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Leiche in Brandruine gefunden

Das Brandhaus in Rosenthal-Bielatal wird seit gestern gesichert. Nun herrscht auch Gewissheit über das Schicksal des Vermissten Andreas B.

08.10.2013 Von Ines Mallek-Klein und Daniel Förster

 Brandruine gefunden
Hundeführerin Anja Koch geht mit Pike in das ausgebrannte Gesindehaus. Mehrmals schlug der Brandmittelspürhund in den Trümmern an.

© Daniel Förster

Seit gestern ist es gewiss: Das Feuerdrama in Rosenthal-Bielatal forderte ein Todesopfer. Polizisten entdeckten die Leiche des bislang vermissten Witwers Andreas B. (52) am Vormittag in der linken Hälfte des Brandhauses, die zum Zeitpunkt des Feuers verriegelt war. Die Leiche lag im ersten Stock des ausgebauten Gesindehauses.

Gegen 11 Uhr schlug Leichenspürhund „Cherry-Lee“, ein drei Jahre alter belgischer Schäferhund, in der Wohnstube an. Diese Räume hatten die Ermittler zunächst nicht erreichen können. Der Treppenaufgang dorthin war ein Opfer der Flammen geworden. Der Vermisste lag eingeklemmt unter Brandschutt. Erst nachdem sich die Kriminalisten den Weg dorthin freigeschaufelt hatten, konnten sie an den Toten heran.

Bereits am Morgen hatte die Polizei eine Drohne über dem verwüsteten Wohnhaus aufsteigen lassen. Sie lieferte den Ermittlern Fotos der Ruine. Die Spurensuche in dem ausgebrannten Zweifamilienhaus in Rosenthal gestaltet sich schwierig. Nachdem ein Statiker des Tüv Süd am Freitag seine Zustimmung gegeben hatte, begannen gestern die Sicherungsarbeiten. Seit 9 Uhr griff das Technische Hilfswerk (THW) der Polizei in dem zerstörten Vierseithof unter die Arme. Ein Radlader musste die verkohlten Balken und losen Mauerreste abtragen. Weil die Technik des Ortsverbandes Pirna gerade in der Werkstatt ist, war ein Tiefladergespann mit einem Radlader aus Döbeln angerückt.

„Wir haben den Schutt so weit beräumt und der Polizei Zugänge geschaffen, dass die Ermittler ordentlich arbeiten können“, erläutert der Einsatzleiter. „Als wir die Dachbalken abgetragen haben, mussten wir ganz schön aufpassen, wo wir hintreten, um uns nicht zu gefährden.“ Später brachte der THW-Bagger an der Grundstückszufahrt Teile des Daches und des Giebels zum Einsturz. „Damit kein vorüberfahrender Pkw oder vorbeilaufender Passant bei uns auf dem Hof zu Schaden kommt“, erläutert Anwohner Dirk Förster.

Zum Teil mit Atemschutzmasken ausgerüstet, gingen die Ermittler aus Dresden und Pirna in die Brandruine. Sie dokumentierten den Unglücksort, vermaßen, skizzierten und fotografierten.

Außer mit dem Leichenspürhund tasteten sich Hundeführerin Anja Koch und Hundeführer Jens Stahl-Mager von der Einsatzgruppe der Diensthundeschule in Naustadt (Landkreis Meißen) mit zwei Brandmittelspürhunden vor: „Pike“ (5), ein belgischer Schäferhund, und „BJay“ (10), ein Jack Russell Terrier. Die Vierbeiner gaben einige Male Zeichen.

Es besteht der Verdacht, dass das zu einem Vierseithof gehörende Gebäude absichtlich in Brand gesteckt wurde. Darauf deuten leere Benzinkanister hin, die im Haus gefunden wurden. Gegen 14.15 Uhr trugen Polizisten und THW-Helfer die Leiche von Andreas B. aus dem Brandhaus. Bestatter brachten sie in die Gerichtsmedizin. Dort soll der Tote identifiziert werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es sich um den Vermissten handelt. Eine Obduktion soll Details zur Todesursache ans Licht bringen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern unterdessen an.

Das junge Paar, das die andere Haushälfte bewohnte, verlor beim Großbrand am 2. Oktober sein Zuhause. Die Eltern konnten sich mit ihren beiden Kindern ins Freie retten. Nach dem Wochenende bei Verwandten kehrte die Familie gestern nach Rosenthal zurück. Sie ist vorübergehend in einer Ferienwohnung im Ort untergekommen.