Montag, 26.11.2012
Lehrergewerkschaften machen nochmals Druck - Aktion am Dienstag
Sachsens Lehrer lassen nicht locker. Sie wollen, dass im Haushalt für die kommenden beiden Jahre mehr Geld für Bildung eingeplant wird. Am Dienstag bekommen die Abgeordneten Wunschzettel.
Sächsische Lehrer protestieren in Dresden gegen die Arbeitsbedingungen. Foto: Archiv/dapd
Dresden. Ungeachtet eines mit dem Finanzminister vereinbarten Gesprächs über einen Altersteilzeit-Tarifvertrag machen Sachsens Lehrergewerkschaften weiter Druck. „Wir wollen nochmals unsere Forderungen zum Haushalt unterbereiten, bevor die Angeordneten abschließend über den Bildungsetat für die kommenden beiden Jahre beraten“, sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft GEW, Sabine Gerold, am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Daran ändere auch das jetzt für den 4. Dezember mit Finanzminister Georg Unland (CDU) verabredete Gespräch nichts.
An diesem Dienstag werden die Gewerkschaften persönlich auf die Landtagsabgeordneten zugehen, wenn diese den Bildungsetat für die kommenden beiden Jahre beraten. Etwa 70 Vertreter der GEW und des Beamtenbundes wollen den Parlamentariern vor Beginn der Sitzung im Finanzministerium in Dresden ihre Forderungen aushändigen.
Bereits Mitte November hatten die Lehrer mit einem regional gestaffelten Warnstreik drei Tage lang ihre Forderungen untermauert. Ihnen geht es unter anderem um flexible Arbeitszeiten, altersgerechte Arbeitsbedingungen, individuelle Teilzeitregelungen und Neueinstellungen junger Pädagogen. Zudem verlangen sie mehr Lehrerstellen statt Stellenabbau, eine gerechtere Bezahlung von Referendaren und Lehrern sowie mehr Geld für die frühkindliche Bildung in den Kitas. Linke, SPD und Grüne unterstützen die meisten Forderungen, wie aus Stellungnahmen an die GEW hervorgeht.
Unland lehnt einen Altersteilzeit-Tarifvertrag ab. Er hatte die Gewerkschaften Anfang des Monats deshalb zu dem Gespräch eingeladen, aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es dabei nicht um Verhandlungen gehe. „Es handelt sich um ein informelles Gespräch am 4. Dezember“, sagte Ministeriumssprecher Stephan Gößl. „Beide Seiten wissen, dass es keine Verhandlungen sind.“ (dpa)