Donnerstag, 16.05.2013

Landtagsstreit um Abbau von Braunkohle in Nochten

Dresden. Grüne und Linke sind am Donnerstag in Sachsens Landtag mit dem Ansinnen gescheitert, der Erweiterung des Braunkohletagebaus Nochten einen Riegel vorzuschieben. Die Grünen hatten sich bei ihrer Argumentation auf ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bezogen, wonach Deutschland für die Energiewende keinen Ausbau der Braunkohleverstromung braucht. Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau warnte zudem vor weiterem Heimatverlust, wenn Dörfer dem Tagebau weichen müssen.

In einer mehr als einstündigen Debatte verwiesen sowohl CDU als auch SPD unter anderem darauf, dass Braunkohle auch für andere chemische Prozesse benötigt werde und das Gutachten darauf nicht eingehe. Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) nannte die Argumentation der Grünen unredlich. Die Mehrzahl der Menschen, deren Dörfer abgebaggert werden sollen, sei zum Umzug bereit. Kathrin Kagelmann (Linke) zweifelte jedoch die Aussagekraft entsprechender Umfragen an. Thomas Jurk (SPD) hielt dagegen und verwies darauf, dass es sehr demokratische Entscheidungsprozesse und Abwägungen gebe.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will zusätzlich 300 Millionen Tonnen Kohle in Nochten abbauen und dazu den Tagebau ausdehnen. Dafür müssten etwa 1.500 Menschen weichen. Eine endgültige Entscheidung des Landes zum Antrag des Konzerns steht noch aus. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein