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Mittwoch, 09.08.2017

„Große Koalition koppelt Sachsen ab“

Dresden. Der Wind wirft Sonnenblumenlogo und Plakatständer immer wieder um, am Rande des kleinen Parks in der Dresdner Neustadt schlafen Obdachlose auf Bänken. Die Grünen sind bislang der einzige Landesverband, der seine Bundestagswahlkampagne im Freien mitten in der Stadt vorstellt. Die Idee ist insofern passend, weil die Partei vor allem in den Zentren Sachsens ihre Hochburgen hat. Auch die drei Spitzenkandidaten kommen aus den Großstädten – Monika Lazar (Leipzig), Stephan Kühn (Dresden) und Meike Roden (Chemnitz). Die ersten beiden gehören dem Bundestag an, nach der Wahl im September soll es ein grünes Trio sein.

Das ambitionierte Ziel will die Partei mit der Konzentration auf ihre Kernthemen erreichen. Dazu zählen Klimaschutz und der Ausstieg aus der Braunkohle. Bis 2020 sollen die bundesweit 20 dreckigsten Kraftwerke vom Netz genommen werden, betont Kühn. Neue Abbaggergebiete sollen nicht erschlossen werden.

Weitere Punkte sind die Stärkung ökologischer Landwirtschaft sowie der Ausbau des Radwegenetzes und die bessere Anbindung des Bundeslandes durch die Bahn. „Verkehrspolitisch hat die große Koalition Sachsen abgekoppelt“, sagt Kühn. Die Grünen streben Roden zufolge die Absenkung des Betreuungsschlüssels an. In der Kita soll ein Erzieher auf zehn, in der Krippe auf drei Kinder kommen. Lazar kündigt ein Förderprogramm für Demokratie an, um die politische Kultur zu verbessern. (SZ/ale)