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Dienstag, 08.03.2016

Letzte Reichsautobahn verschwindet

Rund um Dresden wird es eng: Der Freistaat saniert die A 13 nach Berlin. Auch die A 4 wird zur Staufalle.

Von Tobias Wolf

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Die Auffahrt auf die Autobahn A13 in Richtung Dresden in Radeburg: Die Fahrbahn in Richtung Dresden wurde im letzten Jahr erneuert. Jetzt ist die Gegenfahrbahn dran.
Die Auffahrt auf die Autobahn A13 in Richtung Dresden in Radeburg: Die Fahrbahn in Richtung Dresden wurde im letzten Jahr erneuert. Jetzt ist die Gegenfahrbahn dran.

© André Wirsig

  • Die Auffahrt auf die Autobahn A13 in Richtung Dresden in Radeburg: Die Fahrbahn in Richtung Dresden wurde im letzten Jahr erneuert. Jetzt ist die Gegenfahrbahn dran.
    Die Auffahrt auf die Autobahn A13 in Richtung Dresden in Radeburg: Die Fahrbahn in Richtung Dresden wurde im letzten Jahr erneuert. Jetzt ist die Gegenfahrbahn dran.

Für Autofahrer wird es dieses Jahr vor allem rund um Dresden eng. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) lässt nur die A 17 außen vor, die noch deutlich jünger ist als die A 4 und A 13. Deren Fahrbahnen wurden vor mehr als 20 Jahren neu gebaut. 115 Millionen Euro investiert das Landesamt in die Sanierung des sächsischen Streckennetzes. 2015 waren es noch 98 Millionen. Mit dem Alter der Hauptrouten steigen die Instandhaltungskosten, sagt Abteilungsleiterin Steffi Schön. In den Stoßzeiten und während der Ferien drohen Staufallen und Stop-and-go-Verkehr. Die SZ zeigt die wichtigsten Baustellen im Überblick.

Der größte Brocken: Die letzte Strecke aus Nazi-Deutschland wird saniert

Sie musste noch vor dem Einmarsch in die Tschechei fertig sein und gilt heute als ältester noch aus dem Dritten Reich stammender Autobahnabschnitt in Sachsen: die A 13 zwischen dem Dreieck Dresden-Nord und Radeburg. Nun wird sie Richtung Berlin komplett saniert und von neun auf 11,5 Meter verbreitert. Die Gegenrichtung war bereits 2015 ausgebaut worden. Nach der Wende war die Strecke nur neu asphaltiert und teilweise betoniert worden, um den stark anschwellenden Verkehr in Richtung Berlin nicht auszubremsen. Die Beton-Unterkonstruktion stammt aus den 1930er-Jahren. 1938 wurde sie als Reichsautobahnstrecke 65 eröffnet. Zum Auftakt des Zweiten Weltkriegs stand sie als Heerstraße gen Süden zur Verfügung. Seit Montag lässt das Landesamt die ersten Verkehrsschilder aufstellen. Nächste Woche sollen die Behelfsspuren markiert werden.

Alle vier Fahrstreifen werden auf die gegenüberliegende Seite Richtung Dresden verlegt. Mit Abschluss der Markierungsarbeiten gilt dann Tempo 60. Rund 48 Millionen Euro kostet der grundhafte Ausbau des 7,6 Kilometer langen Abschnitts, der Mitte April beginnt. Die Anschlussstelle Marsdorf wird bis Jahresende gesperrt, ebenso die Verbindung von der A 4 aus Bautzen auf die A 13 in Fahrtrichtung Berlin. Die Umleitung verläuft über die Anschlussstelle Dresden-Flughafen.

Neben der Fahrbahn werden vier Autobahnbrücken durch Neubauten ersetzt, eine weitere saniert. Außerdem entsteht der neue Parkplatz „Finkenberg“ mit einer Toilettenanlage. Sie ersetzt den früheren Rastplatz „Promnitztal“.

Das Stückwerk: Zwischen Ottendorf- Okrilla und Bautzen wird asphaltiert

Wer aus der Lausitz nach Dresden pendelt, braucht auf der A 4 bis August Geduld. Ab April wird der Abschnitt zwischen Pulsnitz und Ottendorf-Okrilla in Richtung Dresden neu asphaltiert. Bis Juli werden auf 8,3 Kilometern Länge 4,2 Millionen Euro verbaut. Die Anschlussstelle Pulsnitz wird dabei mit saniert und für etwa zehn Tage gesperrt. Durch die Baustelle führt nur noch eine Fahrspur, die andere wird auf die Gegenfahrbahn verlegt.

