Donnerstag, 14.02.2013

Hess-Insolvenz mit Folgen für Löbauer Scharoun-Bau

Das 1932 vom Architekten Hans Scharoun (1893-1972) gebaute Einfamilienhaus des Nudelfabrikanten Fritz Schminke.
Das 1932 vom Architekten Hans Scharoun (1893-1972) gebaute Einfamilienhaus des Nudelfabrikanten Fritz Schminke.

©dpa

Löbau. Nach der Insolvenz des Leuchtenherstellers Hess sucht Löbau nach Lösungen für den weiteren Betrieb des Architekturdenkmals Schminke. Das Haus für den Nudelfabrikanten Fritz Schminke gilt als Hauptwerk des Architekten Hans Scharoun (1883 - 1972) im privaten Wohnungsbau. „Wir setzen alles daran, dass die Stiftung erhalten bleibt“, sagte Stadtsprecher Eva Mentele am Donnerstag. Als Gründungsstifter beteilige sich bislang die Hess AG zu einem beträchtlichen Teil an der Finanzierung der laufenden Kosten für den Bau der klassischen Moderne. Genaue Angaben zur Höhe der Zuschüsse wurden nicht gemacht. Das im Schwarzwald ansässige Unternehmen musste am Mittwoch Insolvenz anmelden.

Zusammen mit der Hess AG hatte die Stadt als Eigentümerin eine Stiftung für das 1933 fertiggestellte Haus gegründet. Diese ist seit 2009 rechtsfähig und Träger des Denkmals. Das Unternehmen ist in Löbau mit seiner Tochterfirma Hess Lichttechnik GmbH vertreten - etwa 100 Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

Der Besucher- und Veranstaltungsbetrieb im Haus Schminke soll zunächst weitergeführt werden, sagte Mentele. Allerdings sei es nötig, nun die finanziellen Lücken zu füllen. Das Unternehmen habe auch über seine vertraglichen Verpflichtungen hinaus Geld beigesteuert.

„Das Haus, das mir das liebste war, ließ sich der Fabrikant Schminke in Löbau bauen“, hatte Scharoun selbst einmal offenbart. Der Stahl-Skelett-Bau erinnert an etlichen Stellen an ein Schiff, weshalb der Wohnbauklassiker den Beinamen „Nudeldampfer“ erhielt. Zu DDR Zeiten diente er zunächst als Clubhaus der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und später als Haus der Pioniere. 1999/2000 war das Denkmal für insgesamt 1,6 Millionen Euro saniert worden. (dpa)

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