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Donnerstag, 29.10.2009

Innenminister setzt Soko Rex gegen Fußball-Gewalttäter von Brandis ein

Nach dem Überfall auf den Klub Roter Stern Leipzig werden erste Hinweise auf Tatverdächtige überprüft.

Dresden. Die 16-köpfige Ermittlungsgruppe der Polizeidirektion Westsachsen, die den Überfall von Rechtsextremen auf den Fußballklub Roter Stern Leipzig aufklären soll, wird ab sofort von der Sonderkommission Rechtsextremismus unterstützt. Das ordnete Innenminister Markus Ulbig (CDU) an. Gleichzeitig sagte Ulbig der SZ, es gebe im Zusammenhang mit dem Überfall am Sonnabend in Brandis erste Hinweise zu Verdächtigen. Der Minister warnte jedoch auch vor Aktionismus. Die Sicherheitslage anlässlich von Fußballspielen in Sachsen habe sich in den Jahren 2008 und 2009, seit Inkrafttreten des „Gesamtkonzepts Fußball“, deutlich verbessert. Trotz einer Vielzahl von sogenannten Risikobegegnungen in dem Zeitraum sei die Anzahl gewalttätiger Ausschreitungen im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen. „Dafür werden wir auch vom DFB gelobt.“

Laut Ulbig muss auch künftig mithilfe der für die Sicherheit Verantwortlichen – Vereine, Verbände und Polizei – Gewalt zurückgedrängt werden. „Wir werden den Weg weitergehen. Es kann aber nicht die Situation eintreten, dass bestimmte Spiele insbesondere in den unteren Ligen nur noch unter Polizeischutz stattfinden. Hier sehe ich die Vereine und auch den Fußballverband in der Pflicht.“

Landespolizeipräsident Bernd Merbitz hofft unterdessen im Fall Brandis auf schnelle Fahndungserfolge: „Ich bin sehr optimistisch, dass wir die brutalen Schläger ermitteln und ihrer gerechten Strafe zuführen. Für dieses brutale und heimtückische Vorgehen kann es nur heißen: Null Toleranz.“ (SZ/gs)