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Mittwoch, 04.10.2017

Ist Sächsisch ein Karrierekiller?

Sein Dialekt macht den Sachsen zum Gespött der Nation. Der Leipziger Coach Thomas Necke sagt, wie man damit umgeht.

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Thomas Necke  (Jahrgang 1979) ist Geschäftsführer der Leipziger Firma Impulse und im Deutschen Bundesverband Coaching.
Thomas Necke (Jahrgang 1979) ist Geschäftsführer der Leipziger Firma Impulse und im Deutschen Bundesverband Coaching.

© privat

Wer sich für einen neuen Beruf bewirbt oder in Führungspositionen aufsteigen will, möchte als kompetent wahrgenommen und unter keinen Umständen belächelt werden wie etwa Wolfgang Stumphs Fernsehfiguren. Der Coach Thomas Necke berät mit seiner Leipziger Firma Impulse seit acht Jahren Menschen im Beruf und bei der Neuorientierung. Im Interview erklärt er, warum Sächsisch so einen schlechten Ruf genießt – und wie man aus dem Dialekt auch Vorteile ziehen kann.

Herr Necke, fragen Ihre Kunden auch nach dem richtigen Umgang mit dem sächsischen Dialekt?

Ich werde oft gefragt, ob es erlaubt oder gewünscht ist, im Beruf Sächsisch zu sprechen. Was selten passiert, ist, dass Leute mich bitten, mit ihnen an ihrem Sächsisch zu arbeiten. Das ist auch wahnsinnig schwierig. Dafür braucht man einen Sprachtrainer, muss jahrelang trainieren.

Von wem kommen diese Fragen?

Bei Einzelcoachings von Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen oder auch von Leuten, die von ihrer Firma auf eine Führungskräfteweiterbildung geschickt werden. Da wird das Thema schon ab und zu thematisiert: Steht mir das Sächsisch im Weg, wie soll ich damit umgehen?

Von welchen Erfahrungen berichten Betroffene?

Dass das Sächsische ein relativ schlechtes Image hat, und zwar immer dann, wenn ich überregional arbeite. Sprache vermittelt uns ja ein Bild von unserem Gegenüber. Jemanden, der sehr Hochdeutsch spricht, den stelle ich mir vielleicht im Anzug vor, also sehr seriös. Jemanden, der Dialekt spricht, stelle ich mir eher als Kumpeltyp vor. Und je höher die Hierarchie, desto mehr möchte ich ein seriöses Bild von mir hervorrufen.

Hat der Dialekt also tatsächlich Einfluss auf die Berufschancen?

Ich denke, da muss man differenzieren – Dialekt im Allgemeinen und Sächsisch im Speziellen. Ich würde nicht sagen, dass Dialekt die Berufschancen per se schmälert. Sächsisch wird jedoch regelmäßig zum unbeliebtesten Dialekt in Deutschland gewählt. Wenn ich außerhalb von Sachsen Sächsisch spreche, vermittle ich aus verschiedenen Gründen das Gefühl, einen niedrigen Status und nicht viel Ahnung zu haben. Außerhalb von Sachsen schmälert es wirklich ein Stück weit die Berufschancen, wenn ich stark Sächsisch spreche.

Woran liegt das?

Ich habe zwei Thesen. Einmal liegt es an dem Image. Das war übrigens mal anders, unter Luther war Sächsisch die Vorzeigesprache schlechthin. Aber das hat sich eben geändert. Der Sachse in Film und Fernsehen ist ein bisschen dümmlich, ein bisschen einfältig und braucht ein bisschen länger. Zum anderen liegt es aber auch an der Körpersprache. Wenn ich Hochdeutsch spreche, spanne ich meine Bauchmuskeln an und strecke die Brust raus. Ich habe Körperspannung. Und wenn ich Sächsisch rede, mache ich genau das Gegenteil. Ich drücke den Bauch raus, schieb den Unterkiefer vor und kann’s loofen lassen. Diese eingesunkene Körpersprache vermittelt, dass ich keinen Standpunkt und kein Rückgrat habe. Dass ich nicht weiß, wovon ich spreche.

Was raten Sie denn jetzt denen, die sächseln?

