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Dienstag, 12.09.2017

Mehr Sozialarbeiter an Sachsens Schulen

Die Zahl der Angebote hat sich in drei Jahren fast verdoppelt – trotzdem profitiert nur ein Viertel der Schulen.

Von Andrea Schawe

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Mobbing ist ein Problem an vielen Schulen. Ein Sozialarbeiter kann Betroffene unterstützen.
Mobbing ist ein Problem an vielen Schulen. Ein Sozialarbeiter kann Betroffene unterstützen.

© Uwe Soeder (Symbolfoto)

Dresden. Sie beraten junge Leute und Lehrer, helfen den Schulabschluss zu schaffen oder bei Mobbing: Schulsozialarbeiter. Zum Schuljahresbeginn 2017/18 sind an 379 Schulen Sozialarbeiter tätig. Vier weitere können ab 2018 einen Sozialarbeiter einstellen. Sie teilen sich insgesamt fast 333 Vollzeitstellen – manche Sozialarbeiter sind an mehreren Schulen im Einsatz. Die meisten von ihnen arbeiten an Oberschulen, danach folgen die Grundschulen. Das geht aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke (Grüne) hervor.

Spitzenreiter ist Leipzig: Dort ist seit August an 33 Grund-, 16 Förder- und 25 Oberschulen ein Sozialarbeiter vor Ort. Auch zwei Gymnasien bieten Schulsozialarbeit an. Danach folgt der Landkreis Leipzig und der Erzgebirgskreis. In Dresden werden Schüler an 18 Schulen betreut, darunter an sieben Gymnasien. Im Kreis Bautzen sind es insgesamt 28 Schulen, die meisten davon Oberschulen. Im Kreis Görlitz arbeiten an 31 Schulen Sozialarbeiter.

Die Stellen werden durch ein neues Landesprogramm finanziert. Das Kabinett hatte im Februar beschlossen, in diesem und dem nächsten Jahr je 15 Millionen Euro zu investieren, um die Landkreise und kreisfreien Städte zu unterstützen, damit sie mehr Sozialarbeiter an allgemeinbildenden Schulen einstellen können. 20 Prozent der Kosten müssen die Kommunen übernehmen. „Für junge Menschen ist die Schule der zentrale Lern- und Lebensort“, sagt Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). „Hier erreichen wir junge Menschen in den Situationen, in denen sie Hilfe brauchen und auch annehmen.“ Schulsozialarbeiter beraten zu Sucht- und Gewaltprävention, sind als Streitschlichter tätig, geben Unterstützung bei der Lernförderung und helfen bei familiären Problemen.

Noch vor drei Jahren hatten wesentlich weniger Schulen ein sozialpädagogisches Angebot. Nach Zahlen, die das Sozialministerium 2014 dem Landesjugendhilfeausschuss vorgelegt hat, gab es an insgesamt 172 Schulen in Sachsen einen Sozialarbeiter, etwa die Hälfte waren Oberschulen. Damals wurden 136 Vollzeitstellen finanziert. Knapp 90 Prozent der Fachkräfte hatte einen sozialpädagogischen Hochschulabschluss.

In Zukunft wird die Schulsozialarbeit weiter ausgebaut. Ab dem nächsten Schuljahr soll mindestens ein Schulsozialarbeiter an jeder öffentlichen Oberschule in Vollzeit tätig sein – das sind 283 von 1 500 Schulen. Das wurde im neuen Schulgesetz vereinbart. Auch an Grundschulen, Gymnasien, Förder- und Berufsschulen sollen mehr Sozialarbeiter tätig sein.

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Roba

    Wer trägt die Verantwortung für die Sozialbedüftigkeit der Schüler/innen? Niemand Anderes als die so genannten Erziehungsberechtigten, nicht die Ausbilder/innen. Da diese Erziehungsberechtigten auf Grund eigener "Erziehung" nicht einsichtsfähig sind, wird das auch sächsische Problem immer größer.

  2. HW

    Wenn Kindern- und Jugendlichen ein von Schule unabhängiger, vertrauensvoller Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden kann, können sich eben diese SchülerInnen mit Ihren Anliegen, Sorgen, Nöte wenden -auch ohne dem ersten Einbezug der Eltern. Dies so frühzeitig wie möglich, eben bereits auch schon im Grundschulalter, finde ich eine vernünftige Heransgehensweise. Vielleicht lässt sich durch diesen weiteren pädagogischen Blickwinkel im Bereich Schule ja "Schule neu-denken" und diese wird wieder vielmehr zu einem Lebens- anstatt nur zu einem Lernort!

  3. Berg

    Früher gingen die Kinder in die Schule, um von dort Neues, Unbekanntes zu erfahren und um sich Wissen und Können anzueignen. - Heute kommen Kinder in die Schule und erwarten, dass diese auf die bis dahin ausgelebte Freiheit eingeht, sie anerkennt und höflich fragt, was das Kind noch tun möchte. Kein Wunder, dass das in großen Klassen nicht geht, bei unerfahrenen Lehrer/innen auch nicht, und bei jeder versuchten Lehrrätigkeit erst die Frage beantwortet werden soll:"wozu braucht man das?" Früher kannte man keine "Sozialarbeiter" in der Schule - heute kann man nicht genug davon haben.

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