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Donnerstag, 16.06.2016

Lieber Geografie als Geschichte

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Dresden. Mehr als die Hälfte der Zehntklässler auf Sachsens Oberschulen lernt lieber Geografie als Geschichte. 6541 von insgesamt 12 975 Schülern entschieden sich im laufenden Schuljahr gegen die historische Bildung und wählten das Fach ab, wie der MDR am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Kultusministeriums berichtete.

Der laufende Jahrgang ist der letzte, der im Abschlussjahr zwischen Geschichte und Geografie wählen kann. Nicht zuletzt wegen Kritik an der mangelnden historischen und gesellschaftspolitischen Bildung der sächsischen Schüler und vor dem Hintergrund rechtsextremer Tendenzen im Freistaat hatte das Kabinett im März entschieden, dass Geschichte bis zur zehnten Klasse Pflichtfach an den Oberschulen bleibt. (dpa)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 7 Kommentare

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  1. Guzzi Breva

    Na ja irgendwie muss man doch die verdammte DDR Diktatur als ware Ursache rechtsextremer Tendenzen in die Hirne der Zehntklässler prügeln. Da kommt dann die Nazidiktatur als unschöner Ausrutscher der deutschen Geschichte weg. Oder wie der Spiegel (Georg Diez) am 03.01.2016 zur rechten Fachliteratur "Mein Kampf" schrieb: Ein Comicbuch mit 80 Millionen Toten. Vielleicht sind sie Geschichte nur leid und wählen Geographie weil sie mit bestimmten Themen überfrachtet sind ? Das Manchem bestimmte Themen zum Halse raushängen kann man deutlich an den auf beiden Seiten sinkenden Besucherzahlen der Montag Abende sehen. Von den Guten waren laut Gruppe "Durchgeschätzt" nur noch ca 200 gekommen, bei nochmal wieviel tausend bunten und intelligenten Schülern und Studenten in DD ?????

  2. S.B.

    Dann sind die Jahrgänge ohne den durchgängigen Besuch des Geschichtsunterrichtes bis zur 10. Klasse wohl verlorene Jahrgänge. Schade... Aber so geht halt sächsisch...

  3. kein Fan

    Wenn jetzt rund die Hälfte aller Oberschüler Sachsens das Fach Geschichte nicht mehr abwählen dürfen, dann brauchen wir natürlich auch die entsprechende Menge Lehrer. Rechnen wir mal: 6000 Schuler sollen pro Woche 2 Stunden Geschichte bekommen = 12.000 Wochenstunden Geschichte zusätzlich. Ein Lehrer hat rund 27 Pflichtstunden pro Woche, macht einen Bedarf von 444 Vollzeit-Lehrerstellen in diesem Fach. Puhhhh... haben wir diese ? Oder nehmen wir Quereinsteiger oder Hauswirtschaftslehrer? Bin gespannt. Bitte keine ehemaligen Stabü-Lehrer !

  4. Müller

    Der Geschichts- und Geografieunterricht in Klasse 10 dient der Vertiefung des Wissens. Geschichtliche Themen bis zur heutigen Zeit werden in den Klassenstunfen 5 - 9 gelehrt, also hat jeder im Geschichtsunterricht etwas über den Nationalsozialismus gehört. Dass dies nun im kommenden Schuljahr anders laufen soll, verdanken wir einem Schnellschuss unserer Kultusministerin. Geopfert wird für diese unausgereifte Idee der Vertiefungskurs - sollte ja mal eine Säule der Oberschule sein. Und dass alle Schüler Geografie und Geschichte haben, stimm auch nicht. Die Schüler, welche eine zweite Fremdsprache lernen, dürfen nach wie vor wählen. Das verstehe wer will...

  5. Wen wunderts

    Wenn ich an den Geschichtsunterricht denke, erinnere ich mich an das sture Auswendiglernen von Floskeln und Jahreszahlen. Oft war daswissen über den genauen Tag des Ereignisses wichtiger als die Zusammenhänge, die zu diesem Ereignis führten und dessen Folgen. Insofern ist die Abwahl des Unterrichtsfachs Geschichte weniger dem historischen Interesse als der Darbietung des ganzen geschuldet. Zudem ist die zehnte Klasse sowieso stressig. Wem will man dann verdenken, dass er zumindest etwas Auswendiglernen spart. Und hach ja - die andere Hälfte der Schüler hat Geografie abgewählt. Bei einer Auswahl von zwei Fächern hat die Hälfte das eine und die andere Hälfte das andere Fach gewählt

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