Wenn Dialekt auf Kosten der Verständlichkeit geht, wird es problematisch. Leuten, die überregional oder international arbeiten oder auf einer sehr hohen Hierarchieebene stehen, rate ich, Geld in die Hand zu nehmen und ernsthaft daran zu arbeiten. Aber wenn ich gut verständlich bin und diesen leichten regionalen Einschlag habe, kann das durchaus sympathisch wirken. Ich rate, auf Körperspannung zu achten. Ganz bewusst die Bauchmuskulatur anzuspannen, den Kopf hochzunehmen beim Sprechen. Es gibt auch Übungen. Zum Beispiel mit einer Banane oder einer Gurke im Mund sprechen. Ich artikuliere mich dann automatisch bewusster und mache den Mund weit auf. Das kann helfen, bei einem wichtigen Vortrag deutlich zu sprechen. Aber jemandem, der seinen Dialekt überhaupt nicht abstellen kann, sage ich: Mach eine Marke draus. Das Schlimmste ist, Dialekt zu sprechen und sich zu schämen.

Wo kann mir denn der sächsische Dialekt helfen?

Das ist branchenabhängig. Wenn ich in ein ursächsisches Restaurant oder eine Bar gehe, dann finde ich es gut, auf Sächsisch angesprochen zu werden. Leute, die mit regionalen Produkten zu tun haben, sollten den Dialekt nutzen. Oder ein Politiker, der Nähe kommunizieren möchte, oder ein Vorstandsvorsitzender von einem Standort in Sachsen, der ganz bewusst seinen Mitarbeitern zeigen möchte: Ich bin einer von euch. Aber der kann das höchstwahrscheinlich steuern, weil er mit anderen Kunden oder Geschäftspartnern Hochdeutsch spricht.

Also raten Sie dazu, den Dialekt situationsabhängig einzusetzen?

Genau, das ist meiner Meinung nach der Hauptgewinn – wenn man das kann. Ich würde niemandem raten, sich den Dialekt abzugewöhnen. Wenn ich es aber steuern kann und ganz bewusst in manchen Situationen den Dialekt einsetze, in anderen aber nicht, habe ich einen Riesenvorteil. Wenn mein Gegenüber sächselt, dann ist es sympathisch, wenn ich das auch tue. Und nicht etwa in einem Hannoveraner Akzent spreche und so dem anderen das Gefühl gebe, ich bin arrogant.

Wie ist es denn bei Ihnen selber als gebürtiger Sachse?

Meine Mutter spricht Hochdeutsch, mein Vater hat einen leichten sächsischen Einschlag, und ich habe den auch. Ich kann das ein Stück weit steuern. Es gibt aber gewisse Wortverbindungen, die fallen mir unglaublich schwer. Leute, die aus anderen Bundesländern kommen, merken das. Ich kriege aber die Rückmeldung, dass es als sympathisch gewertet wird. Und da ich in Mitteldeutschland arbeite und auch viel mit mitteldeutschen Firmen zu tun habe, nützt mir mein Sächsisch auch manchmal. Dann ist schnell ein Zugehörigkeitsgefühl da: Ich hebe mich nicht ab, ich bin nicht besser als ihr, sondern ich gehöre dazu. Das kann durchaus helfen. In der Beraterbranche allgemein. Und Berater kann ja auch der Sparkassenmitarbeiter sein, der einem Kunden einen Kredit gibt.

Wäre es denn nicht gut, wenn Leute offensiver mit ihrem Dialekt umgehen?

Absolut. Ich glaube, das Schlimmste, was dem Sächsischen passieren kann, ist, dass es irgendwann nicht mehr gesprochen wird. Weil die Leute sich schämen und in ihrer Familie nicht mehr Sächsisch sprechen. Da würde ein Kulturgut verloren gehen, das wäre dramatisch. Deswegen geht es darum, den Dialekt steuern zu können. Und wie schon gesagt, unter Luther diente Sächsisch als Vorzeigesprache. Sprache verändert sich. Möglicherweise sitzen wir in 40 Jahren noch einmal hier, an dem gleichen Tisch, und sind stolz darauf, dass wir Sächsisch sprechen. Gerade im norddeutschen Raum gibt es beispielsweise Plattdeutsch als Schulfach. Die lernen bewusst den Dialekt, weil er vom Aussterben
bedroht ist.

Das Gespräch führte Ronja Münch.

