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Dienstag, 13.08.2013

Kaum einer will den Fluthelfer-Orden

Für den Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013 sind bisher ein paar hundert Vorschläge eingegangen. 60.000 Orden sind bestellt.

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Freiwillige Helfer beseitigen in Dresden am Blauen Wunder die Schäden des Hochwassers von Anfang Juni 2013.
Freiwillige Helfer beseitigen in Dresden am Blauen Wunder die Schäden des Hochwassers von Anfang Juni 2013.

© dpa

Dresden. Für den Sächsischen Fluthelfer-Orden 2013 sind bisher mehrere hundert Vorschläge eingegangen. Das Innenministerium verbuchte bis Ende vergangener Woche 326. „Die Zahl steigt stetig“, sagte ein Sprecher. In den Städten ist es allerdings mit den Vorschlägen noch nicht weit her. Dresden und Leipzig etwa melden bisher keine eingegangenen Vorschläge. „Bei uns stehen bisher fünf Männer auf der Liste“, sagte Jekaterina Nikitin von der Pressestelle der Stadt Pirna. Fast alle seien zwischen 56 und 65 Jahre alt und hätten während der Juni-Flut, die vor allem die Innenstadt traf, kräftig angepackt.

Seit dem 1. August können Vorschläge für die Verleihung unterbreitet werden. Jeder Helfer, der mindestens 24 Stunden bei der Bewältigung der Katastrophe Anfang Juni im Einsatz war, kann mit der silberfarbenen Medaille ausgezeichnet werden. Vorschläge können bei den Bürgermeistern oder im Innenministerium abgegeben werden. Sie können bis Ende 2015 eingereicht werden.

Die ersten Orden werden am 14. September verliehen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), der die Ehrung gestiftet hatte, wird die Auszeichnungen selbst überreichen, wie die Staatskanzlei am Dienstag mitteilte. Zu der Festveranstaltung in der Dresdner Semperoper werden rund 400 Menschen erwartet, die bei der Juni-Flut im Einsatz waren, hieß es. Die Staatskapelle Dresden wird spielen, das MDR-Fernsehen überträgt einen Teil der Veranstaltung live.

Auch nach der Hochwasser-Katastrophe von 2002 hatte es eine solche Auszeichnung gegeben - rund 140.800 Fluthelfer-Orden wurden damals verliehen. Aktuell sind 60.000 Exemplare bestellt. Bei Bedarf kann laut Ministerium noch nachgeordert werden.

In Riesa wird derzeit die Werbetrommel für den Fluthelfer-Orden gerührt, im Amtsblatt und auf der Internetseite der Stadt wird dazu aufgerufen, Helfer zu nennen. „Leute können sich hier auch persönlich in Listen eintragen“, erklärte Stadtsprecher Uwe Päsler. Es sei wichtig, die Hemmschwellen so niedrig wie möglich zu halten.

Die Pirnaer Liste soll bis Mitte des Monats aufgefüllt und ans Innenministerium geschickt werden. Dafür will man auch stadteigene Listen zu Rate ziehen, in der sich Freiwillige registriert hatten. Auch aus Erlangen oder von der Mosel sind Helfer in Pirna registriert. „Vielleicht trauen sich viele noch nicht““, sagte Nikitin mit Blick auf die bisher eher wenigen Vorschläge für Auszeichnungen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. Dresdner

    Vielleicht wollen auch viele der Fluthelfer einfach nicht an dieser "Showveranstaltung" der Landesregierung unter Herrn Tillich teilnehmen ,weil diese Regierung ihre Versprechen, die nach dem Hochwasser 2002 betreffs des Hochwasserschutzes gegeben wurden ,nicht gehalten hat ? Helfern aus anderen Regionen Deutschlands sollte man seitens der Landesregierung einen kostenlosen Aufenthalt ,von zb.einer Woche ,in der Sächs.Schweiz oder in den Gebieten wo sie geholfen haben,ermöglichen. Darüber würden sie sich bestimmt freuen , und es wäre eine gute Werbung für die betreffende Region. Das Geld hierfür dürfte keine Rolle spielen ,bei uns im Land wird soviel Steuergeld verschwendet ,dafür wäre es gut angelegt. Aber Herr Tllich verleiht lieber medienwirksam Orden !!!!

  2. Bollek

    Vielleicht ist dieser Orden einfach nur eine Massenware und erfüllt nicht den Zweck eines Ordens. Für viele war es selbstverständlich zu helfen, was auch an den helfenden Menschenmengen sichtbar wurde. Die Einladung der Helfer in die Semperoper ist eine gute Idee, vielleicht würden hier einige sogar gern hin gehen, aber die Ordennummer sollte weggelassen werden. Viele waren mehr als 24 h im Einsatz wo fängt man da an, wo hört man auf. Vielleicht sollte die Flut mit den vielen Helfern als Beispiel eines engen Zusammenhaltes der Menschen, nicht nur in Sachsen, für andere Situationen im Leben dienen.

  3. wiso

    Der Fluthelfer-Orden ist eine Ablenkungstaktik - auf der anderen Seite warten die Flutopfer 2 Monate auf das Geld.

  4. Fluthelfer aus Zeithain

    Ich finde die Verleihung dieses Ordens eine gute Idee. Die Menschen die geholfen haben, haben viel Zeit und Geld (In Form von Verpflegung, Benzin, ...) und evtl. Gesundheit geopfert um anderen zu helfen ohne dafür etwas zu verlangen. Schön, dass das gewürdigt wird. Statt alles zu kritisieren sollte man sich lieber an die eigene Nase fassen und in Zukunft solidarischer miteinander umgehen. Dieser Orden soll, vor allem anderen, alle Menschen zur gegenseitigen Hilfe anregen.

  5. manuela oldermann

    Was heißt hier" kaum einer will den orden" . Wer zum Teufel hat sich denn bestätigten lassen das er 24 Stunden beim Hochwasserschutz mitgeholfen hat.Kein Mensch rennt nach so einem Einsatz zu irgend einem Beamten und lässt sich bescheini gen das er gerade uneigennützige Hilfe geleistet hat. Mein Sohn hat seinen Urlaub geopfert und hat nicht gefragt ob er dafür was bekommt, und wenn ich ihn jetzt für diesen Orden vorschlagen will muss ich erst irgend welche Formulare ausfüllen an die dummerweise keiner vorher gedacht hat.

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