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Dienstag, 21.03.2017

In Radebeul gibt es nun auch nach 16 Uhr Knöllchen

Die Ordnungsstreife soll im Schichtdienst arbeiten. Dann sind Kontrollen am Abend und am Wochenende möglich.

Von Peter Redlich

Falsch- und Fußwegparker sollen in Radebeul bald öfter auch nach 16 Uhr ein Knöllchen bekommen.
Falsch- und Fußwegparker sollen in Radebeul bald öfter auch nach 16 Uhr ein Knöllchen bekommen.

© dpa

Jetzt ist es fast amtlich: Radebeuls Mannschaft der Ordnungsbediensteten wird ordentlich verstärkt. Die in blauen Uniformen agierenden Politessen, wie der Volksmund sagt, auch wenn es wie hier fast ausschließlich Männer sind, sollen künftig nicht nur in der üblichen Tagesdienstzeit und auch nicht nur in der Hauptstraße und der Bahnhofstraße und deren Umgebungen auftauchen.

Zwar hatten das Ordnungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) und der Sachgebietsleiter Verkehr, Ingolf Zill, schon vor knapp einem Jahr angekündigt. Aber mit einer Vier-Mann-Belegschaft sind dem Grenzen gesetzt. Immerhin, so Lehmann, sei schon der Dienstplan angepasst worden. Es gab Kontrollrunden, die außerhalb der üblichen Arbeitszeit lagen und vereinzelt auch an Wochenenden.

Zwei der bisher vier Mitarbeiter sind eingesetzt im Blitzerdienst auf den Straßen. Die anderen beiden kontrollieren die Parkplatzbereiche und verteilen Knöllchen. Zwei weitere Mitarbeiter sollen nun dazu kommen. In den nächsten Wochen, so der Ordnungsbürgermeister, würden die Stellen ausgeschrieben. Wirklich besetzt werden können sie, wenn die Stadträte dem Stadthaushalt für das Jahr 2017 zugestimmt haben und damit auch das Gehalt der Neuen in der Kasse bilanziert ist.

Wenn alles wie gewollt läuft, rechnet Lehmann ab Mai mit zwei weiteren Mitarbeitern. Ab dann seien auch die meisten Veranstaltungen in der Stadt, müsse mehr als sonst für Ordnung gesorgt werden. Am neuen, dann möglichen Dienstplan werde aber schon jetzt gearbeitet und darüber mit dem Personalrat gesprochen. Und, das ist das wirklich Neue: Letztlich sollen die Mitarbeiter in Schichten für Ordnung in der Stadt sorgen.

Lehmann: „Gedacht ist, dass die Ordnungsbediensteten bis 22 Uhr arbeiten und das auch an Sonnabenden und Sonntagen und dafür Ausgleichstage in der Woche bekommen.“ Das gilt bei Festen wie den Karl-May-Festtagen und dem Herbst- und Weinfest sowieso, aber auch an ganz normalen Sommerwochenenden. Es könne sowohl an beiden Wochenendtagen gearbeitet werden oder nur an einem.

Situationen wie in Altkötzschenbroda, wo regelmäßig Bürgersteige zugeparkt sind und Mütter mit Kinderwagen auf der Straße gehen müssen und Wirte ihren Gästen sagen, dass sie ohne Probleme frei parken können, weil eh keiner kontrolliert, sollen dann vorbei sein. Stadträtin Eva Oehmichen (Bürgerforum/Grüne) hatte im Stadtrat beklagt, dass auch in anderen Gegenden der Stadt Bürgersteige zugeparkt werden und Senioren mit dem Rollator in gefährliche Lagen kommen, weil ihnen nur die Fahrbahn bleibt.

Ordnungsbürgermeister Lehmann sagt allerdings auch, dass er mehr wolle als eine Knöllchen-Verteiltruppe, die in den Zentren der Stadt unterwegs ist und kaum woanders. Der neue Schichtplan soll es möglich machen, sich an einigen Tagen ebenso in Bereichen wie Lindenau, Zitzschewig, Wahnsdorf und Naundorf zu zeigen. In der Nähe von Kitas und Pflegeheimen sollen Kontrollen stattfinden – und nicht nur das Falschparken überprüft werden, sondern auch ob beispielsweise Fußwege geräumt und Hecken beschnitten sind.

Winfried Lehmann sagt, dass er einen direkten Draht zu den Straßenverantwortlichen im Bauamt herstellen will. Denn es könne nicht sein, dass die Stadt die Bürger immer wieder auf Pflichten hinweise, aber mitunter auf den stadteigenen Flächen noch zu wenig getan werde. Der Ordnungsbürgermeister bittet die Bürger weiterhin, sich nicht zu scheuen und im Amt anzurufen und Missstände zu melden. Lehmann: „Ich sehe das als Mithilfe der Bürgerschaft, die wir brauchen.“

Wiederholt hatten Stadträte gefordert, das Personal im Ordnungsbereich der Stadt aufzustocken, damit etwa Anordnungen nicht nur in Form von Schildern an der Straße stehen, sondern diese auch durchgesetzt werden. Das solle jetzt verstärkt passieren, heißt es aus dem Rathaus.