Leser-Kommentare

Insgesamt 29 Kommentare

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  1. Carsten

    Hat mich noch nie interessiert, was andere von meinem Dialekt halten. Vielleicht verbiege ich mich noch, nur um "überregional" meine Karrierechancen zu erhöhen?!? Arbeit findet man heutzutage auch hier in der Region, sogar gut bezahlte. Und wem der Dialekt nicht passt, der darf sich andere "Fachkräfte" suchen. Gut, dass sich die Zeiten geändert haben, heute ist der Arbeitnehmer König, zumindest, wenn er was auf´m Kasten hat. Leute, die hier in der Region noch den hiesigen Dialekt sprechen sind mir sowieso lieber, bei Hochdeutsch sprechenden handelt es sich dann meist um Zugezogene und bei denen ist sowieso höchste Vorsicht geboten...

  2. marlis

    Herr Necke sollte dringend an seinem Selbstbewusstsein arbeiten, denn wenn das stimmt, stört auch das Sächsische nicht mehr und wir Sachsen sprechen, im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern, wenigstens grammatikalisch richtig. Und wenn man die Bildungsstudien anschaut, sind wir glaub ich auch überall ziemlich weit vorn!!

  3. Claudia

    Warum sollen wir uns für unseren Dialekt schämen ? Der Bayer und der Schwabe ist mindestens genauso schlecht zu verstehen und ist stolz auf seinen Dialekt. Während im Fernsehen bei sächsischen Dialogen Untertitel eingeblendet werden, hätte ich die auch gern manchmal wenn bayrisch o.ä. gesprochen wird.

  4. Radebeuler

    Spätestens nach der BTW sollte jede integrierte und vernunftbegabte Sachse in "Restdeutschland" seine Herkunft nicht zu hoch hängen, will er/sie ernst genommen werden. Selbst in Sachsen erhöht sich das Vertrauen in "Zugezogene" jeder Art schlagartig. Bei den Eingeboren fehlt es oft an Anstand, Kultur und Selbstachtung. Zusehen bei den Montagsmaschierern, Dynamo-Fans, im Benehmen in den ÖPNV, Rücksichtlosigkeit im Straßenverkehr, Rumgerotze an Haltestellen, Vandalismus, ... Kurzum: Hochdeutsch zeugt eben doch von erhöhter Kompetenz und Intelligenz, weil dazu dazu die beschriebe Körperbeherrschung und Rückgrat nötig ist. Dialekt gehört in die Komödie.

  5. Proud Saxon

    Radebeuler 4 Nein sehe ich nicht, man kann schmunzeln über den Dialekt, mir ist es lieber jemand redet Dialekt. Dieses gezwungene Hochdeutsch finde ich zwar in einigen Berufen vorteilhaft aber sonnst ist mir ein regionaler Bezug des Menschen auch interessant. Die negativen bespiele welche Sie hier aufzählen, erlebe ich auf der ganzen Welt und besonders in den sogenannten Kiezen, wo ja Hochdeutsch eine Pflicht ist, bis hin zu sprechen als hätte man einen Klos im Hals. Es ist schade, wenn Menschen als beschränkt abgestempelt werden, nur weil sie Dialekt sprechen. Ob es kompetent und Intelligent ist Hochdeutsch zu reden, da will ich mich nicht äußern, ich sehe da keinen Zusammenhang. Es ist so eine typische Bildungsbürgertum Floskel. Ich weis von Erzählungen, im wissenschaftlichen Betrieb ist man als Studierter ein wenige der belächelte wenn er ein breites gängiges sächsisch redet. Ich finde ihre Haltung diskriminierend und widerspricht ihrer Haltung die sie hier oft kundtun.

  6. gast

    @Radebeuler: Also sind Sie selbst zugezogener Radebeuler? Ansonsten ziehen Sie ja ganz schön her über die Sachsen. Wenn es Ihnen hier nicht passt können Sie gerne wieder gehen. Und das sage ich Ihnen als "eingeborener Radebeuler". Ansonsten kommt ja eh nur Müll in Ihren Kommentaren.

  7. Hardy6712

    Ich finde Euern Dialekt ganz sexy, insbesondere wenn er von attraktiven jüngeren Damen gesprochen wird. Auf das "Ferdsch" am Ende bestimmter Aktivitäten sollte seitens des Mannes allerdings besser verzichtet werden...

  8. Abc

    Sächsisch ist kein Karierekiller. Im Gegenteil: potentielle Arbeitgeber erkennen daran, dass man mit weniger Geld zufrieden ist und geben einem dann den Vorzug ggü. westdeutschen Bewerbern.

  9. Frauenzimmer

    @radebeuler: ihre Meinung über die Sachsen ist arrogant,beleidigend und sehr diskriminierend, zeugt von fehlender Objektivität und Achtung vor Anderen! Wird das nicht gerade in letzter Zeit den Sachsen vorgeworfen? Das was sie den "Eingeborenen", also auch mir, vorwerfen, habe ich unlängst erst in München und Hamburg erlebt, von NICHT - Sachsen!! Warum leben sie hier? Fühlen sie sich hier wohl?Keine Sehnsucht nach der alten Heimat bei so viel schlechten Menschen hier? Ich bin stolz aus Sachsen zu sein und ich schäme mich auch nicht meines Dialektes. Und egal, wo ich gerade bin, ich weiß, es gibt überall solche und solche!

  10. LesPaul

    Ich kann 'radebeuler' nur zustimmen. Ein kleiner sächsischer Einschlag ist nicht schlimm. Das breimäulige sächsisch zeugt aber tatsächlich von Dumpfheit. Das ist in Bayern genauso. Mit dem Unterschied, dass die das bairisch als Sprache und nicht als Dialekt betrachten.

  11. Radebeuler

    @6: Keine Angst, eben weil gebürtiger Sachse, muss man auf hiesige Probleme hinweisen. @9: " arrogant,beleidigend und sehr diskriminierend" sind einige Sachsen jeden Montag in Dresden, unwidersprochen von der Mehrheit der Sachsen. Und nun? Und: Stolz kann man nur auf eigene Leistungen sein, nicht auf seine Herkunft oder seinen Dialekt. Und um zum Thema zurückzukehren: In einer globalisierten Welt, geprägt durch eine sich vermischende Menschheit ist es nunmal notwendig, die Sprachen sauber und für alle verständlich zu sprechen. Daher gehört Dialekt in die Kunst, aber nicht in den Alltag. Und die Entwicklung geht glücklicherweise in genau diese Richtung.

  12. R.Fürchtenix

    @Radebeuler-nicht umsonst heißt der Dialekt auch Muttersprache. Scheint es bei Ihnen nicht gegeben zu haben. Auf Ihr gestelztes und pauschal beleidigendes Geschreibe zu allerlei Berichten in der SZ, kann hier "unwidersprochen von der Mehrheit der Sachsen" verzichtet werden. Ferdsch

  13. Radebeuler

    @12: Dialekt und Muttersprache sind zwei ganz verschiedene Dinge. Ein Blick in den Duden reicht!

  14. Alma

    @Radebeuler ,sie zählen wohl zu den neuen Millionären in radebeul ,die ganz billig ein Haus kaufen konnten ? Außer hetzen können sie nicht viel ,was man im Westen sieht und hört ist viel nieder ziehender als unser Dialekt. Stellen sie sich vor ,wir wußten schon vor der Wende ,daß der Bayer und Schwabe anders spricht . Sehen sie sich doch in den Weststädten um ,da hören sie kaum noch deutsch ,vorwiedgend arabisach ,türkisch und die Kleidung noch dazu ,gehen sie doch dorthin zurück !!Solche wie sie brauchen wir hier nicht !!

  15. jk

    @all wg. Radebeuler: Man muss einen Foren-Troll nicht dauernd füttern, sondern ignorieren. Das fürchten Foren-Trolle am meisten - wenn sie kein Feedback bekommen.

  16. Radebeuler

    @14: Kommentar 15 war sicher auf Dich gemünzt. Haltlose und unwahre Unterstellungen aus einem Beißreflex heraus... Ist das sächsisch? Keine Angst "arabisach ,türkisch" (sic) gibt es bald auch hier, ebenso "die Kleidung noch dazu". Das ist die neue globale Welt. Entweder man passt sich an oder (ver)geht mit der Zeit.

  17. DaW

    Die Reaktionen auf Radebeuler zeigen, dass wohl so einiges dran ist an seinen Aussagen. Und an alle, die es nicht glauben wollen: Verlasst Sachsen einfach mal. Der beste Weg, nicht ernstgenommen zu werden, ist breites Sächseln (also mehr als ein bisschen Einschlag, den jeder hat). Und daran sind nicht nur die bösen Medien schuld, sondern das Bild, dass Sachsen selbst von sich zeichnet. Ich glaube, außerhalb Sachsens verbindet man mit den sächsischen Dialekten inzwischen Clausnitz, PEGIDA und randalierende Dynamo-Fans als Hochkultur oder gar Kompetenz.

