Freitag, 08.02.2013

Messedruck Leipzig wird geschlossen

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Leipzig. Messedruck Leipzig, ein Tochterunternehmen der Traditionsdruckerei Offizin Andersen Nexö (OAN), wird geschlossen. Etwa 60 Mitarbeiter werden Ende Februar ihren Job verlieren, teilte das Unternehmen am Freitag mit. „Wir sind uns bewusst, dass die Schließung für die Mitarbeiter eine große Belastung ist. Die ungünstigen Rahmenbedingungen lassen uns aber keine andere Wahl“, wird Geschäftsführer Stephan Treuleben zitiert.

OAN hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Für die Töchter Messedruck Leipzig GmbH und Leipziger Kunst- und Verlagsbuchbinderei GmbH waren bereits am 27. Dezember Insolvenzanträge beim Amtsgericht Leipzig gestellt worden. Bei Messedruck Leipzig sei die Auftragslage daraufhin um etwa 50 Prozent eingebrochen, sagte der OAN-Sprecher Jörg Nolte.

Bis Ende des Monats würden jetzt noch die bestehenden Aufträge abgearbeitet, dann würden die Mitarbeiter freigestellt. Bei OAN selbst laufe das Insolvenzverfahren dagegen „besser als erwartet“, sagte Sprecher Nolte. Die Messedruck Leipzig GmbH stellt vor allem Magazine, Fach- und Kundenzeitschriften sowie Bücher und Broschüren her. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 1 Kommentar

  1. Petra Kieseler

    Schande über Herrn Treuleben, der diese Traditionsfirma in den Ruin getrieben hat. Ein Glück, dass die frühere Chefin, Frau Günther, den Untergang nicht mehr miterleben muss, es wäre garantiert ihr Tod gewesen. Ich selbst war mehr als 40 Jahre bei Messedruck, habe aber diese unsicheren Zeiten nie erleben müssen. Frau Günther hatte sich so für die Firma eingesetzt, sie nach der Wende reprivatisiert und war in vielen Fernsehbeiträgen als Deutschlands "älteste Jungunternehmerin" gelobt und geehrt worden, sogar mit dem Bundesverdienstkreuz! Messedruck stand in der Wirtschaft sehr gut da, bis Herr Treuleben unbedingt alle kleineren Betriebe in Leipzig und Umgebung kaufen musste (um Konkurrenz auszuschalten???)! Von da an ging es bergab. Mir tun die Kolleiginnen und Kollegen leid, die ja fast alle in einem Alter sind, wo es auf dem Arbeitsmarkt für sie keine Chancen mehr gibt. Mit traurigen Grüßen Petra Kieseler.

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