erweiterte Suche
Mittwoch, 24.02.2016

Hartmann wird Fall für den Staatsanwalt

Hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete mit seiner Alkoholfahrt einer Straftat schuldig gemacht oder nicht? Dieser Frage will die Staatsanwaltschaft Dresden nachgehen. Klarheit herrscht inzwischen über das Ergebnis einer Blutprobe.

33

Der Dresdner CDU-Chef und Landtagsabgeordnete Christian Hartmann wurde alkoholisiert bei einer Autofahrt von der Polizei erwischt.
Der Dresdner CDU-Chef und Landtagsabgeordnete Christian Hartmann wurde alkoholisiert bei einer Autofahrt von der Polizei erwischt.

© Robert Michael

Dresden. Christian Hartmanns Trunkenheitsfahrt hat ein Nachspiel: Gegen den sächsischen Landtagsabgeordneten und Dresdner CDU-Chef will die Staatsanwaltschaft Dresden ein Ermittlungsverfahren wegen Trunkenheit am Steuer einleiten. Darüber informierte die Behörde Landtagspräsident Matthias Rößler in einem Schreiben, wie Lorenz Haase, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch gegenüber sz-online erklärte. Jetzt hat Rößler - rein formal - 48 Stunden Zeit zum Reagieren. In der Regel wird in solchen Fällen kein Widerspruch eingelegt. Das Vorgehen ist aber notwendig, weil Hartmann Abgeordneter ist.

Hartmann hatte sich vergangene Woche Dienstag nach einer abendlichen Besprechung in der Dresdner Neustadt angetrunken mit seinem Auto auf den Heimweg begeben. Über die Augustusbrücke sollte es in Richtung Dresden-Cotta zur Wohnung seiner Lebensgefährtin gehen. Auf der Augustusbrücke touchierte sein Wagen beim Abbiegen den Bordstein. Trotz eines beschädigten Reifens fuhr der Politiker langsam weiter. Am Landtag postierte Polizisten bemerkten das Auto und hielten es an. Hartmann musste pusten. Ergebnis: 0,92 Promille. Ab diesem Moment war klar, Hartmann war fahruntüchtig.

Der CDU-Mann musste zur Blutabnahme. „Ich kenne das Ergebnis noch nicht“, sagte Hartmann am Mittwoch. Nach Informationen von sz-online ergab die Probe einen Wert unter 1,1 Promille. Läge er darüber, hätte die Alkoholfahrt direkt einen Straftatbestand erfüllt. Die jetzt anstehenden Ermittlungen könnten aber immer noch zu diesem Schluss kommen. Schließlich hat Hartmann alkoholisiert einen Fahrfehler begangen. Er könnte wegen Trunkenheit im Verkehr verurteilt werden.

Die Aufhebung seiner Immunität bedeutet die Aufnahme der Ermittlungen noch nicht. Dazu kommt es erst, wenn ein Strafbefehl erlassen, eine Anklage erhoben oder sich der Verdacht auf eine Straftat erhärten würde. (awe/fsc)

Leser-Kommentare

Seite 1 von 7

Insgesamt 33 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. kein Fan

    Mich würde interessieren, wie die Alkfahrt überhaupt ans Tageslicht gekommen ist. Hartmannn wird sich ja wohl schlecht selbst angezeigt haben. Warens die beiden Polizisten ? Oder war ein Reporter aus dem gegenüberliegenden Haus der Presse zur Stelle?

  2. Volker W.

    Eines macht mich stutzig. In vielen Fällen der Berichterstattung über Alkoholfahrten heißt es, dass der Beklagte eine fest definierte Alkoholmenge indus hatte. Wie ist es zu interpretieren, dass Hr. Hartmann "unter" 1,1 Promille Alk im Blut hatte. Soll es empörungsmildernd sein?

  3. Micha

    @1: Falsch. Er hat es wirklich selber veröffentlicht. Also ob es gleichzeitig woanders noch raus kam weiß ich nicht. Er hat auf jede Fall ich glaub bei Facebook selber eine Stellungnahme dazu veröffentlicht.

  4. Interessiert

    Man darf gespannt sein und bleiben. Wird Herr Hartmann genau so fair behandelt, wie jeder andere Bürger auch in solche einem Falle behandelt wird? Oder wird tatsächlich Rücksicht auf sein ach so fleißiges Engagement genommen? Das wäre aus meiner Sicht fatal. Was hat sein Politkerdasein mit strafrechtlicher Milde zu tun? Was hat sein Vatersein mit seinem begangenen Fehler zu tun? Unabhängig davon ist es in diesem Zusammenhang immer gut, wenn seine "Konflikte mit dem Gesetz" in der Vergangenheit betrachtet werden. Als da wären Urkundenfälschung und das Auto, welches tagelang am Straßenrand mitten im Wald geparkt war. Und war da nicht auch ein Baum bzw. Straßenschild beteiligt? Ein Schelm, der Böses denkt. Wie auch immer, es bleibt zu hoffen, dass der nunmehr weitere Konflikt mit dem Gesetz entsprechende Konsequenzen hat. Losgelöst von Engagement - was er freiwillig mit nicht wenig Entgelt tut und losgelöst vom Vatersein. Im Gegenteil: alles Gründe für eine Vorbildfunktion, oder?

  5. Thomas Rosenberg

    @kein fan: Es spielt keine Rolle, wie. Diejenigen, welche (mit Recht) auf die Einhaltung der Regeln (Gesetze, Verordnungen, Meinungsfreiheit, etc.) pochen, haben sich gefälligst als erste selbst daran zu halten.

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 7

Ihr Kommentar zum Artikel

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Verbleibende Zeichen: 1000
Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein