten ultrafeinen Partikeln das Risiko von Atemwegs- oder Herzkreislauferkrankungen steigt.

Analysiert wurden dabei mithilfe von Messstationen in Annaberg-Buchholz und Usti nad Labem auch die Quellen von Staubteilchen, deren Durchmesser kleiner ist als 2,5 Tausendstel Millimeter. Unter anderem kommen diese aus Abgasen und Reifenabrieb von Fahrzeugen, Streusalz im Winter, vor allem aber aus dem Verfeuern fester Brennstoffe und entfernt liegenden Quellen. Bei den Messungen durch das sächsische Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft zeigte sich, dass im Winter die Belastung an der deutschen Station um etwa ein Viertel höher liegt als im Jahresdurchschnitt. Auf böhmischer Seite ist es sogar mehr als ein Drittel. Verursacher ist hier vor allem das Heizen mit Kohle, Holz und anderen festen Brennstoffen.

Ultrafeinpartikel passieren Schranke zum Blutkreislauf

Ähnliches gilt für sogenannte ultrafeine Partikel. „Die haben einen Durchmesser von weniger als 0,1 Tausendstel Millimeter und sind damit 1 000-mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares“, erklärt Projektkoordinatorin Anja Zscheppang vom Forschungsverbund Public Health. Deshalb können sie im Körper die Schranke zum Blutkreislauf überwinden und Ruß, Schwermetalle oder andere giftige Stoffe in Organe wie Gehirn, Leber, Nieren oder Herz transportieren.

Doch gerade für diese ultrafeinen Partikel gebe es noch keine EU-Verordnung wie für größeren Feinstaub, der regelmäßig gemessen werden muss, sagt Anja Zscheppang. Das Problem: Hier ist nicht die Gesamtmasse, sondern die Anzahl der winzigen Staubteilchen ausschlaggebend. Die Ergebnisse der Studie sollen deshalb helfen, Grenzwerte für die Konzentration von ultrafeinen Partikeln und Ruß festzulegen. „Um dies machen zu können, sind aber weitere Projekte notwendig“, sagt Anja Zscheppang.

Neben Patientenbefragungen konnten in der Studie auch Daten der Krankenhausstatistik für die Städte Aue, Marienberg und Annaberg-Buchholz ausgewertet werden. Das Fazit der Forscher: Wenn sich die Belastung der Außenluft mit Ruß und ultrafeinen Partikeln der Größen zwischen 20 und 100 Millionstel Millimetern erhöht, steigt auch das Risiko für eine Krankenhausaufnahme. „Das kann auch drei bis vier Tage nach der Belastung noch auftreten“, erklärt Anja Zscheppang. (SZ/fi)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 9 Kommentare

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  1. Thilo Fleck

    Macht nicht so viel Wellen, schafft lieber erst mal das nötigste! Audi präsentiert jetzt gerade auf der LA Auto Show seinen neuen A9: "Der aus RS6 und RS7 sowie aus diversen Bentley-Modellen bekannte Vierliter-Biturbo leistet in der Audi-Studie 605 PS" - Ha! Da soll es mir mit den mickrigen 75 PS meines betagten (2002er) Opel auf paar mg Feinstaub ankommen? Denkste! Mein nächstes Auto wird ein alter 2T-Trabi, wenn die da oben so weitermachen! Entweder, alle sparen Kraftstoff und vermeiden Umweltbelastung, oder wir lassen das ganze! Ohne mich, diese Mogelpackung!

  2. Knups

    Und wie kann der Ausstoß von lungengängigem Ultrafeinstaub noch erhöht werden? Durch den Einsatz der Feinstaubpartikelfilter bei Dieselmotoren. Die gröberen und sichtbaren Rußpartikel werden dort zu kleineren und nicht mehr sichtbaren, aber viel gefährlicheren Ultrafeinstaubpartikeln verbrannt. Aber das ist ja im Sinne des Umweltschutzes und ist natürlich keine Marketingaktion der Autoindustrie.

  3. Dresdner Gewissen

    Was hier noch nicht erwähnt wurde: Diese Partikel passieren auch jeden Kraftwerksfilter. Sie dürfen gar nicht erst entstehen. Das ist aber nur bei Wind- Sonnen- und für die Grundlast Kernkraftwerken der Fall. Letztere wollen wir aus geschürter Panik jetzt schnellstmöglich abschalten ohne dass es brereits einsetzbare Stromspeicher gibt. Danach sähe die Sache anders aus.

  4. Oswin

    Lächerlich, moderne hoch verdichtete Dieselmotoren stoßen mikronisierte Feinpartikel in Massen aus. Das sind gerade die Emittenten der Feinpartikel. Und dann wird die Ofenheizung mit Festbrennstoffen dafür verantwortlich gemacht. Hier soll doch nur der Hausbesitzer zu neuen Investitionen überredet werden, sich zu verschulden aber der Heizungsinnung viele Kunden zuzutreiben. Danke für solcherlei Infos

  5. Beobachter

    Da gibt es also diese ultrakleinen partikel, die die Gefäßschranke durchdringen können. Lt. Artikel sollen die dann ruß, metalle etc. transportieren. Dabei werden sie abder dicker und können die Schranke nicht mehr passieren... Blödsinn also, was behauptet wird. Sollten diese ultrafeinen Partikel jedoch aus Ruß, giftigen metallen, etc. bestehen, stellt sich die Frage nach ihrer Entstehung und weshalb sie nicht größer sind bzw. bleiben. Da haben ja die Vorkommentatoren durchaus brauchbares dazu gesagt. In Dresden steigt der Feinstaubanteil für ca. 3 Tage nach jedem größeren Feuerwerk - und man liebt die Pyro-Games...Fazit: Es geht nur um neue Gängelungen (Forderung nach neuen EU-Grenzwerten; daraus resultieren dann neue Verbote und Einschränkungen) und evtl. etwas Wirtschaftsförderung. Mit Gesundheitsschutz hat das Ganze nichts zu tun. Außerdem sicher man sich so Forschungsgelder (Drittmittel), ohne die die Unis nicht überleben können und kommt auf eine zählbare Veröffentlichung.

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