  18. C.G.

    Dor "Radebeulor" had ä Probläm mid dor Meenung andoror, die dor sein' ni endsprichd und ni, wieor hier kund dun will, mid unsror säggschn Sproache. Desdorwächn gehds ihm nur gudd, wennor Andorschdenkende beleidischd und beschimpfd. Das hamm mor doch die letzdn Wochn immor wiedor gesähn. Obor deswächn ä bessror Mensch is, odor obor mehr droff had als wir fleißschn Dalbewohnor , willch bezweifln. Wahrscheinlich issor bloß ä armes Würschdl, der sein' Ärschor off andore abladn will. Zumindeschd würde das ä schdudierdor Psyschologe so sähn! Un genau wäschn solschn wie "Radebeulor" binsch schdolz off meine Wurzln. 'S war nu ä bissl schwär zu läsn, aor meine Saggsn wärn mich schon vorschdehn.

  19. DaW

    @ 17, Korrektur: Außerhalb Sachsens verbindet man mit den sächsischen Dialekten inzwischen EHER Clausnitz, PEGIDA und randalierende Dynamo-Fans als Hochkultur oder gar Kompetenz.

  20. Radebeuler

    @18: Dein Geschwurbel muss man ja als Hießiger lesen können. Wenn das Dein Anspruch ist, dass Dich Außersachsen nicht verstehen, dann sei es drum. Das Problem mit anderen Meinungen hat doch nur der, welcher auf eine Meinung mit persönlichen Angriffen und Beleidigungen reagiert. Schau Dir einfach mal alle Beiträge an und sage uns, auf wen das zutrifft. Na?

  21. C.G.

    Noch ein Nachtrag. Es ist auffällig, dass ausgerechnet die Gleichen, die in den letzten Wochen hier ihren Unmut und Frust gegen Pegida und die AfD mit ständigen Beleidigungen und Beschimpfungen abgeladen haben, nun auch noch einen diesbezüglichen Zusammenhang zwischen Dynamofans und der hießigen Sprache konstruieren. Die AfD wurde bundesweit gewählt und gewaltbereite Hools gibt es bei jedem Fußballverein. Komisch nur, dass von eben diesen Leuten keinerlei Verbindung zum alternativen, linken Spektrum bemerkt wird, dass verstärkt in Leipzig und Dresden, (aber nicht nur da), sein kriminelles Unwesen treibt. Also, ich habe da so meine Vermutung ... Wie ich schon letztens bemerkte, all jene, die Pegida und der AfD hier im Forum Hetze und Rassismus vorwerfen, verlieren regelmäßig die Contenance und bedienen sich in ihren Kommentaren nur solcher Ausdrücke, die sie an anderen kritisieren. Gebildete Menschen drücken sich anders aus, zumindest nicht durch primitives und dumpfes Sachsenbashing.

  22. ddfrog

    Ich habe berufsbedingt viel mit Kollegen aus dem nicht-sächsischen Sprachgebiet zu tun. Ich hatte nie ein Problem mit dem Dialekt, so lange es verständlich bleibt. Insofern muss ich dem Autor recht geben. Für das schlechte Image haben die Sachsen (leider) tw. selbst gesorgt, tw. ist es aber auch das Klischee. So gut wie jeder westdeutsche Comedian muss sich z.B., um "lustig" zu wirken, am Sächsischen versuchen (was grauenhaft ist). Aber sich deswegen bis zum Hochdeutschen verbiegen - nein, das braucht man mM nicht.

  23. Dresdner45

    (4)@Radebeuler, ich lese ja viele ihrer Kommentare, aber staune immer wieder, in einem welchen Milieu sie sich bewegen müssen.

  24. Dresdner45

    (17)@DaW, der Sachsen-Hasser immer noch in Dresden? Ihr tolles Berlin müsste sie doch ausfüllen! Der Dialekt ist ein Zeichen für Selbstbewusstsein und warum soll ein Sachse, ein Bayer, ein Schwabe oder ein Westerwälder nicht seinen Dialekt sprechen? Sie „Berlinern“ sicher doch auch oder? Hochdeutsch, nur um einen anderen einen Gefallen zu tun? Wenn Sie nicht über die Sachsen herziehen können, fehlt ihnen scheinbar etwas. Haben SIE keine Hobbys? Lesen sie einmal ein gutes Buch!

