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Freitag, 25.01.2013

Mehr Geld für die Sorben

Fast überall wird dieser Tage gekürzt. Anders bei den Sorben. Die Haushaltssorgen des kleinsten slawischen Volkes verschwinden allerdings nur vorübergehend.

40 Kinder aus der Sorbischen Kindertagesstätte und Grundschule Crostwitz zeigen im Kultusministerium in Dresden in ihren Trachten ein Programm zur Vogelhochzeit. Das in der Lausitz lebende Volk kann mit mehr Zuschüssen rechnen.
40 Kinder aus der Sorbischen Kindertagesstätte und Grundschule Crostwitz zeigen im Kultusministerium in Dresden in ihren Trachten ein Programm zur Vogelhochzeit. Das in der Lausitz lebende Volk kann mit mehr Zuschüssen rechnen.

© dpa

Bautzen. Die Stiftung für das sorbische Volk darf in diesem Jahr mit rund einer Million Euro mehr an Zuschüssen rechnen. Zur Förderung der slawischen Minderheit in Sachsen und Brandenburg haben der Bund und die beiden Bundesländer insgesamt rund 17,8 Millionen Euro für 2013 bewilligt, sagte Stiftungsdirektor Marko Suchy. Der Stiftungsrat soll heute (Freitag) in Bautzen den diesjährigen Haushalt verabschieden. Dieser sieht Ausgaben von 18,1 Millionen Euro vor.

Nach Angaben von Suchy hat der Bund seinen Zuschuss um 500.000 Euro auf 8,7 Millionen Euro erhöht. Sachsen gibt 6,2 Millionen Euro dazu und damit etwa 356.000 Euro mehr. Brandenburgs Anteil stieg um rund 167.000 Euro auf reichlich 2,9 Millionen Euro. Die Parlamente hätten die erhöhte Förderung Ende 2012 beschlossen, allerdings jeweils nur einmalig. Für 2014 stehe damit erneut die Frage, wie Tarifsteigerungen in Kultureinrichtungen und Verwaltung der Sorben abgefangen werden sollen, hieß es.

«Ein sehr großes Problem wird damit nur aufgeschoben», sagte der Vorsitzende der sorbischen Dachorganisation Domowina, David Statnik. Er erneuerte eine Hauptforderung des Verbandes nach einem neuen Finanzierungsabkommen, in dem sowohl Tarifsteigerungen als auch Inflationsrate berücksichtigt seien. Die Stiftung fördert aus ihrem Haushalt neun Einrichtungen, darunter den Domowina-Verlag, das Deutsch-Sorbische Volkstheater, das Sorbische Institut sowie die Museen in Cottbus und Bautzen.

Das Sorbische National-Ensemble solle mit 4,4 Millionen Euro in diesem Jahr wiederum den größten Anteil der Mittel bekommen, sagte Suchy. Damit werden 89 Stellen bezahlt. Derzeit laufen Verhandlungen für einen Haustarifvertrag. Der Posten zur Förderung sorbischer Projekte sei deshalb im Stiftungshaushalt vorerst mit einer Sperre versehen. (dpa)

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