Im weiteren Verlauf der A 4 wird der Asphalt auf der Überholspur zwischen Salzenforst und Bautzen-Ost auf einem fünf Kilometer langen Abschnitt in Richtung Görlitz erneuert. Die Abfahrt Bautzen-Ost wird ebenfalls saniert und ist währenddessen für zehn Tage gesperrt. Die Baukosten liegen bei 1,6 Millionen Euro. Einschränkungen für Autofahrer gibt es dort zwischen Juli und August. In Fahrtrichtung Dresden wird von Mai bis Juni auf 5,5 Kilometern Länge zwischen Weißenberg und Bautzen-West die Asphaltdecke saniert. Kostenpunkt: 2,3 Millionen Euro. Vor Kurzem musste die A 4 repariert werden, weil ein brennender Lkw Leitplanken und Fahrbahn nahe Kodersdorf zerstört hatte.

Die Hauptschlagader: Fahrbahn von Altstadt bis Neustadt wird erneuert

Rund 100 000 Fahrzeuge überqueren täglich die Elbe auf der A 4. Der Abschnitt zwischen Dreieck Dresden-West und dem Dreieck Nord gehört zu den am stärksten befahrenen in Sachsen. Das hat Spuren hinterlassen. Von Juni bis September wird die Strecke von Altstadt bis Neustadt in Richtung Görlitz/Berlin erneuert. 4,9 Millionen Euro investiert das Landesamt dort. Für drei Tage wird auch die Auffahrt der Anschlussstelle Neustadt gesperrt und saniert. Eine Spur führt während der Arbeiten durch die Baustelle, die anderen beiden werden auf die Gegenfahrbahn verlegt.

Die Pendlerstrecken: Auf der A 72 und der A 14 wird es im Sommer eng

Die Pendlerströme nach Bayern und Richtung Leipzig dürften sich ab Mai verdichten. Entlang der A 72 wird gleich an vier Stellen gebaut. Betroffen sind die Abschnitte zwischen Autobahnkreuz Chemnitz und Chemnitz-Rothluff in Richtung Hof sowie die Strecke zwischen Pirk und Plauen-Ost in Richtung Chemnitz. Außerdem wird die A 14 zwischen dem Autobahnkreuz Leipzig-Schkeuditz und Leipzig-Nord in Richtung Dresden erneuert.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 27 Kommentare

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  1. R.M.

    An sich eine gute Sache, aber muss WIEDER die A13 zur gleichen Zeit wie die B97 gesperrt werden?! Etwas mehr Verstand bei der Terminplanung wäre hier angebracht. Der B97 würde nix passieren, wenn sie ein Jahr wartet.

  2. E.N.

    Typisch Sachsen! Schilder aufstellen, Behelfsspuren markieren und schon!! geht es in ca. einem Monat los mit der Sanierung. Die Leute die dies planen gehören abgesetzt.

  3. Aleister Crowley

    Was auch krass ist: Fast alle Wander- und Wirtschaftswege von Volkersdorf aus in Richtung Osten wurden gekappt, d.h. die ehemaligen Tunnel unter der A13 sind jetzt nur noch Wasserkänale. Da kann man nur noch auf dem Bauch durchkriechen oder den Umweg über die Brücke an der Anschlussstelle Marsdorf nehmen :-(

  4. Dankwart

    Typische Überschrift aus dem Wolf'schem Universum.

  5. Demokrat

    Reichsautobahn -letzte Strecke aus Nazi -Deutschland wie bescheuert sind wir Deutsche denn 71 Jahre nach dem Zusammenbruch des unseligen Regimes immer wieder diese Selbstkasteiung. Kein Land der Welt hält sich immer wieder vor was im Rahmen der Geschichte verbrecherisch war ,weder die Franzosen bezüglich der Kolonien wo die Fremdenlegion mordete ,noch die Briten die Indien ausraubten noch die USA die die A-Bombe zündete oder im Vietnamkrieg Napalm einsetzte. Es gibt auch heute genug neue Probleme als das man sich als Deutscher immer Demütig u.Schuldbewußt für Verbrechen die eine Kaste von Politikern auslöste. Deutschland hat in der Vergangenheit schwer dafür gezahlt Reparationen aber dann auch über Entwicklungshilfe Milliarden gezahlt oft ohne Ergebnis weil sich in Entwicklungsländern korrupte Politiker daran gütlich hielten.Warum nun eine solche reiserische Überschrift -u. nicht einfach wichtige Autobahnstrecke wird saniert. Also werter Journalist Tobias Wolf warum ?

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