  25. SP

    Die Frage an den Coach war ja nicht, ob es die Arbeitssuche behindert. Also immer schön beim Thema bleiben und ja, es ist ein ziemlicher Karrierekiller. Selbst wenn man gar keine Karriere groß machen möchte, ist es auf Dauer unangenehm, in Unternehmen mit "gemischter" Arbeitnehmerschaft regelmäßig Anspielungen auf das eigene oder das Sächsisch von Kollegen ertragen zu müssen.

  26. DaW

    @ 21: Ich hoffe, es überfordert Sie nicht, wenn ich sage, dass ich autoritäre Gesellschaftsbilder prinzipiell ablehne - links- ebenso wie rechtsradikale. Insofern ist Ihr billiger whataboutism nichts weiter als ein ins Leere laufender Ablenkungsversuch. Und ja, die "A"fD wurde überall gewählt - aber nur in Sachsen war sie stärkste Kraft. Und ja, auch die Fans anderer Fußballvereine fallen durch Randale auf - aber Dynamo sticht eben besonders heraus. Ja, es gibt auch anderswo Anschläge auf Flüchtlingsheime - aber nirgends so viel wie in Sachsen. Könnte man vielleicht endlich mal die Probleme angehen statt derer, die sie auf den Tisch bringen? Und in Sachsen ist es eben vor allem eine starke rechtsradikale Szene - so wie es in Berlin eine linksradikale Szene ist, die man - auch aus meiner Sicht - zu lasch behandelt.

  27. DaW

    @ 24: Ach ja, der Geschichtenerzähler wieder. Wer sagt eigentlich, dass ich Sachsen hasse? Ganz im Gegenteil, ich hatte sächsische Großeltern, habe drei Jahre in Dresden gewohnt und - gerade deshalb tut es mir so unheimlich weh, was dort abgeht. Und ob Sie es glauben oder nicht: jemand, der in mehreren Städten/ Ländern gewohnt hat, hat oft einen breiteren Blick als die, die immer nur eine Gegend gesehen haben oder sehen mussten. Außerdem schrieb ich überhaupt nichts dazu, dass jemand seinen Dialekt nicht sprechen soll, sondern habe erklärt, woher das schlechte Image des Sächsischen kommt. Aber selbst daran ist wahrscheinlich die Merkel schuld. Und ich spreche in der Tat relativ hochdeutsch - weniger, um anderen einen Gefallen zu tun, sondern weil ich in verschiedenen Regionen gelebt habe. (PS: Es hat wenig mit "jmd. einen Gefallen tun" zu tun, wenn man mit Auswärtigen nicht den breitesten Dialekt spricht. Es ist einfach höflich!)

  28. jk

    Ich kann Herrn Necke nur uneingeschränkt recht geben. Außerhalb Sachsens ist sächsisch ein Karriere-Killer und wirkt inkompetent, obwohl gerade aus Sachsen ganz viele wichtige Erfindungen stammen. Als gebürtiger Dresdner, über 15 Jahre Frankfurt/Main gelebt und nun in Hannover sesshaft geworden, kann ich - wie Necke es ausdrückte - situationsbedingt umschalten zwischen breitestem sächsisch, hessisch und fast Hochdeutsch. Kurz noch zu den bösen "Ossis", die hauptsächlich die AfD gewählt haben sollen: Ost 1.Stimme: 1.693.258 2.Stimme: 1.794.347 West 1.Stimme: 3.622.838 2.Stimme: 4.082.748 AfD Duisburg-Marxloh: 30% AfD Gelsenkirchen: 15,2% AfD Essen Nord: 20% Ich glaube, in Duisburg-Marxloh wohnen im Gegensatz zu Sachsen ganz ganz viele - wahrscheinlich gut integrierte Ausländer. Warum die wohl AfD wählen?

  29. DaW

    @ 28: Kunststück. 2,1 mal so viele Erst- und 2,2 mal so viele Zweitstimmen für die "A"fD im Westen - bei 4,1 mal so großer Einwohnerzahl. Und Duisburg-Marxloh ist ein Wahlkreis, in etwa so repräsentativ wie das Wahllokal im Hechtviertel für Sachsen. Einigen ist auch nichts zu blöd, um die Situation in Sachsen schönzureden.

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