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Samstag, 13.02.2010

Lausitzer holt gestohlenes Auto aus Polen zurück – teilweise

Ein 20-Jähriger hat tagelang mit Freunden seinen Jetta gesucht. Ausgeschlachtet fand er ihn in Bogatynia.

Von Thomas Mielke

Mit Hartnäckigkeit, Glück und vielen Freunden, aber ohne die Polizei, hat sich Raimond Richter aus Pethau seinen geliebten VW Jetta aus Polen zurückgeholt. Gestohlen worden war ihm das getunte Auto am 1. Februar gegen 21 Uhr, als er nur kurz in einer Spielothek in Zittau war. Innerhalb einer halben Stunde schlugen die Diebe zu.

Auf die Polizei wartend, informiert Raimond Richter per Handy 20 Kumpels über den Verlust. Einer von ihnen kauft gerade auf dem Polenmarkt an der Verbindungsstraße zwischen Zittau und Hradek (Grottau) Zigaretten –und traut seinen Augen nicht, als Richters Jetta an ihm vorbeibraust. Er springt in sein Auto und verfolgt den gestohlenen Wagen bis Opolno Zdroj (Wald-Bad Oppelsdorf) nahe Bogatynia (Reichenau). Dann schneidet ihm ein weißer Opel Vectra die Vorfahrt. Er verliert den Anschluss an den Jetta. Über Handy informiert er Richter. Mit einem anderen Freund fährt der sofort Richtung Polen und sucht vier Stunden sein Auto. In Opolno Zdroj tauchen der weiße Vectra und ein roter Golf mit insgesamt sechs Insassen auf. „Wir waren nur vier in zwei Autos“, sagt Raimond Richter. Zurück in Deutschland, informiert Richter die Polizei.

Später startet der 20-Jährige einen zweiten Versuch. Mit einem polnisch sprechenden Kumpel finden sie den Fahrer des roten Golfs. „Er ist weggerannt“, sagt Raimond Richter. Sie verfolgen ihn. Es kommt zur Auseinandersetzung. „Es ist keinem etwas passiert“, beteuert der Pethauer. Trotzdem kommt die polnische Polizei. Die Beamten sagen dem Pethauer, dass sie von dem Diebstahl nichts wissen. Dasselbe hört er von der Bundespolizei. Die bestreitet das.

Beim dritten Versuch – mit fünf Autos und 22 Kumpeln – wird Richter fündig. Der Jetta steht in der Wildnis bei Bogatynia. Am Tag darauf holt er das Auto mit dem Vater auf einem Hänger heim.

„Die Karosse war noch da, der Antrieb, der Motor, die Scheinwerfer, die Scheiben. Das wars“, sagt Richter Das getunte Auto ist ausgeschlachtet. Die von ihm in vielen Arbeitsstunden eingebauten Extras wie die Musikanlage sind verschwunden, die Sitze angekokelt.

Der Pethauer will sein Auto wieder aufbauen. Die Sonderkommission „Mobile“ der Polizei hat den Fall übernommen und erste Spuren am Auto gesichert. „Das Verhalten des Anzeigenerstatters dient nicht gerade dazu, dass die Ermittlungen unterstützt werden“, sagt ein Polizeisprecher unter Verweis auf verloren gegangene Spuren durch die Rückholaktion.