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Donnerstag, 18.02.2016

Linksextremer Anschlag auf Wohnung des Justizministers?

Justizminister Sebastian Gemkow mit Polizisten am Tatort: Zwei Fenster der Wohnung wurden mit Pflastersteinen beworfen.
Justizminister Sebastian Gemkow mit Polizisten am Tatort: Zwei Fenster der Wohnung wurden mit Pflastersteinen beworfen.

© Holger Baumgaertner

Leipzig. Die sächsischen Sicherheitsbehörden vermuten hinter dem Anschlag auf die Wohnung von Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) Linksextremisten. Sowohl „Vorgehensweise als auch Zielobjekt des Anschlages“ sprächen für einen linksextremistischen Hintergrund, teilte das Innenministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Linke) mit. Das Justizressort wollte sich am Donnerstag nicht an Spekulationen beteiligen.

Das Innenministerium berief sich auf eine Stellungnahme des Verfassungsschutzes. Linksextremisten sähen im Justizminister einen Repräsentanten des ihnen verhassten „Repressionsapparates“. Zudem sei er Mitglied der CDU, deren drei Leipziger Büros im linksextremistischen Leipziger „Aufruf zur Gewalt“ vom 17. Dezember 2014 als Ziele genannt wurden. Danach sei es zu einer Serie von Gewaltaktionen gegen Behörden, Einrichtungen beziehungsweise Repräsentanten gekommen.

Bei dem nächtlichen Angriff im vergangenen November hatten Unbekannte in der Leipziger Südvorstadt zunächst Pflastersteine auf Fenster geworfen und dann die Wohnung mit Buttersäure attackiert. Der 37 Jahre alte Justizminister und seine Familie waren zu dem Zeitpunkt zu Hause. Verletzt wurde niemand. (dpa)

››› Anschlag auf Wohnung des Justizministers (sz-online vom 25.11.2015)

››› „Hass gibt es schon zu viel“ (Justizminister Sebastian Gemkow spricht nach dem Angriff auf seine Privatwohnung über seine Familie, 29.01.2016)