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Mittwoch, 30.12.2015

Jugendminister beraten über Betreuung junger Flüchtlinge

Sie sind manchmal noch minderjährig und kommen ohne ihre Eltern nach Deutschland. Für junge Flüchtlinge gilt eine besondere Fürsorgepflicht. Momentan werden sie auf ganz Deutschland aufgeteilt.

Dresden. Die Betreuung junger Flüchtlinge wird ein Schwerpunkt der Jugend- und Familienministerkonferenz 2016 in Dresden. Die Minister treffen sich am 2. und 3. Juni in Dresden, wie das sächsische Sozialministerium mitteilte. Die Umverteilung der gut 64 000 (Stichtag: 14. Dezember) Kinder und Jugendlichen auf die einzelnen Bundesländer hat bereits begonnen. Sachsen muss nach dem derzeitigen Stand 3 263 Jungen und Mädchen aufnehmen; knapp 1 600 leben bereits im Freistaat.

„Die Landkreise sind vorbereitet, auch wenn mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen“, sagte die sächsische Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU). „Aber das ist ein Kraftakt. Wir hatten mit deutlich niedrigeren Zahlen geplant.“

Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung nach Deutschland kommen, genießen den gleichen Schutz wie deutsche Kinder und Jugendliche. Sie kommen daher auch nicht in die Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder.

Bisher waren für die Versorgung die Kommunen zuständig, in denen sie erstmals mit den Behörden in Kontakt getreten sind. Seit November werden sie innerhalb von Deutschland verteilt. Da viele der jungen Flüchtlinge ohne Papiere nach Deutschland kommen, muss ihr Alter oft geschätzt werden. Sie bekommen einen Vormund. Häufig ist das ein Mitarbeiter des Jugendamtes.

Die Kinder und Jugendlichen leben meist in Wohngruppen, Heimen oder in Pflegefamilien. Die Kosten für die Unterbringung trägt das Land, die Kommunen bezahlen das Personal. Pflegefamilien erhalten einen Zuschuss und werden von den Jugendämtern betreut. Laut Statistik sind die meisten Minderjährigen männlich und 16 oder 17 Jahre alt. (dpa)